Versprecher

Juni 29, 2008

Eine Mitreisende erzählte mir davon, wie sie einst mit ihrer Mutter durch Indonesien reiste, und ihre Mutter einen lustigen Versprecher machte. Sie (genauso wie ihre Tochter, wie ich bezeugen kann), mag Garnelen (also shrimp auf englisch), besonders die langen, die heißen auf indonesisch udang panjang. Ihre Mutter sagte aber andauernd Ujung Pandang, das ist der frühere Name von Makassar auf Sulawesi, anscheinend nach einem früheren Forts mit diesem Namen. Laut Wikipedia hieß Makassar zwischen 1971 und 1999 Ujung Pandang, wird heute jedoch noch häufig so genannt. Zwar nicht so allfällig wie die Padang-Küchen der Minangkabau (die eine Tradition des Herumziehens haben, merantau genannt), gibt es in vielen Orten Indonesiens auch Warungs und Restaurants nach Makassar-Art. Und häufiger haben diese udang panjang….

Selamat makan!


Noch mehr Eselsbrücken

Juni 5, 2008

So ich bin immer noch in Indonesien, und habe immer noch nur in unregelmäßigen Abständen Zugang zum Internet. Aber ich habe mal wieder zwei Eselsbrücken anzubieten. Bei manchen Wortpaaren kommt man durcheinander, weil sie Gegensätze bezeichnen, wie rechts und links, oder oft und selten.

  • kiri und kanan sind “links” und “rechts”. Wie am besten merken: Auf japanisch heißt links hidari. Und das Gelobte Land war Kanaan, und traditionell wird ja rechts positiv besetzt und links eher negativ (vgl. Lateinisch sinister und dt. rechtschaffen vs. linkisch).
  • sering und jarang sind die Wörter für “oft” und “selten”. Hier kommt noch erschwerend hinzu, daß sie ähnlich enden. sering klingt ein wenig wie sehr und jarang wie rar, das war jetzt das beste, womit ich dienen kann. Vorschläge sind wie immer willkommen.

Meta: Salam dari Indonesia

Mai 30, 2008

In letzter Zeit bin ich nicht mehr so häufig zum Posten gekommen, das liegt aber daran, daß ich auf dem Sprung war, nach Indonesien, wo ich mittlerweile angekommen bin. Abhängig von meinem Internetzugang und von meiner Zeit werden hier dann hoffentlich weiterhin Einträge erscheinen. Ansonsten Selamat Hari Raya Waisak (heute ist der Geburstag von Buddha, leider fehlt mir grad die Zeit, nachzuschauen, nach welchem Kalender das berechnet wird).

Edit: Der Hari Waisak war natürlich am 20. Mai, nicht am 30. Mai. Am 20. Mai habe ich den Eintrag geschrieben, ihn aber aus irgendeinen Grund nicht sofort veröffentlicht…..


Einsilbige Wörter im Indonesischen

Mai 27, 2008

Das Indonesische gehört zur austronesischen Sprachfamilie, und in vielen Sprachen sind die Wortwurzeln zweisilbig, weswegen auch für das Proto-Austronesische in der Regel zweisilbige Formen angesetzt werden. Dabei können die Silben sowohl offen als auch geschlossen sein. Im Umkehrschluß bedeutet dies, daß einsilbige Wörter aus dem ererbten Wortschatz extrem selten sein sollten. Ich habe mir mal den LDTI zur Hand genommen und alle einsilbigen Wörter aufgeschrieben. Es stellt sich heraus, daß die meisten einsilbigen Wörter entweder Lehnwörter sind, oder es sich um Interjektionen, Affixe oder Funktionswörter handelt, in einigen Fällen um verkürzte Formen oder Abkürzungen. Bei manchen Wörtern war mir nicht klar, ob diese Wörter tatsächlich aus dem Arabischen oder Chinesischen stammten, diese sind mit einem Fragezeichen gekennzeichnet.

Das LDTI hat 4.000 indonesische Einträge, wobei Wörter wie buang, cium, dia, mit einer Kombination aus Halbvokal und Vokal, die häufig in der heutigen gesprochenen Sprache einsilbig gesprochen werden, auf jeden Fall historisch als zweisilbige Wörter anzusehen sind und daher in der Liste nicht auftauchen. (Hinweis: zu einigen Themen werde ich später eigene Einträge schreiben. Bis ich dazu komme, werden die Verweise im durchgestrichenen Schrifttyp dargestellt.)

Interjektionen und Abtönungspartikel

ah, déh, dong, dor, éh, hah, -kah, kan, kok, -lah, lha, lho, nah, nih, sih, to, toh, tuh, wah, ya, yuk. S.a. Liste hier.

Affixe

-ku, -mu, -nya, se-

Anredeformen

Bu (=Ibu), Bung, Dik (=Adik), Kak (= Kakak), Mas, Mbak, Om/Oom, Pak (=Bapak). S.a. dieses Post, das die wichtigsten Anredeformen, ob ein- oder zweisilbig, im größeren Detail bespricht.

Funktionswörter

dan (Konjunktion), di (lokale Präposition), ke (direktionale Präposition), lu (Personalpronomen), pun (Fokusadverb?), sang (Honorifikmarker), si (Diminuitivmarker), sok (Adverb?)

Verkürzte Formen

‘nak (< anak) “Kind”, nak (< hendak) “wollen”, ndak/tak (< tidak) “nicht”, außerdem wie oben erwähnt Bu, Pak, Dik, Kak

Akronyme

SIM: (Surat Izin Mengemudi) “Fahrerlaubnisschein” = Führerschein

Lehnwörter aus dem

1. Arabischen

bab “Buchkapitel”, hak “Recht”, hal (?) “Angelegenheit”, jam “Stunde”, khas “typisch, charakteristisch”, zat (?) “Substanz (im chemischen und metaphysischen Sinn)”

2. Chinesischen

bak (?) “Badewanne (indonesischen Stils)”, cap (?) “Marke, Stempel”, cat von Hokkien ts’at “Farbe”, mi “Nudeln”, téh von Hokkien te “Tee”

3. Niederländischen

bir von het bier “Bier”, bis von bus “Bus”, és von het ijs “Eis(kreme)”, gang von de gang “Gasse”, gas von het gas “Gas”, jas von de jas “Jacke”, kos von de kost “Untermiete”, lés von de les “private Unterrichtsstunden”, nol von de nul “Null”, Om/Oom von de oom “Onkel”, pas von pas “exakt, passend”, pérs von pers (mit fürs Niederländische charakteristischer Metathese) “Presse”, ras von het ras “Rasse”, tas von de tas “Tasche”.

4. Englischen

bom “Bombe”, cék “Scheck, checken”, film “Film”, gang/geng “Gang”, grup “Gruppe”, klab “Club”, séks “Sex”, truk “LKW”

5. Niederländischen oder Englischen

rak “Regal” (N rak, oder E rack), sén “Cent” (N oder E cent), sop “Suppe” (N soep, oder E soup), ton “Tonne” (N ton oder E ton)


ber-si-Verben

Mai 24, 2008

In diesem japanischen Blogeintrag dreht es sich um ein ganz interessantes Wort: bersimaharajalela. In einer einer Artikelserie übersetzt der Blogautor Kapitel aus der Stilfibel Membina Bahasa Indonesia Baku (”Richtiges Indonesisch erlernen”) von Yus Badudu ins Japanische. Yus Badudu führt den folgenden Satz aus einer Zeitung an:

  • Jamu Jawa tradisional semakin bersimaharajaléla.

Er bemängelt, daß dieses Wort falsch gebraucht sei, denn bersimaharajalela könne nur im Zusammenhang mit Situationen gebraucht werden, denen der Sprecher negativ gegenüber steht, aber im Zeitungsartikel war eher etwas Positives gemeint. D.h. für Sätze wie den beiden folgenden (merajalela ist eine Variante mit derselben Bedeutung) wäre das Wort passend gewesen:

  • Penjahat-penjahat makin merajaléla saja di kota itu.
  • Karena angin berembus kencang, api makin merajaléla meruak ke kiri kanan membakar segala apa yang dapat dicapainya.

bersimaharajeléla/merajaléla bedeuten also im Fall von unbelebten Subjekten soviel wie “wüten, grassieren” und im Fall von belebten Subjekten “ungehindert operieren”.

Für einen Fall wie oben wäre also eher etwas wie das folgende passend gewesen, mit tersebar “ausbreiten/verbreiten”:

  • Jamu Jawa tradisional makin tersebar.

Es gibt außerdem eine Variante bermaharajaléla, ohne si-. In dem folgenden Wahlspot zu den gerade abgehaltenen malaysischen Wahlen taucht das Wort am Ende auf:

  • Apabila pemerintah tidur, penjenayah bermaharajéla. Pada pilihanraya ini, undi untuk perubahan.

Ein paar Malaysianismen:

  • apabila “wenn” (im Indonesischen nur im literarischen Kontext gebräuchlich)
  • penjenayah “Verbrecher” (im Indonesischen eher penjahat).
  • pilihan raya: “Wahl”, raya “groß, wichtig” dient dazu, pilihan, das eine Wahl im allgemeinen Sinne bezeichnen, als eine politische Wahl zu bezeichnen. (im Indonesischen pemilihan, meist noch näher bestimmt, wie pemilihan umum, was in Malaysia pilihan raya umum entspricht)
  • undi: wählen, die Stimme geben (im Indonesischen eher memilih)

Aber wenden wir uns jetzt der inneren Struktur dieses interessanten Wortes zu:

  • bersi-maharaja-léla

bersi- kann auch ber- sein, so daß also eher von ber-si- auszugehen ist. maharaja ist ein Wort aus dem Sanskrit und wurde auch ins Deutsche entlehnt, als Maharadscha “Großkönig”. In der Tat besteht aus zwei Bestandteilen, maha und raja, die jeweils mit dem lateinischen magnus und rex verwandt sind. léla bedeutet “Laune” und wird meist in der Form selélanya “nach Belieben” verwendet. merajaléla ist entsprechend me-raja-léla, halt ein einfacher raja anstelle eines maharaja.

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ist also in etwa wie “sich nach Gutdünken wie ein Großkönig (= tyrannischer Herrscher) aufführen”. Ein Kommentator im obengenannten Blog merkt an, daß es sich bei dem Wort bersimaharajaléla nicht um eine Ableitung mit der Struktur bersi-[maharaja-léla] handele, sondern um die Struktur ber-[si-maharaja-léla]. si wird ja als Diminuitivartikel eingesetzt. D.h. dadurch wird deutlich, daß es sich nicht um einen ehrerebietigen Herrscher, sozusagen sang maharaja, handelt, sondern um jemanden, der sich einbildet, ein kleiner Herrscher zu sein, si maharaja eben.

Sneddon hat einen kurzen Abschnitt auf Verben auf ber-si-, und bemerkt, daß diese Verben in der Regel Varianten ohne si- hätten:

  • bersikeras, berkeras: (keras “hart”) beharren, bestehen (persist)
  • bersitegang, bertegang: (tegang “straff, stramm, gespannt”) ausharren, durchhalten (persevere)
  • bersikukuh, berkukuh: (kukuh “fest, beharrlich”) stur sein, beharren (be stubborn, persist)
  • bersijingkat, berjingkat: auf Zehenspitzen gehen

Die ersten drei sind ziemlich ähnlich, sie alle kommen von Adjektiven, die “hart, fest, straff” bedeuten, mit si bezeichnen sie jeweils eine Person, die diese Eigenschaft aufweist, si keras “ein harter Kerl”, si tegang “strammer Typ”, si kukuh “Sturkopf” (es ist nicht klar, ob diese Bezeichnungen im modernen Indonesischen tatsächlich so existieren, da gerade Spitznamen mit si ziemlich idiosynkratisch sind). Das ber- bildet dann das Verb, “sich wie ein harter Kerl verhalten” usf. Was es mit bersijingkat auf sich hat, ist unklar, da im modernen Indonesisch jingkat keine eigenständige Bedeutung zu haben scheint.

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Verbmorphologie in der populären Umgangssprache (Teil 1)

Mai 21, 2008

Ich hatte ja schon in einem vorherigen Eintrag den Irrglauben angeführt, daß man in der Umgangssprache einfach alle Verbaffixe weglassen würde. Das stimmt natürlich so nicht, aber die gesamte Situation ist ziemlich kompliziert, weswegen eine genaue Beschreibung den Rahmen dieses Blogs bei weitem sprengen würde. Ich werde versuchen, ein paar grundsätzliche Bemerkungen zu machen.

Welches Indonesisch?

Das Problem fängt zunächst einmal damit an, um welche Sprachform es sich handeln soll. Wouk (1989, 1999) unterscheidet zwischen drei verschiedenen Sprachvarianten, die weder in einem Diglossie-Verhältnis zueinander stehen noch in einer regelmäßigen Codeswitching-Situation. Die von Wouk unterschiedenen Varianten im einzelnen:

  • Standardindonesisch (SI): Die auf einer Variante des Hochmalaiischen basierende offizielle Amtssprache, die Gegenstand der Sprachplanung von Amts wegen ist. Es ist die Sprache, die im ganzen Land in den Schulen und Universitäten verwendet wird, und eine riesige Menge an Zweitsprachenlernen aufweist, die als Muttersprache eine von hunderten Regionalsprachen haben. Sie ist beeinflußt worden duch Sprecher des Betwai einerseits und des Javanischen andererseits, deren Sprecher die bevölkerungsstärkste und politisch mächtigste Gruppe in Indonesien darstellen.
  • Betawi: der Dialekt des Malaiischen, der sich seit der Zeit der Vereenigde Oostindische Compagnie im damaligen Batavia, jetzt Jakarta, entwickelt hat. Aus dem Völkergemisch der Holländerzeit entstand eine neue Volksgruppe, die anak Betawi, die sich des Malaiischen als lingua franca bediente. Betawi wird bis heute noch in Jakarta gesprochen, vor allem von den Angehörigen der Unterschicht.
  • Gesprochenes Jakarta-Indonesisch (SJI, Spoken Jakarta Indonesian). Diese Variante wird in Wouk 1989 als eigenständige Variante vorgeschlagen. Es handelt sich bei den Sprechern um eine Gruppe, die entweder ausschließlich Indonesisch spricht oder weitaus besser Indonesisch als eine Regionalsprache. Eine solche Situation ist typischerweise in gemischten Ehen zu beobachten, welche in städtischen Großräumen, die Menschen aus allen Teilen des Landes anziehen, eher anzutreffen sind als anderswo, so daß Sprecher des SJI typischerweise Angehörige der Mittelschicht in städtischen Gebieten sind, allen voran im Großraum Jakarta. Während üblicherweise die Situation gebildeter Sprecher in Indonesien so ist, daß sie sich in formalen Situationen des Standardindonesischen bedienen,und in informellen Situationen der jeweiligen Regionalsprache, ist es bei dieser Gruppe so, daß sie auch in informellen Situationen aufs Indonesische zurückgreifen. Gegen die Annahme, daß diese Sprecher sich in informellen Situation aufs Betwai zurückgreifen, also eine Diglossie mit Standardindonesisch in formalen Situationen und Betwai in nichtformalen, wendet sich Wouk und führt dabei an, daß in der Sprache von Betawi-Sprechern und SJI-Sprechern klare Unterschiede in den verschiedenen Registern zu finden seien. Ewing 2005 scheint sich gegen diese Sichtweise zu wenden, da dort das “colloquial Indonesian” als “social style” denn als Sprachvariante bezeichnet wird.

In diesem Blog hatte ich ursprünglich versucht, die Begriffe Umgangssprache und populäre Umgangssprache auseinanderzuhalten, wobei mit dem ersteren eher eine Umgangssprache im Sinne des Standardindonesischen und mit dem letzteren eher etwas im Sinne des Jakartaindonesischen gemeint war (”populär” in dem Sinne, da dies die Sprache der Unterhaltungsserien im Fernsehen ist). Im nachhinein betrachtet, scheint es so zu sein, daß ich jeden Eintrag, der in irgendeiner Hinsicht sich mit der Umgangssprache beschäftigt, unter der Kategorie “Umgangssprache” abgelegt habe, und das, was darüberhinaus einen besonderen Bezug zum Jakartaindonesischen aufweist, zusätzlich noch unter “Jakarta”. (Fall ein Eintrag exklusiv zum Betawi handeln würde, könnte ich u.U. auf die Kategorisierung unter “Umgangssprache” verzichten.) Die Übergänge sind auch ziemlich fließend, mit zahlreichen Überlappungen, so daß ich das wohl so fortführen werde.

Kurzübersicht über die Verbformen

Wouk (1989, 1999) hat für die drei angenommen Sprachvarianten die folgenden Unterschiede in der Verbmorphologie festgestellt. Dieser Teil soll nur die Kategorien erläutern, die Formen werden im Detail im zweiten Teil beschrieben.

  • intransitive Verben werden in der Regel durch ber- markiert, wie z.B. berjalan “gehen”. Einige wenige Verben auch durch meng-, wie z.B. menangis “weinen”. Diese zwei Gruppen unterscheidet Wouk als “statische” und “aktivische” Verben. (be- und ng- sind Formen, die Varianten von ber- und meng- sind, mehr dazu im zweiten Teil).
  • transitive Verben werden durch meng- markiert. Diese können im sog. Patiensfokus mit di- stehen (da dies für alle drei Varianten der Fall ist, habe ich der Übersichtlichkeit der Tabelle wegen di- weggelassen).
  • Manche transitive Verben stehen zudem noch mit einem weiteren Suffix, entweder -i oder -kan, ersteres meist mit Empfängern oder Orten als Objekt, letzeres mit den Nutznießern einer Handlung, oder mit einem Objekt, das zu einer Handlung veranlaßt wird. Betawi verwendet statt dessen -in für beides.
  • Es gibt eine Verbform, die ausdrückt, daß dem Subjekt die Absicht fehlt, die Handlung auszuführen, die durch das Verb ausgedrückt wird, das Subjekt also die Handlung versehentlich begangen hat, oder Opfer dieser Handlung geworden ist. (Manchmal kann es auch eine Potentialform sein). Im Standardindonesischen gibt es ter- und ke-an in dieser Funktion, obwohl es Grund zur Annahme gibt, daß ke-an im modernen Malaiischen nicht mehr produktiv war und durch den Einfluß des Javanischen, wo es eine häufig vorkommende Form ist, wieder an Bedeutung gewonnen hat. Im SJI gibt es nun auch ke-, welches auch im Javanischen vorhanden ist, allerdings auch im Betawai, weswegen hier der Nachweis schwierig ist, ob dies eine Übernahme aus dem Javanischen sein könnte.

SI

JI

Betawi

Intransitiv

Statisch

Aktivisch

ber

meng

ber, 0

meng, ng, 0

be, 0

ng, 0

Transitiv

Präfixe

Suffixe

meng

i, kan

meng, ng, 0

i, kan, in

ng, 0

in

Non-volitional

ter, ke-an

ter, ke-an, ke

ke-an, ke

Im zweiten Teil Details zu den einzelnen Verbformen.


Minimalpaare

Mai 18, 2008

Minimalpaare sind Wörter, die sich lediglich in einem Segment unterschieden und die man daher auch ziemlich einfach verwechseln kann. Hier ein paar Beispiele:

Unterschiedliches Segment am Wortanfang:

  • parah “schwerwiegend” (Krankheit, Wunde)
  • darah “Blut”
  • marah “wütend”

Unterschiedliches Segment in der Wortmitte:

  • bahas “diskutieren”
  • balas “antworten”
  • batas “Grenze” (das Verb wäre membatasi)

Unterschiedliches Segment am Wortende:

  • peran “Rolle” (vgl. diesen Eintrag)
  • perang “Krieg”
  • pérak “Silber” (zugegebenermaßen weicht hier der Vokal ab)

Kein sooo perfektes Minimalpaar, aber auch leicht verwechselbar:

  • perut “Bauch”
  • peluk “umarmen”

Weitere leicht verwechselbare Wörter gern in den Kommentaren hinterlassen!


Das Rätsel der Nachsilbe -an (Teil 2)

Mai 11, 2008

Im ersten Teil ging es also um das Rätsel der Nachsilbe -an und wie ich durch die Tatsache in die Irre geführt wurde, daß in der Umgangssprache ber- häufig weggelassen wird.

Im Sneddon finden wir auch etwas dazu, allerdings unter der Rubrik ber-an-Verben. D.h. die Tendenz, daß in der populären Umgangssprache die Vorsilbe ber- weggelassen wird, trifft hier auch zu.

ber-an-Verben 1: Gegenseitigkeit

Diese Verben werden von Sneddon unter zwei Gruppen zusammengefaßt, Verben der Gegenseitigkeit (reziprok) und Verben der “spontanen Handlung” (”random action”). Beiden ist gemeinsam, daß an der Handlung mehrere Personen beteiligt sind.

Die Verben der Gegenseitigkeit werden normalerweise von transitiven Verben abgeleitet:

  • bersalaman “einander die Hand geben”: Meréka bersalaman waktu bertemu. “Sie gaben einander die Hand, als sie sich trafen”
  • berdekatan “einander nah sein”: Rumah kami berdekatan. “Unsere Häuser sind nah beieinander”

Oft ist eine Variation mit einer Präpositionalphrase möglich:

  • Kapal tangki dan kapal barang bertabrakan. Der Tanker und der Frachter kollidierten.
  • Kapal tangki bertabrakan dengan kapal barang. Der Tanker kollidierte mit dem Frachter.

Die Verben können auch redupliziert auftreten. Für viele Verben ist dies optional (aber auch sprecherabhängig):

  • Anak-anak berkejar-kejaran di halaman. Die Kinder jagen einander hinterher im Hof.

Häufig redupliziert gebrauchte Verben sind wie folgt:

  • berpukul-pukulan “einander schlagen”, auch pukul-memukul
  • bercinta-cintaan “einander lieben”
  • berpeluk-pelukan “einander umarmen”, auch peluk-memeluk
  • berdesak-desakan “einander schubsen”

Bei manchen Verben sind die beteiligten Personen Täter und Empfänger zugleich, wobei dann auch ein Objekt auftreten kann:

  • Meréka mengirim-kiriman surat. Sie schicken einander Briefe.
  • Meréka berpegangan tangan. Sie hielten Händchen.
  • Meréka bertukuran cincin. Sie tauschten Ringe aus.

Verben, die eine räumliche Bedeutung haben, implizieren meist eine gegenseitige räumliche Beziehung:

  • berhadapan “einander gegenüberstehen”
  • berdampingan “Seit an Seit stehen”
  • berbelakangan “Rücken an Rücken stehen”
  • berbatasan “aneinander grenzen”

Einige wenige Verben stehen für persönliche Beziehungen:

  • bermusuhan “Feinde sein”
  • bertemanan “Freunde sein”
  • berpacaran “Geliebte sein”
  • berkenalan “Bekannte sein”

Einige der obengenannten Verben haben auch Varianten mit lediglich ber-, welches auch im begrenzten Maße Verben der Gegenseitigkeit, abgeleitet von Nomen, bilden kann (Sneddon 1.173):

  • bermusuh “Feinde sein”
  • berteman “Freunde sein”
  • berkerabat “verwandt sein”

Es läßt sich argumentieren, daß die oben genannten berkenalan und berpacaran auch ber-Verben sind, da die entsprechenden Nomen kenalan und pacaran gibt.

ber-an-Verben 2: spontane Handlung

Die Verben, die spontane Handlungen bezeichnen, beziehen sich auch auf Handlungen, die durch mehrere Personen ausgeführt werden.

  • Kapan kapal itu terbakar penumpang beterjunan ke laut. Als das Schiff Feuer fing, sprangen die Passagiere ins Meer.

Normalerweise wird die Pluralität des Subjekts nicht explizit ausgedrückt, dies kann aber geschehen, wie im folgenden Beispiel:

  • Para saksi mata mulai bermatian. Die Augenzeugen begannen der Reihe nach wegzusterben.

Weitere Verben:

  • berguguran “fallen (Laub)”
  • berdatangan “(aus allen Richtungen) ankommen”
  • beterbangan “(in alle Richtungen) davonfliegen”
  • bergantungan “(überall) hängen”
  • berlarian “(in alle Richtungen) laufen”
  • bermunculan “(aus allen Richtungen) auftauchen”

ber-an-Verben 3: sonstige

Einige wenige Verbem fallen durchs Raster, vor allem, weil sie keine Pluralität implizieren.

berjualan “(berufsmäßig) verkaufen” bedeutet das gleiche wie berjual:

  • Dia berjualan kuda. Er lebt davon, Pferde zu verkaufen.

Die Ableitung von pergi “gehen”, bepergian bedeutet einfach “eine Reise machen”:

  • Bepergianlah dengan keréta api! Reise mit dem Zug!

Die Verben berkeliaran “umherwandern” und berserakan “verstreut sein” haben keine unabhängig verwendbare Wurzeln. berkeliaran muß sich nicht auf Pluralität beziehen.

  • Dia selalu berkeliaran di sini. “Er streicht hier immer herum.”
  • Tiang-tiang bambu berserakan. “Bambusrohre waren verstreut.”

Zurück zur Umgangssprache

Nachdem wir uns also die diversen Bedeutungsnuancen für die Verbableitungen angesehen haben, kommen wir also wieder zurück zu der Verwendung in der Umgangssprache:

  • Kapan yah kita bisa ngobrolan bareng?

Wieder zeigt sich die Lektion, daß man eben in der Umgangssprache nicht einfach alle grammatischen Affixe weglassen kann, wie es einem beliebt. Das entsprechende Nomen “Plausch” lautet hier nämlich obrolan (wenn man googelt, kann man zwar Gegenbeispiele finden, das ist zu erwarten, da der Sprachgebrauch erwartungsgemäß fluktuiert; aber meine Informanten machen auf jeden Fall den Unterschied).

Interessant auch die Reduplikation. Sneddon erwähnt ja, daß dies je nach Wort und Sprecher unterschiedlich sei; sie kann optional sein, oder die allgemein übliche Form sein. Für die Ableitung von membalas “antworten” scheint die Reduplikation vorgezogen zu werden, balas-balasan “(Briefe, Emails, SMS) austauschen”. Auch für die Ableitung des Wortes menangis “weinen” wurde mir gesagt, daß die Form tangis-tangisan üblicher sei. Und was es bedeute?

  • jadi rame2 menangis “alle weinen miteinander”

Das Rätsel der Nachsilbe -an (Teil 1)

Mai 10, 2008

Ein Kommentar in einem indonesischsprachigen Blog:

  • Kapan yah kita bisa ngobrolan bareng?

Der Satz soll bedeuten “Wann können wir miteinander plaudern?” Aber warum ngobrolan und nicht ngobrol. Letztere Form ist ja wohlbekannt als “plaudern, schwätzen, klönen”, aber was soll denn die Nachsilbe an? Auch in singgungan “berühren” und sogar in chattingan taucht diese seltsame Nachsilbe.

Der Normalfall laut Sneddon: vielerlei Nomen auf -an

Normalerweise wird -an ja verwendet, um Nomen von Verben abzuleiten. Dies ist sehr produktiv, wobei das Nomen sich in der Regel auf das Produkt der durch das Verb bezeichneten Handlung bezieht:

  • minum - minuman “trinken - Getränk”, melukis - lukisan “malen - Gemälde”, memilih - pilihan “wählen - Wahl”

Einige wenige Ableitungen von Nomen gibt es auch, wobei die Bedeutung der Ableitung unvorhersagbar ist: mal bezeichnet es eine Vergrößerung gegenüber der Wurzel, mal ist die Bedeutung leicht abgewandelt, mal synonym, dann wiederum ganz anders:

  • laut - lautan “Meer - Ozean”, akhir - akhiran “Ende - Suffix”, gugus - gugusan “Haufen”

Eine Kollektivwörter haben Varianten auf -an.

Es treten auch Nominalbasen mit Reduplikation auf, die vor allem zwei Interpretationen haben können:

Zum einen eine Vielfalt an Dingen, die durch die Nominalbasis bezeichnet werden:

  • sayur-sayuran “(alle verschiedenen Arten von) Gemüse”, pohon-pohonan “alle verschiedenen Arten von Bäumen”

Zum anderen bezeichnet es eine Verkleinerungsform des Nomens, oft im Sinne eines Spielzeugs:

  • mobil-mobilan “Spielzeugauto”, rumah-rumahan “Puppenhaus”, bulan-bulanan (”Mond”) “Zielscheibe”, perang-perangan (”Krieg”) “Manöver”

Eine Handvoll an Ableitungen von Adjektiven kommen ebenfalls vor, die Ableitung bezeichnet etwas, das die durch das Adjektiv ausgedrückte Eigenschaft aufweist:

  • asam - asaman “sauer - saure Gurken”, manis - manisan “süß - Süßigkeiten”, kotor - kotoran “schmutzig - Exkremente, Müll”

Es ist aber klar, daß die obengenannten Formen keine Nomen sind. Aber Sneddon führt noch weitere Möglichkeiten auf, nämlich Adjektive und Adverbien auf -an zu bilden.

Adjektive und Adverbien auf -an

Bei ersteren handelt es sich um Ableitungen von Nomen, die Zeit, Gewicht oder Abstand bezeichnen:

  • tahun - tahunan “Jahr - jährlich”, z.B. ujian tahunan “jährliche Prüfung”; harian “täglich”, bulanan “monatlich”, mingguan “wöchentlich”, méteran “meterweise”, kiloan “kiloweise”

Bei den Adverbien handelt es sich um Ableitungen von Nomen, Verben und Adjektiven, deren genaue Bedeutung nicht vorhersagbar ist:

  • angin-anginan (angin “Wind”): launisch, kapriziös
  • besar-besaran (besar “groß”): im großen Maße
  • kecil-kecilan (kecil “klein”): im kleinen Maße
  • habis-habisan (habis “fertig, verbraucht”): erschöpfend
  • mati-matian (mati “sterben”): mit großer Anstrengung
  • terang-terangan (terang “hell”): offen, frank und frei
  • terus-terusan (terus “weitermachen”): immerfort, immerzu
  • untung-untungan (untung “Glück”): auf gut Glück

Aber auch um Adjektive oder Adverbien handelt es sich nicht. Wir verlassen den Bereich der Standardgrammatik und wenden uns der populären Umgangssprache zu.

Umgangssprache?

IndoSlang (27f.) erklärt uns, daß in der Umgangssprache -an anstelle von lebih stehen kann, also den Komparativ bilden kann:

  • Cepatan dikit! Mach mal ein bißchen schneller!

Aber darum geht es hier auch nicht. Jedoch folgt als nächstes, daß -an zur Bildung von Verben der Gegenseitigkeit verwendet werden kann. Meist von Verben abgeleitet, das letzte Beispiel ist jedoch von einem Adverb/einer Präposition abgeleitet (bareng “mit, zusammen”):

  • Jadi kapan kita ketemuan? Wann treffen wir uns dann?
  • Seneng bisa temanan sama kamu. Ich bin froh, mit dir befreundet zu sein.
  • Bésok kita télponan lagi ok? Morgen telefonieren wir wieder, ok?
  • Barengan aja! Laß es uns zusammen machen.

Endlich haben wir die Antwort gefunden: in der Standardsprache sind diese Verben als ber-an-Verben bekannt, aber die Vorsilbe wird üblicherweise in der Umgangssprache weggelassen. Im zweiten Teil soll es um diese Verben und ihre Bedeutungsnuancen gehen.


Bon voyage

Mai 7, 2008

Wie wünscht man auf indonesisch gute Reise? Dies scheint die Standardfloskel zu sein, wenn man dem Internet Glauben schenken darf:

  • Semoga selamat sampai tujuan “Hoffentlich wird das Ziel sicher erreicht”

Aber dies scheint mal wieder eine Floskel zu sein, die in der Realität wenig in Gebrauch ist, da zu formal. Dies wurde mir von Indonesiern bestätigt, tatsächlich seien in der Umgangssprache Floskeln üblich wie:

  • hati-hati di jalan… sampai jumpa “Vorsicht auf dem Weg, bis zum nächstenmal”

Auf den ersten Eindruck hin erschien dies mir überaus informell und eher dem Alltag angemessen als einer langen Reise, aber es wurde mir versichert, daß das durchaus so üblich sei. Es gibt auch den Ausdruck

  • selamat jalan “Gehe in Frieden / sicher”

Dies scheint mir irgendwo dazwischen zu liegen. Übrigens ist das ja auch laut Lehrbuch die Floskel, die man in der Familie den aufbrechenden Familienmitgliedern mit auf den Weg gibt (und die zurückbleibenden bekommen entsprechend selamat tinggal zu hören), aber es war in Wirklichkeit so, zumindest in meiner Gastfamilie, daß da überhaupt nichts gesagt wurde. Als ich derlei Floskeln verwenden wollte, wurde mir bedeutet, daß sampai jumpa besser sei…


segar vs. segera vs. segala

Mai 3, 2008

Zwei Wörter, die ich immer verwechsle: segar und segera, und dann noch ein weiteres ähnliches Wort, segala.

segar

bedeutet “frisch”. ikan segar “frischer Fisch”, roher Frisch übrigens ikan mentah:

  • Kami membeli buah segar di tepi jalan.

Eselsbrücke: Der Fisch ist gar.

segera

bedeutet “sogleich, sofort, bald (i.S.v. in der nahen Zukunft)”.

  • Saya yakin pasar akan segera kembali seperti dulu.

Eselsbrücke: gera-de noch ein bißchen.

segala

bedeutet “alle” und stammt aus dem Sanskrit: sakala “alles”. Im Indonesischen hat es die Konnotation “jede Art von, jedwede”. S.a. diesen Eintrag zu Wörtern, die “alles” bedeuten können.

  • Segala bantuan yang diberikan kepada pengusaha kecil, baik petani maupun pedagang, harus dilaporkan.

Umgangssprachlich kann es auch in der Bedeutung “und so” gebraucht werden (vergleichbar dem englischen and stuff)

  • Dia sok pakai Bahasa Inggris segala.

Eselsbrücke: Prominente aus allen Bereichen waren bei der Gala vertreten.

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Indonesische Parteien

Mai 1, 2008

Im indonesischen Parlament sind einige Parteien vertreten (Mehr Informationen zu den größten Parteien hier (D)). In diesem Eintrag soll die Gesamtheit der im Parlament vertretenen Parteien genannt werden, gefolgt von einer Wortliste mit Übersetzungshilfen zum Ende des Eintrags.

Im Parlament vertretene Parteien

Ehemalige Parteien

Deutsche Parteien

Wie aber werden nun die deutschen Parteien ins Indonesische übersetzt?

  • Uni Démokrat Kristen Jerman (CDU)
  • Partai Sosial Démokrat Jerman (SPD)
  • Uni Sosial Kristen di Bayern (CSU)
  • Partai Demokrat Bébas (FDP)
  • Partai Hijau (Die Grünen)
  • Partai Kiri (Die Linke)

Gerade bei einem in Parteinamen sehr häufigen Wort scheint es drei Varianten zu geben: Demokrat, Demokratik, Demokratis, jeweils aus verschiedenen europäischen Sprachen entlehnt. Es scheint aber Demokrat die übliche Variante zu sein. (In indonesischen Parteiennamen hingegen scheint eher das Nomen, demokrasi, üblich zu sein)

Amerikanische Parteien

Da die Präsidentschaftswahlen ja in aller Munde sind, hier die Namen für die beiden großen amerikanischen Parteien:

  • Partai Démokrat
  • Partai Républik

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Irian, Papua, Neuguinea, Papua-Neuguinea…

April 28, 2008

Die zweitgrößte Insel der Welt weist eine ungeheure ökologische und soziale Vielfalt auf: nicht nur weist die Insel, die mit rund 786.000km² weniger als 0.5% der Landfläche der Erde einnimmt, etwa 5-10% aller biologischen Spezies auf, sondern die 7,1 Millionen Einwohner sprechen zudem über 1.000 Sprachen. Die Sprachen der Küstenbewohner sind dabei großenteils austronesische Sprachen, die übrigen teilen sich in mehrere Papua-Sprachfamilien auf (einige der Papua-Sprachfamilien erstrecken sich zudem auf weitere Gebiete in Ostindonesien, wie den Molukken und Nusa Tenggara Timur). In diesem Beitrag soll es jedoch vor allem um die Benennungen für die Insel gehen.

Wikipedia

(Die Karte zeigt die Aufteilung der Insel: die zwei indonesischen Provinzen im Westteil, Papua Barat (hellgrün) und Papua (dunkelgrün), das Hauptgebiet des Staates Papua-Neuguinea (beige) im Ostteil.)

Kurze Geschichte der Namen Neuguineas und seiner Landesteile

Der portugiesische Entdecker Jorge de Menezes stieß 1526 auf die Westspitze der Insel (manche Berichte sprechen auch von der Insel Waigeo, die der Hauptinsel vorgelagert ist) und nannte sie Ilha dos Papuas. Der Begriff Papua wurde dann für die portugiesische Einflußsphäre zwischen der Vogelkop-Halbinsel und Halmahera von den Molukken verwendet. Ein spanischer Entdecker namens Yñigo Ortiz de Retez nannte die Insel 1545 Nueva Guinea (”Neuguinea”), weil er sich beim Anblick der Bewohner an die Einwohner von Afrikanisch-Guinea erinnert fühlte. Im Sprachgebrauch der meisten europäischen Sprachen, so auch dem Deutschen, hat sich Neuguinea als Bezeichnung für die gesamte Insel durchgesetzt.

Bis in 19. Jahrhundert blieb die Insel jedoch von den europäischen Kolonialisierungsbestrebungen unbehelligt, ganz im Gegenteil zu den Molukken (Gewürzinseln), von denen die Portugiesen im 16. Jahrhundert von den Niederländern vertrieben wurden. Erst 1828 erhob die Vereenigde Oostindische Compagnie Anspruch auf den Teil der Insel westlich des 141. Längengrads, wobei sie sich zunächst auf die Vogelkop-Halbinsel beschränkten. Schließlich kam es 1884 zu einer Vereinbarung zwischen drei europäischen Kolonialmächten. Der Westteil blieb als Holländisch-Neuguinea (bzw. Nederlands Nieuw-Guinea (N)) bei den Niederlanden, der Ostteil wurde aufgeteilt: der Norden kam an Großbritannien und der Südteil ans Deutsche Reich, das seinen Platz an der Sonne suchte. Britisch-Neuguinea kam 1902 unter dem Namen Territory of Papua praktisch unter australische Verwaltung (obwohl es offiziell britischer Besitz blieb). In Deutsch-Neuguinea (auch Kaiser-Wilhelms-Land genannt) verlagerte sich der Schwerpunkt der kolonialen Aktivität auf die der Hauptinsel nordöstlich vorgelagerten Insel Neupommern (heute Neubritannien).

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 besetzte Australien die deutsche Kolonie, und erhielt 1920 ein Völkerbundmandat für das New Guinea Territory. Nach der Besetzung durch die Japaner im Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Territorien des Ostteils unter dem Namen Territory of Papua and New Guinea unter gemeinsame australische Verwaltung gestellt. 1972 erreichte das Territory of Papua and New Guinea die Unabhängigkeit unter dem Namen Papua-New Guinea. Eine der vier Regionen des Landes trägt den Namen Papua, und besteht aus den folgenden fünf Provinzen und dem Hauptstadtdistrikt:

Nach der Unabhängigkeit Indonesiens von den Niederlanden nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb West-Neuguinea bei den Niederlanden, die unter zunehmendem Dekolonialisierungsdruck der Vereinten Nationen standen. Niederländische Bestrebungen, der Kolonie die Unabhängigkeit zu gewähren oder mit dem Territory of Papua and New Guinea als eigenständigen Staat zu vereinigen, stießen auf erheblichen Widerstand seitens der indonesischen Regierung, die 1963 schließlich erreichen konnte, daß der Westteil unter indonesische Oberhoheit gestellt wurde.

West-Neuguinea wurde von indonesischer Seite in Irian Barat umbenannt. 1973 wurde die Provinz von der Suharto-Regierung in Irian Jaya, welches für den indonesischen Sieg (Sanskrit Jaya) stand. Nach dem Fall Suhartos 1998 kam es zu verschiedenen verwaltungstechnischen Umwälzungen: zum einen beschloß die Regierung im Jahr 1999, die Provinz in drei Provinzen aufzuteilen, mit den Namen Irian Jaya Barat (West-Irian Jaya), Irian Jaya Tengah (I) (Zentral-Irian Jaya) und Irian Jaya Timur (Ost-Irian Jaya). Der Beschluß, der auf erheblichen Widerstand der einheimischen Bevölkerung stieß, wurde 2003 vom Obersten Gericht als ungültig erklärt, obwohl die Abspaltung von West-Irian Jaya wegen der bereits verwirklichten Errichtung provinzieller Institutionen vom Gericht hingenommen wurde. Zusätzliche Konfusion wurde durch einen Namensänderung bewirkt: 2001 wurde die gesamte Provinz Irian Jaya in Papua (E) umbenannt, wobei nach der Gerichtsentscheidung Unklarheit bestand, ob die neue Provinz Irian Jaya Barat oder Papua Barat heißen sollte. 2007 erging schließlich ein Beschluß, daß der Name Papua Barat (I) lauten solle. (Quellen: Gwillim Law (E) und United Kingdom’s Permanent Committee on Geographical Names (E))

(Hier eine weitere Übersicht über die Geschichte des Westteils)

Der Ursprung der Namen

Wir wollen die Etymologien der verschiedenen bisher angesprochenen Namen in alphabetischer Reihenfolge besprechen:

Guinea

Die Insel als ganzes wird im europäischen Sprachraum ja in der Regel Neuguinea/New Guinea/Nieuw Guinea/Nueva Guinea usw. genannt. Guinea bezeichnet das Gebiet um den Golf von Guinea. Normalerweise wird angeführt, daß Guinea eine korrumpierte Form des Namens Ghana sei, den die Portugiesen im arabischen Maghreb aufgeschnappt hätten. In diesem philologischen Artikel führt der Autor jedoch an, daß dies unwahrscheinlich sei und plädiert für eine Entlehnung aus dem Berber, aguinao, welches “Schwarzer” bedeute.

Im Indonesischen wurde zunächst der Begriff Nieuw Guinea bzw. Guinea Baru für die Insel verwendet, aber mittlerweile ist dies nicht mehr der Fall. Zwar gibt es den Begriff Nugini noch, aber er steht nur im Zusammenhang mit dem Landesnamen Papua Nugini, nicht mit der Insel als solcher.

Irian

Hierzu gibt es zwei Thesen. Die eine, häufig gehörte Erklärung ist, daß es sich hierbei um ein Akronym handelt, I.R.I.A.N., welches für den folgenden Slogan stehen soll:

  • Ikut Républik Indonésia Anti Nederland “Mit der Republik Indonesien gegen die Niederlande”

Dies wird jedoch schon aus sprachlichen Gründen angezweifelt, denn ikut geht nicht gut mit anti zusammen, und statt Nederland war eigentlich die Bezeichnung Belanda für die Niederlande geläufiger. Außerdem nannte die neue indonesische Regierung die Insel eben erst mal nicht Irian, was sich ja angeboten hätte, wenn sie diese Bezeichnung als Slogan aufgestellt hätte.

Außerdem soll die Bezeichnung schon vor der Unabhängigkeitsbewegung in Gebrauch gewesen sein, und zwar im Biak, einer austronesischen Sprache, die auf einer der Hauptinsel vorgelagerten Insel gesprochen wird, eine Bezeichnung für die Insel Neuguinea sein. Allerdings scheint dies nur in einigen Dialekten der Fall zu sein, in manchen Gegenden soll Irian “Sklave” bedeuten. (Quelle)

Der Zusatz jaya in Irian Jaya bedeutet “Sieg”, genauso wie in Jakarta, das ebenfalls in Erinnerung an einen glorreichen Sieg so genannt wurde. Auch der Name der Hauptstadt unterstreicht den Anspruch derjenigen, die zum jeweiligen Zeitpunkt die Macht ausgeübt haben:

  • Hollandia (1910-1962)
  • Kota Baru (1962): bei der Übergabe der niederländischen Kolonie an die Indonesier wurde die Stadt zunächst in “Neue Stadt” umbenannt.
  • Sukarnopura (1963-1968): Schließlich wurde die Stadt nach dem Präsidenten Sukarno “Sukarno-Stadt” genannt.
  • Jayapura (1968-): Nach dem Sturz Sukarnos wurde die Stadt schließlich zur “Stadt des Sieges”.

Papua

Dieses Wort soll von einem malaiischen Wort stammen, das “kraushaarig” bedeutet. Nun hatte das Sultanat von Tidore (westlich von Halmahera) lange eine Vormachtstellung in der Region, u.a. auch in den Inseln westlich von der Hauptinsel. Die Herrscher von Tidore sollen mit dem Wort ihre Sklaven bezeichnet haben (ob nur von Papua oder ingesamt, belibt unklar), und so soll es daher nach dem Zweiten Weltkrieg auch Widerstand von einigen Einwohnern Papuas gegen diese Bezeichnung gegeben haben (während die Bewohner des Ostteils, der schließlich zum Staat Papua-Neuguinea wurde, keine solchen Bedenken hatten). Es stimmt natürlich ein wenig skeptisch, wenn sowohl Irian und Papua die Bedeutung “Sklave” haben können. Aber daß Irian die offizielle Bezeichnung der indonesischen Regierung seit 1963 gewesen ist und dementsprechend die Bezeichnung in der Bevölkerung unpopulär war, hat wohl den Ausschlag zur Änderung in Papua gegeben. (Quelle)

Nach der Aufteilung in die zwei Provinzen Papua und Papua Barat wird nun der eher religiös inspirierte Begriff Tanah Papua (Land Papua) für den Westteil insgesamt verwendet. (Quelle)


sok

April 26, 2008

sok ist eines dieser Wörter, die schwer klassifizierbar sind. Am ehesten handelt es sich um ein Adverb, ob es letztlich als Funktionswort klassifizierbar ist, bleibt offen. Es hat eine normalerweise negative Konnotation, “sich für X halten, sich einbilden X zu sein”, wobei “X” in der Regel eine durch ein Adjektiv ausgedrückte Eigenschaft darstellt (aber manchmal steht X auch für ein Nomen oder ein Verb). Der Ausdruck scheint dann als Prädikat zu fungieren, also kein Nomen zu sein.

  • sok tahu (tahu “wissen”): alles besser wissen
  • sok suci (suci “heilig”): scheinheilig
  • sok jagoan (jago “Hahn): den großen Macker geben
  • sok gaya (gaya “Energie”): angeberisch mit seinem Auftreten prahlen
  • sok aksi (aksi “Aktion”): bombastisch tun
  • sok imut/cute: sich für hübsch halten
  • sok cantik (cantik “schön”): sich schön vorkommen
  • sok pintar (pintar “klug”): sich für klug halten
  • sok kaya (kaya “reich”): sich für reich halten
  • sok kerén (kerén “toll”): sich toll vorkommen

Hier noch ein paar Beispielsätze:

  • Liat tuh, doski sok gaya lagi!
  • Makanya, jangan sok tahu aja!

sok kann auch alleinstehend verwendet werden, im Sinne von “großkotzig, eingebildet”:

  • Seisi kelas dia yang paling sok.

LDTI hat zudem noch die Bedeutung “oft, manchmal” (und als jangan sok negiert “denke nie im Leben daran, X zu machen”), die im KII nicht verzeichnet ist:

  • Dia sok datang malam-malam.
  • Jangan sok tanya macem-macem kalau Bapak lagi baca koran.


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alles

April 24, 2008

Es gibt einige Wörter, die im Indonesischen für “alles, alle” verwendet werden können. In einer einer Artikelserie übersetzt der Blogautor Kapitel aus der Stilfibel Membina Bahasa Indonesia Baku (”Richtiges Indonesisch erlernen”) von Yus Badudu ins Japanische. In einem Kapitel geht es um den Unterschied zwischen den Wörtern seluruh, semua und segala, die in der Regel mit “alles, alle” oder “gesamt” übersetzt werden.

seluruh

Dieses Wort bezeichnet etwas in seiner Gesamtheit, also statt “alles” eher “gesamt”.

  • seluruh dunia: die ganze Welt
  • seluruh tubuh: der ganze Körper
  • di seluruh negeri: im ganzen Land
  • seluruh rakyat: das ganze Volk: es bezeichnet also nicht auf jeden einzelnen Bürger individuell, sondern auf die Bürger als Gesamtheit, als Volk.

Ein Synonym ist segenap. Z.B.

  • segenap tubuh anak itu berkudis. “Dieses Kind hat Krätze am ganzen Körper.” ist bedeutungsgleich mit seluruh tubuh anak itu berkudis.

semua

Dieses Wort betont den Sachverhalt, daß etwas zahlreich ist. Z.B.

  • Semua orang kagum kepadanya. “Alle Menschen waren von ihm beeindruckt.”
  • Semua yang dikerjakannya tak ada yang bérés. “Nicht eines von den Dingen, die er durchgeführt hat, ist ordentlich (durchgeführt worden).” (semua yang kann häufig mit “alles, was” übersetzt werden: “Alles, was er durchgeführt hat, ist nicht ordentlich.”)

Ein formales Synonym ist sekalian:

  • Allah memelihara sekalian orang yang percaya akan Dia. “Allah sorgt für alle, die an ihn glauben”. (LDTI)

segala

wie an anderer Stelle schon erwähnt, bedeutet dieses Wort, das aus dem Sanskrit stammt (sakala “alles”), “alle” im Sinne von “jede Art von, jedwede”. Im Gegensatz zu semua unterstreicht segala, daß es sich um viele verschiedene Einzelelemente handelt.

  • Segala perbuatannya tak ada yang bercela. “Von allen seinen Handlungen (ganz gleich, um welche es sich handelt), ist keine zu beanstanden.”
  • Segala sesuatu yang terjadi pada diri kita sudah ditentukan oleh tuhan. “Jedes einzelne, das uns geschieht, ist uns bereits durch Gott vorbestimmt.”

Im ersten Satz läßt sich segala durch semua ersetzen, im zweiten jedoch nicht.

Weitere Wörter

LDTI hat noch weitere Wörter, die die Bedeutung “alle(s)”/”ganz” aufweisen. Da dies jedoch von der Verwendung des Wortes “all” im Englischen ausgeht, kann dies ein wenig vom deutschen Sprachgebrauch abweichen. Im übrigen folgt eine kurze Liste:

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bébas

April 23, 2008

Mr. Arbee weist in einer seiner Sprachkolumnen auf einen interessanten syntaktischen Unterschied hin bzgl. der Bedeutung von bébas, je nach dem, ob sie mit einem Nomen oder einem Verb stehen. Das Beispiel aus seiner Kolumne:

  • bébas rokok: “rauchfrei”, auch als bébas dari rokok “frei vom Rauchen” umschreibbar.
  • bébas merokok: “frei zu rauchen”, auch als bébas untuk merokok “frei um zu rauchen” umschreibbar.

Weitere Beispiele: bébas pajak “steuerbefreit”, bébas makan dan minum “all-you-can-eat/drink”

Quinn weist noch darauf hin, bébas nicht mit cuma-cuma “kostenlos” und merdéka “frei von Fremdherrschaft, unabhängig”*) zu verwechseln:

  • Dengan imunisasi Indonésia akan bébas polio.
  • Dia mendapat makan dan minum cuma-cuma.
  • Indonésia menjadi merdéka pada tahun 1945.

*) wobei natürlich die Definition von merdéka so ähnlich wie bébas dari penjajahan “frei von Kolonialherrschaft” umschrieben werden kann.

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Haben ber-Verben Objekte?

April 22, 2008

Wir hatten ja schon mal die Frage aufgeworfen, ob es ber-Verben mit direkten Objekten gibt.

Worum es nicht geht

Zunächst ein paar Bemerkungen zu ber-Verben, die nur scheinbar ein Objekt aufweisen. Zum einen gibt es ber-Verben, die sich auf eine selbsgerichtete Handlung beziehen und daher mit diri “selbst” stehen können:

  • berdiam (diri) “schweigen”
  • berjemur (diri) “sonnenbaden, sich sonnen”
  • berhias (diri) “sich anziehen, sich zurechtmachen”

Sie müssen auch von den Fällen unterschieden werden, wo ber- eine Ableitung von einer Nominalphrase bewirkt. Hat das Kopfnomen ein Attribut, wird dieses mit abgeleitet, was dann zum Eindruck führt, daß ein ber-Verb ein Komplement hätte:

bersépatu “Schuhe tragen” ist von sépatu “Schuh” ableitet. Nun gibt es bersépatu hitam “schwarze Schuhe tragen”. hitam steht hier nicht als Komplement zu bersépatu, sondern vielmehr ber- steht für eine Ableitung von sépatu hitam “schwarze Schuhe”. D.h. die Grenzen können so gezogen werden: ber[sépatu hitam] und nicht [bersépatu] hitam.

Verben mit obyék non pasif

Sneddon (61, 266f) spricht von “those that take a complement”, und laut diesem Blogeintrag (J) nennen einige indonesische Sprachwissenschaftler das “obyék non pasif”. Zunächst ein paar Beispiele hierzu:

  • belajar bahasa Indonésia “Indonesisch lernen”
  • berbicara bahasa Jépang “Japanisch sprechen”
  • beternak ayam “Hühner züchten”
  • bermain olah raga “Sport treiben”
  • berpakaian piyama “Pyjama tragen”
  • bernyanyi lagu “ein Lied singen”
  • berisi air “Wasser enthalten”
  • berpindah tempat “den Ort wechseln”
  • berdagang barang-barang berharga “mit Wertgegenständen handeln”
  • berumur delapan tahun “18 Jahre alt sein”
  • bernama Idrus “Idrus heißen”
  • bertanam jagung “Mais anbauen”
  • berburu rusa “Rotwild jagen”
  • berjual ikan “Fisch verkaufen”

Alle obengenannten Verben ist gemein, daß die Objekte ein generisches Objekt bezeichnen, d.h. sie beziehen sich nicht auf eine spezifische Sache: bertanam jagung bezieht sich nicht auf eine bestimmte Maispflanze, und berburu rusa nicht auf ein bestimmtes Reh. Falls man sich auf etwas Bestimmtes beziehen will, muß man ein meng-Verb verwenden: menaman jagung (itu) “diese Maispflanze hier anbauen” und memburu rusa (itu) “dieses Reh jagen”. (bernama Idrus könnte allerdings eher eine Ableitung von der Nominalphrase nama Idrus “der Name Idrus”, wie im vorherigen Abschnitt angesprochen, sein.)

Als Sonderfall gewissermaßen mag bertukar “(aus)wechseln, (aus)tauschen” gelten, das mit einem Objekt stehen muß, welches jedoch in der Regel auch generisch ist:

  • Selama dua jam meréka duduk bertukar pendapat. “Zwei Stunden saßen sie und tauschten sich über ihre Meinung aus” (LDTI)

Es gibt noch einige andere intransitive Verben, die mit einem Nominalkomplement stehen können:

  • menjadi présiden “Präsident werden”
  • punya uang “Geld haben”
  • suka kopi “Kaffee mögen”
  • mau téh “Tee wollen”
  • tahu hal itu “diese Sache wissen”
  • merangkap menteri keuangan “gleichzeitig Finanzminister sein”
  • menyangkut masalah politik “mit politischen Angelengeheiten zu tun haben”

Nicht alle diese Verben sind vergleichbar mit den obengenannten ber-Verben, z.B. steht suka auch mit Präpositionalkomplement.

Schließlich können ein paar intransitive Verben ein bahwa-Komplement haben:

  • berharap “hoffen”
  • berkata “sagen”
  • berpikir “denken”
  • berpendapat, beranggapan “meinen”
  • sadar “bewußt sein”
  • lupa “vergessen”
  • ingat “erinnern”

Im Gegensatz zum Deutschen können diese Verben kein Nominalkomplement haben.

  • Dia berkata bahwa ibunya sakit. Er sagt, daß seine Mutter krank sei. (LDTI)

Keine transitiven Verben?

Daß diese Verben dennoch als intransitiv angesehen werden, liegt also zum einen daran, daß die Nominalphrase allenfalls ein generisches Objekt darstellt, was in vielen Sprachen der Welt zu einer reduzierten Transitivität führt. Zum anderen kann man als syntaktischen Nachweis anführen, daß diese Konstruktion nicht im Passivfokus oder in einer Passivkonstruktion stehen kann.


Sumba und Sumbawa

April 20, 2008

Die kleinen Sundainseln, ein Begriff, der im Indonesischen nicht mehr gebräuchlich ist, sondern durch Nusa Tenggara “Südostinseln” abgelöst worden ist. Bis 1959 formten sie eine Provinz, Sunda Kecil, und wurden dann in drei Provinzen geteilt: Bali, Nusa Tenggara Barat und Nusa Tenggara Timur. 1976 wird Osttimor annektiert und zur vierten Provinz Loro Sae, später Timor Timur. Seit der Unabhängigkeit Osttimors 2002 sind es dann wieder nur drei Provinzen. (Quelle)

Nusa Tenggara Barat umfaßt Lombok und Sumbawa, während Nusa Tenggara Timur sich auf Flores, Solor, Lembata und das Alor-Archipel und Sumba und Westtimor erstreckt.

lesser_sunda_islands.png

Und ja, ich verwechsle immer mal die Inseln Sumba und Sumbawa. Ich habe jetzt eine Eselsbrücke gefunden: SumbaWa gehört noch zur Provinz Nusa Tenggara Barat (West), während Sumba schon zur Provinz Nusa Tenggara Timur (Ost) gehört. Sumbawa gehört also in die Inselkette Jawa, Bali, Lombok, Sumbawa, Flores (Eselsbrücke: Jeder bessere Liebhaber schwatzt fiel), während Sumba eher Timor (Eselsbrücke: S vor T im Alphabet) gegenüberliegt.


istiméwa und peristiwa

April 18, 2008

Zwei Wörter, die ich manchmal verwechsele und die auch deswegen schwierig zu merken sind, da beide aus dem Sanskrit stammen…

istiméwa

“besonders/speziell”, vom Sanskrit àstàm eva “so sei es!”

  • Saya pernah berkunjung ke California. Menurut saya tidak ada yang istiméwa di sana.

Es gibt noch ein anderes Wort für “besonders/speziell”, khusus,das aus dem Arabischen stammt. Laut LDTI besteht der Unterschied jedoch darin, daß istiméwa etwas Außergewöhnliches bezeichnet, etwas, das ob seiner Einzigartigkeit heraussticht. khusus steht mehr für etwas Besonderes/Spezielles im Sinne von “nicht allgemein, gewöhnlich”:

  • Meréka belajar di sekolah khusus.

peristiwa

“Geschehnis (event), Vorfall (incident)”, vom Sanskrit prastàva “Gelegenheit”

    • Rupanya ada peristiwa yang menyedihkan, Bibi.

    Laut LDTI ist peristiwa gleichbedeutung mit dem malaiischen kejadian:

    • Menurut Seksi Jasa Meteorologi, kejadian ini disebabkan angin panas dari Australia.

    Laut KII bedeutet peristiwa auch “Phänomen”, aber Wikipedia scheint neben fénoména vor allem “natürliches Symptom”, gejala alam, zu bevorzugen. Auch alleinstehend kann gejala so etwas wie “soziales Phänomen, Trend in einer Gesellschaft” bedeuten:

    • Kenakalan remaja itu gejala yang cukup umum di kota-kota besar.

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    Der Präsident ist sauer…

    April 17, 2008

    Es ist zwar schon ein paar Tage her, aber letztens gab der indoneische Präsident eine Rede vor Distriktgouverneuren, und wurde ziemlich ärgerlich, als er ein paar der Herren Gouverneure schlafen sah:

    Ich finde es wegen der Hintergrundgeräusche extrem schlecht zu verstehen, aber laut diesem Blogeintrag sagte er folgendes (im Video entspricht es dem Zeitabschnitt 0:48-1:30):

    Itu coba bangunkan yang tidur itu. Kalau tidur di luar saja! Pimpinan bagaimana dapat memimpin rakyat kalau tidur! Malu dengan rakyat. Anda itu dipilih langsung oleh rakyat. Untuk mendengarkan pembicaraan untuk rakyat saja tidur! Jangan main-main dengan tangung jawab. Berdosa, bersalah dengan rakyat.

    Der letzte Satz ist nicht mehr im Videoausschnitt enthalten. Allerdings höre ich statt malu dengan rakyat eher malu pada rakyat, eine Konstruktion, die sicher zulässig ist, jedoch nicht so formell wie die wiedergegebene Variante. Es gibt eine Tendenz zum Präskriptivismus bei der schriftlichen Wiedergabe von gesprochener Sprache…

    Hier noch zwei Blogeinträge in englischer Sprache zum Thema, sowie ein Artikel in der gleichfalls englischsprachigen Jakarta Post.

    Zuguterletzt als Leseübung ein Artikel aus der Batam Post:

    Bupati Tidur, SBY Marah-marah

    Jakarta (B