Die Präsidentschaftswahlen in Indonesien…

Juli 9, 2009

… scheinen bereits in der ersten Runde entschieden worden zu sein. Zum zweitenmal in der Geschichte Indonesiens wurde der Präsident direkt vom Volk gewählt und diesmal scheint der neue Präsident auch der alte zu sein: Susilo Bambang Yudhoyono (SBY) scheint eine weitere Amtszeit sicher zu sein.

Eine kleine Auswahl von Artikeln aus der Blogosphäre:


Notizen zur Umgangssprache 3: an-Suffix

Juni 19, 2009

Ich hatte in einem früheren Beitrag (Teil I und Teil II) die Verwendung dieses Suffixes in der Standardsprache und einige seiner Verwendungsweisen in der Umgangssprache beschrieben. Mithilfe von Kapitel 2.6 von CJI möchte ich nun hier ein vervollstädigtes Bild zeichnen. Es ist zu beachten, daß aufgrund dieser Vorgeschichte dies keine bloße Wiedergabe von CJI ist, sondern eine Synthese verschiedener Quellen, inkl. IndoSlang.

Allgemeiner Überblick

Die Nachsilbe wird in der Standardsprache folgendermaßen verwendet, wie auch in einem früheren Beitrag beschrieben:

  1. Bildung von Nomen, abgeleitet von Nomen und Verben, teilweise mit Reduplikation
  2. Bildung von Adjektiven, in der Regel abgeleitet von Nomen und Adjektiven
  3. Bildung von Adverbien, in der Regel abgeleitet von Nomen, Verben und Adjektiven bei gleichzeitiger Reduplikation der Wurzel
  4. Bildung von reziprokalen Verben, wobei  hier noch das Präfix ber- hinzutritt und je nach Art der Analyse auch von einem Zirkumfix ber- -an die Rede sein kann.

Was 1.-3. angeht, gilt dies auch für die Umgangssprache, doch kommen zwei Verwendungsweisen hinzu, die für die Umgangssprache typisch sind:

  1. Komparativbildung bei Adjektiven, wie in dem besagten Beitrag ebenfalls kurz angeschnitten
  2. Ableitung von Adverbien von Adjektiven ohne Reduplikation der Wurzel

 Was 4. angeht, unterscheidet sich die Umgangssprache insofern, daß hier kein ber-Präfix auftritt, sondern mithin das -an-Suffix allein ausreicht, um ein reziprokales Verb zu bilden.

Komparativbildung bei Adjektiven

Komparativ bei Adjektiven, wobei dieselbe Konstruktion wie in der Standardspache, mit lebih laut Sneddon häufiger ist. baik “gut” hat, wie in vielen Sprachen der Welt, in der Umgangssprache eine Suppletivform: mendingan.

(1) Yang kencengan dikit, dong.

(2) Pinteran gua dibandingin elu. 

Ableitung von Adverbien

Manche Adjektive bilden auch Adverbialformen vermittels -an,  wobei dies anders als in der Standardsprache, wo dies in der Regel mit einer Reduplikation der Wurzel einhergeht, in der Umgangssprache nicht der Fall ist. Generell gilt aber, daß dies nicht übermäßig produktiv ist, die Bedeutung schwer vorhersagbar ist und daher von Fall zu Fall gelernt werden sollte.

Beispiele sind Wörter wie benaran von benar, auch barusan von baru, wobei man das eingeschobene /s/ beachte.

(3) Murah! Beneran murah!

Bildung von reziprokalen Verben

Ich verzichte hier auf Beispiele, da dieser frühere Beitrag bereits viele enthällt. CJI weist jedoch darauf hin, daß es einige Verben auf -an in der Umgangssprache gibt, die kein Gegenstück auf ber- -an in der Standardsprache aufweisen. (4) zeigt ein nicht-reziprokales Verb, latihan “trainieren”, welchem in der Standardsprache berlatih entspricht, und (5) ein reziprokales Verb temenan “befreundet sein mit”, das in der Standardsprache berteman ist (es könnte sich hierbei um einen Fall von Haplologie handeln, ähnlich wie beim dt. Zauberer vs. Zauberin)

(4) Lagi latihan tablo.

(5) Mungkin gua lebih milih temenan sama céwék Barat.

 

Den Rest des Beitrags lesen »


Notizen zur Umgangssprache 2: ke-Präfix

Juni 12, 2009

Die in Kapitel 2.3 und 2.4 behandelten Verbpräfixe ber- und meng- habe ich an anderer Stelle schon behandelt. In Kapitel 2.5 geht es um das ke-Präfix, das in der Umgangssprache einige Funktionen von ter- übernehmen kann, und welches von vielen Sprachpuristen als nichtstandardsprachlich abgelehnt wird.

Das ter-Präfix in der Standardsprache

Zunächst müssen wir uns in Erinnerung rufen, in welchen Funktionen ter- in der Standardsprache verwendet wird:

  1. Superlativ von Adjektiven: terbaik “am besten”, terendah “am niedrigsten”
  2. feststehende adverbiale Ausdrücke: terlalu “zu sehr”, termasuk “inklusive”, ternyata “klar”, terserah “das hängt von dir ab“, terutama “insbesondere”.
  3. Es kann auch mit Verben stehen: a. stativische Verben, die einen Zustand bezeichnen wie terletak “sich befinden” oder tertulis “geschrieben stehen”; 3b. nonintentionale Verben (”accidental verbs”), die ein unkontrollierbares Ereignis bezeichnet, je nach Verb kann dies ein ungewolltes, unerwartetes, urheberloses, unbeabsichtigtes oder plötzliches Ereignis sein;  3c.  abilitative Verben, die aussagen, daß das Subjekt in der Lage ist, die Handlung auszuführen (oder nicht, bei entsprechender Negation).

Ersetzung durch ke- bei nonintentionalen und bei abilitativen Verben

ke- kann in der Umgangssprache nur bei  3b. und 3c. an Stelle von ter- treten, welches jedoch auch in der Umgangssprache auftreten kann. Sehen wir uns zunächst Beispiele für 3a., 3b. und 3c. mit ter- in der Umgangssprache an, (1) ist ein Beispiel für 3a, (2) für 3b und (3) für 3c:

(1) gua suka ngeliat céwék-céwék yang rambutnya panjang dan terawat.

(2) tapi kalo dia terpaksa, ya gua kasian gitu. 

(3) trus benda-benda yang tidak terlihat, misalnya kayak santet segala macem, itu lebih gampang masuk ke rumah.

Wie oben erwähnt, kann bei einem stativischen Verb wie in (1) ke- nicht an die Stelle von ter- treten, wohl aber ist es bei (2) und (3) möglich. (4) ist ein entsprechendes Beispiel für ein nonintentionales Verb und (5) für ein abilitatives:

(4) kadang-kadang Trisna bilang, “San, jangan kemakan ama cinta aja”.

(5) tulisannya kebaca, nggak?

Ein wichtiger Hinweis ist noch, daß in den Kombinationen ter- -kan und ter- -i weder das Präfix durch ke- noch das Suffix durch -in ersetzt werden kann.  

ke-Verben ohne ter-Widerpart

Einige Verben in der Umgangssprache treten mit ke- auf, ohne daß sie in der Standardsprache sonst mit ter- stehen würden. Sie scheinen auch keine Ableitung darzustellen. Dies scheint ein Einfluß des Javanischen zu sein:

  • ketemu “treffen”, wofür in der Standardsprache in der Regel bertemu steht
  • kepengen “wollen”, welches in der Umgangssprache auch suffixlos pengen gebraucht wird. Beide entsprechen dem standardsprachlichen ingin
  • keterima “angenommen werden (Bewerbung o.ä.)” hat in der Standardsprache kein *terterima, nur diterima. Gua ngelamar, belom tentu keterima. “Ich habe mich beworben, aber es ist noch unklar, ob ich angenommen werde.”
  • ketimbang “verglichen mit” (ohne Präposition!) ist standardsprachlích dibandingkan dengan. Als Übergangsform zwischen Standardsprache und Umgangssprache gibt es auch dibandingin. Itu lebih puas ketimbang harus kerja. “Das ist besser als arbeiten zu müssen”.
  • ketewa “lachen” hat zwar eine Entsprechung mit ter- in der Standardsprache, nämlich tertawa, aber es ist einer Erwähnung wert, weil die Form mit ter- in der gesprochenen Sprache praktisch nichtexistent ist. Selbst in Meetings fällt tertawa in Sneddons Daten nur ein einziges Mal.

Notizen zur Umgangssprache 1: initiales /s/

Juni 5, 2009

Dies ist der erste Beitrag, der auf Sneddons Colloquial Jakarta Indonesian basiert, eine Untersuchung der modernen Jakartaer Umgangssprache. Kapitel 2.0 und 2.1 besprechen von mir bereits in mehreren Beiträgen erwähnte phonologische Veränderungen in der Umgangssprache, 2.1 geht insbesondere auf den Wechsel von /a/ zu Schwa in manchen Wörtern in der Umgangssprache ein. In Kapitel 2.2 behandelt er vier sehr häufige Wörter, bei der in der Umgangssprache initiales /s/ entfällt:

  • saja wird zu aja (”nur”)
  • sudah wird zu udah (”gerade, schon”)
  • sama wird zu ama (”mit”)
  • sampai wird stets zu sampe, und oft auch zu ampe (”bis”)

aja und udah

Für saja und sudah gibt Sneddon auch Zahlen an: in Unterhaltungen und in (von Helfern durchgeführten informellen) Interviews werden die informalen s-losen Varianten zu mehr als 90% verwendet, aber auch in Meetings tritt aja zu über 50% und udah zu immerhin rund 30% auf.

(1) Dia diem-diem aja, ya?

(2) Udah siap-siap buat kuliah, belom?

ama

Das Verhältnis zwischen sama und ama ist komplizierter. sama gerade in der Umgangssprache ist ein so vielseitig verwendbares Wort, daß es einen eigenen Beitrag verdient. Die s-lose Variante kann, wenn auch nicht übermäßig häufig, auftreten, wo sama als Präposition verwendet wird wie in (3) und (4).

(3) Gua bingung ama nyokapnya dia loh.

(4) gua dijemput ama Fido.

sama kann auch als Adjektiv im Sinne von “gleich” verwendet werden, wo es nicht ersetzt werden kann.

(5) Kebetulan hobinya sama.

Auch in verschiedenen Wendungen kann es nicht ersetzt werden, als Beispiel werden sama sekali (tidak) “überhaupt (nicht)”, sama dengan “dasselbe wie” und kerja sama “zusammenarbeiten” genannt. Letzteres steht aber mit der Präposition sama, welche dann wie in (6)  ohne /s/ stehen kann:

(6) Buka sekola balet, kerja sama ama orang Korea.

ampe

Sneddon gibt keine Zahlen, sondern sagt lediglich, daß sampai, welches laut den phonologischen Regeln der Umgangssprache stets sampe gesprochen wird, “manchmal” auch sein /s/ verlieren kann.

(7) Kok brani sih ampe pinjem duit ke orangtuanya gitu?

Die Übersetzungen der Beispielssätze folgen

Den Rest des Beitrags lesen »


Die Umgangssprache des Indonesischen

Juni 3, 2009

Bei jeder “großen” Sprache*) gibt es gewisse Unterschiede, wie sie im Alltag verwendet wird, und wie sie in offiziellen Situationen verwendet wird, in der Schule und Universität, in der Privatwirtschaft und in der Regierung. Ersteres wird von Kindern ganz natürlich erworben, und letzteres muß mühsam erlernt werden. Der Einfachkeit halber werde ich das eine als Umgangssprache bezeichnen und das andere als Standardsprache.

Auch beim Indonesischen gibt es diese Unterschiede, die sich in Aussprache, Grammatik und Wortschatz zeigen. Verkompliziert wird das Bild jedoch dadurch, daß es zwar auf der einen Seite eine kodifizierte Standardsprache gibt, das sogenannte Bahasa Indonésia yang baik dan benar “das gute und richtige Indonesisch”, dem aber viele verschiedene regionale Varianten der indonesischen Umgangssprache stehen, die zweifelslos auch von den zahlreichen Regionalsprachen beeinflußt sind. In diesem Beitrag zur Verbmorphologie z.B. können selbst für Jakarta zwei Varianten unterschieden werden, das sogenannte Jakarta-Indonesisch und das Betawi, die Umgangssprache der altansässigen Einwohner Jakartas, die prozentual heute nur noch einen verschwindend geringen Anteil darstellen.

Eines der Anliegen dieses Blog ist es, neben den verschiedenen Aspekten der Standardsprache auch die Umgangssprache zu behandeln, zumal diese häufig im Indonesisch-als-Fremdsprache-Unterricht vernachlässigt wird, Beiträge zum Thema Umgangssprache sind hier zun finden. Zudem erwähne ich  in der Bibliographie u.a. zwei Bücher zum Jakarta-Indonesischen, Indonesisch Slang von Bettina David, und Colloquial Jakarta Indonesian von Robert Sneddon. Auch Searching for structure – The problem of complementation in colloquial Indonesian conversation von Robert Englebretson hat ein einführendes Kapitel, das die Eigenheiten der Umgangssprache, hier basierend auf der Variante von Yogyakarta, bespricht.

Gerade Sneddons Werk ist eine recht ausführliche Beschreibung der grammatischen Eigenheiten der indonesischen Umgangssprache, so daß ich in unregelmäßigen Abständen hier eine Serie von Beiträgen verfassen möchte, die die verschiedenen Bereiche anspricht, die Sneddon in CJI behandelt. Die Serie wird den Titel ”Notizen zur Umgangssprache” tragen.

*) bei nicht verschriftlichten Sprachen von Minderheiten ist es häufig so, daß die offiziellen Funktionen von der Amtssprache des betreffenden Landes übernommen werden. In Indonesien ist das Bild komplizierter, denn neben der einzigen Amtssprache Indonesisch gibt es an die 800 Regionalsprachen. Viele von ihnen haben eine sehr kleine Sprecherzahl, aber Sprachen wie das Javanische, Sundanesische, aber auch das Balinesische, haben Millionen von Sprechern und auch eine schriftsprachliche Tradition. Diese Sprachen, allen voran die größte Sprache, Javanisch, üben auch einen ungeheuren Einfluß auf das Indonesische aus, was vor allem in der Alltagssprache  zu vielen Entlehnungen geführt hat.


Links 5

Juni 2, 2009

Diesmal Links zum Thema Sprachenlernen:

  • Ich habe einen weiteren Blog gefunden, der sich an Indonesischlernende richtet, wiederum auf englisch. Leider scheint der Blog seit März 2008 nicht mehr aktiv zu sein, aber in bislang 28 Lektionen gibt der Autor eine hilfreiche und systematische Starthilfe für Beginner.
  • Der Autor von Kata-kata Indonesia hat ein japanischsprachiges Blog gestartet, das sich an Indonesischlernende richtet. Nach 15 Einträgen zum Thema Aussprache gibt es seit August 2008 keine neuen Einträge mehr.
  • Auf dieser Website erläutert der Autor (Hinweis: der Autor studiert in Dresden und ist offen für Kontakte zu Deutschsprachigen vor Ort, ggf. bitte per Website kontaktieren) in drei Einheiten auf indonesisch die Grammatik des Deutschen. Eine gute Ergänzung zu diesem inaktiven indonesischsprachigen Blog zum selben Thema.

Präfixlose Verben

Mai 31, 2009

Wir wollen uns nun einem wichtigen Phänomen der Umgangssprache widmen, dem der präfixlosen Verben. Hierbei gibt es drei verschiedene Arten: Verben, die stets ohne Präfix auftreten (sog. kata aus), intransitive Verben, die in der Standardsprache normalerweise mit dem Präfix ber- stehen, und transitive Verben, die in der Standardsprache normalerweise mit dem Präfix meng- stehen. Um zu verstehen, wie diese Verben in der Umgangssprache verwendet werden, müssen wir auf dem aufbauen, was in der Standardsprache üblich ist.

kata aus

Einige häufig verwendete Verben stehen stets ohne Präfix. Sneddon listet die folgenden Verben (als Auswahl!) auf:

  • bangun “aufwachen”
  • benci “hassen”
  • cinta “lieben
  • datang “kommen”
  • duduk “sitzen”
  • gagal “scheitern”
  • hidup “leben”
  • ikut “folgen”
  • ingat “erinnern”
  • jatuh “fallen”
  • kembali “zurückkommen”
  • lenyap “verschwinden”
  • lulus “(Prüfung o.ä.) bestehen”
  • lupa “vergessen”
  • mandi “waschen”
  • masuk “betreten, hineingehen”
  • mati “sterben”
  • menang “gewinnen”
  • mulai “beginnen”
  • percaya “glauben”
  • pergi “gehen”
  • pindah “umziehen”
  • pulang “nach Hause gehen”
  • selesai “enden”
  • tahu “wissen”
  • tenggelam “sinken”
  • terbang “fliegen”
  • tiba “ankommen”
  • tidur “schlafen”

Diese Verben sind sämtlich intransitiv und stehen immer ohne Präfix. Man beachte, daß manche transitive Verben mit entsprechender Affigierung bilden können, z.B. menidurkan “zu Bett bringen” von tidur “schlafen”, oder mencintai “lieben” von cinta “lieben”.

intransitive Verben auf ber-

Die weitaus größte Anzahl von intransitiven Verben tritt mit dem ber-Präfix auf, das auch äußerst produktiv Verben von Nomen ableitet. In der Umgangssprache kann es laut Sneddons CJI bei einigen wenigen Verben weggelassen werden, wie z.B. bei (ber)jalan “gehen”, (be)kerja “arbeiten” (ber)tanya “fragen”, (ber)pikir “denken” und (ber)bicara “sprechen”. Diese Verben treten in der Umgangssprache mehrheitlich präfixlos auf, d.h. in der Umgangssprache sind sie zu den kata aus zu rechnen. (Eine weitere Kategorie sind ber- -an-Verben mit reziprokaler Bedeutung, bei denen in der Umgangssprache durchweg das ber- entfällt, was jedoch an anderer Stelle diskutiert wird.)

Ansonsten ist laut Sneddon dieses Präfix auch in der Umgangsprache recht häufig, wobei es selten zu be- reduziert werden kann, was einen Einfluß des Betawi darstellt: kita bedua “wir zwei”, bedarah “bluten” und becanda “scherzen”. (In bekerja ist eine in der Standardsprache regelmäßige Reduktion aufgrund des /r/ in der Wurzel)

transitive Verben auf meng-

Mit einigen häufigen Verben kann auch in der Standardsprache Ausfall des Präfix eintreten, zu nennen wären hier makan, minum, minta, mohon. Teilweise gibt es auch Bedeutungsunterschiede: während dapat sowohl “können” als auch  ”bekommen” bedeuten kann, hat die präfigierte Form mendapat nur die Bedeutung “bekommen”. Eine weitere Ausnahme stellt das Verb mengerti dar. Ursprünglich kommt dies von der Wurzel arti “Bedeutung”, aber das Präfix meng- scheint als Teil der Wurzel reanalysiert worden zu sein, denn in der Passivform fällt dies in der Regel nicht aus, so daß wir Formen wie dimengerti “verstanden werden” vorfinden.

In der Umgangssprache steht in der Regel anstelle des meng-Präfix eine reduzierte Form ng-. Wie wir schon festgestellt haben, sind aber die Grenzen zwischen Umgangssprache und Standardsprache fließend, so daß Sprecher auch zwischen meng- und ng-Präfix hin- und herwechseln.Wouk (2004)  hat die Formen mit meN- und N- verglichen und kommt zum Schluß, daß neben einem Unterschied an Formalität meng-Formen einen geringeren Grad an Transitivität aufzuweisen scheinen als die ng-Formen.

Gleichzeitig ist es in der Umgangssprache sehr häufig, daß transitive Verben ganz ohne Präfix auftreten. Dies ist aber nicht komplementär wie bei ber-, sondern als ein Nebeneinander zu verstehen.  Wouk (2004a) vergleicht präfigierte und unpräfigierte transitive Verben. Die folgenden Formen wurden hier verglichen

  • die klar mit meN- oder N- markierten Verbformen wurden als actor trigger (AT) definiert
  • die klar mit di- markierten Formen und die Verbformen, die direkt ein enklitisches Pronomen aufweisen (kukontrak / saya kontrak “von mir gemietet”), wurden als patient trigger (PT) definiert.
  • alle affixlosen Verbformen, deren synktaktische und diskursivische Eigenschaften mit denen von AT und PT verglichen wurden.

Im großen und ganzen kommt Wouk (2004a) zum Schluß, daß die affixlosen Verbformen sich eher wie AT-Formen verhalten und daher als Variante von diesen zu sehen sind, was auch dem von mir hier gewählten Ansatz entspricht. Jedoch gibt es Abweichungen in drei Punkten:

  • Modus: Während AT-Formen zu 60% im Indikativ stehen und zu 40% im Irrealis, gleichen sich PT-Formen und affixlose Verbformen darin, daß sie jeweils zu 80% im Indikativ auftreten.
  • Aktionsart: Während AT-Formen zu 70% bei punktuellen Verben (eine abgeschlossene Handlung bezeichnend) stehen, ist dies bei PT-Formen und affixlosen Formen nur bei rund 30%-40% der Fall.
  • Narrative Zeitachse: In der Diskurslinguistik wird zwischen Verben unterschieden, die eine Handlung in der narrativen Zeitachse bezeichnen (”foregrounding”) und solchen, deren Handlung nicht auf der narrativen Zeitachse liegt (”backgrounding”). Zwar ist eine  solche Einteilung bei Unterhaltungen naturgemäß schwierig, aber auch hier scheint der Trend klar: während AT-Formen nur bei 25% der Fälle auf der narrativen Zeitachse, geschieht dies bei PT-Formen und affixlosen Formen bei 40%-50%.

 Es läßt sich also festhalten, daß affixlose Formen im Grunde AT-Formen sind, die in einigen Aspekten eine geringere Transitivität aufweisen. Wichtig für den Lernenden: dies sind lediglich Tendenzen, doch die Ergebnisse deuten darauf hin, daß man als Nichtmuttersprachler die affixlosen Formen und die AT-Formen frei variieren kann. Ein Gespür für die genaueren Nuancen kann man nur durch langjährige Sprachpraxis erwerben.

Intransitive Verben auf meN-

Wie Sneddon feststellt, gibt es einige intransitive Verben auch auf meN-. Die Zahl ist bei weitem geringer als die der transitiven, aber die folgende Liste stellt nur einen Ausschnitt dar:

  • menangis  (Wurzel tangis) “weinen”
  • mendidih (Wurzel didih) “kochen”
  • menyerah (Wurzel serah) “aufgeben, kapitulieren”
  • mengungsi (Wurzel ungsi) “fliehen”
  • melapor (Wurzel lapor) “Meldung machen”
  • meledak (Wurzel ledak) “explodieren”
  • menyanyi (Wurzel nyanyi) “singen”
  • menyuruk (Wurzel suruk) “sich ducken, sich verstecken”
  • mengeluh (Wurzel keluh) “sich beschweren”
  • menelentang (Wurzel lentang) “sich auf den Rücken legen”
  • meluncur (Wurzel luncur) “rutschen”
  • menginap (Wurzel inap) “übernachten”
  • menikah (Wurzel nikah) “heiraten”
  • melompat (Wurzel lompat) “springen”

Wichtig ist, daß diese Verben in der Umgangssprache nie affixlos auftreten können. Jedoch kann auch hier das meng-Präfix gemäß den in der Umgangssprache üblichen Regeln zu ng- reduziert werden: menangis wird zu nangis, menikah zu nikah, und so fort.

Manchmal gibt es Variation bei manchen intransitiven Verben, die sowohl mit ber- als auch mit meN- stehen können, oder auch präfixlos. Bei manchen gibt es keinen Bedeutungsunterschied (Quelle Sneddons ICG):

  • bernyanyi, menyanyi “singen”
  • berderit, menderit “schreien”
  • berteduh, mendeuh “Zuflucht suchen”
  • berdengkur, mendengkur “schnarchen”
  • berbekas, membekas “eine Spur hinterlassen”
  • berdoa, mendoa “beten”
  • bersebar, menyebar “sich ausweiten”
  • berludah, meludah “spucken”

Bei manchen gibt es einen klaren Bedeutungsunterschied (Quelle Sneddons ICG):

  • tinggal “wohnen” und meninggal “sterben”
  • pulang “nach Hause gehen” und berpulang “sterben”
  • lari “rennen, fliehen, entkommen” und berlari “laufen”

Das meng-Präfix in der Umgangssprache

Mai 27, 2009

In einem früheren Beitrag war davon die Rede, wie das meng-Präfix in der Standardsprache funktioniert. Nun wollen wir uns ansehen, wie dies in der Umgangssprache aussieht. Ich möchte mich bei der Beschreibung jedoch auf den Kernwortschatz beschränken, und zwar aus folgenden Gründen:

  • Ich habe an anderer Stelle bemerkt, daß der Unterschied zwischen der informellen Umgangssprache und der formalen Standardsprache fließend sind. Gerade gebildete Sprecher neigen dazu, den Grad der Formalität der jeweiligen Situation anzupassen. Fremdwörter gehören typischerweise einem formalen Register an, so daß man hier problemlos den Regeln der Standardsprache folgen kann.
  • Angesichts der geringen Anzahl von Beschreibungen der informellen Umgangssprache fehlen gute linguistische Beschreibungen, die Verben aus dem Fremdwortschaft abdecken. Google liefert bei einzelnen Verben Hinweise, daß wie beim Standardwortschaft bei einigen häufig gebrauchten Verben eine entsprechende Anpassung auch hier zu erwarten ist, aber genauere Untersuchungen stehen hier noch aus.

In der Standardsprache tritt das meng-Präfix in drei Allomorphen auf: meng-, meN- und me-:

  1. meng-: Bei Wurzeln, die mit Vokal oder h (h wird häufig in der Phonetik als Pseudofrikativ bezeichnet, da in der Regel keine Friktion vorliegt) bleibt meng- so, wie es ist.
  2. Assimilation von meng-: Bei Wurzeln, die mit einem Obstruenten (p, t, k, b, d, g, s, c, j) beginnen, tritt Assimilation an den Artikulationsort ein, mit gleichzeitigem Ausfall von stimmlosen Obstruenten mit Ausnahme von c, während stimmhafte Obstruenten (und c) erhalten bleiben.
  3. me-: Bei allen Sonoranten (m, n, ng, ny, l, r) wird meng- zu me-.

In der Umgangssprache kann man auch nicht mehr vom meng-Präfix sprechen, sondern eher vom ng-Präfix, da me- regelmäßig wegfällt. Das Präfix tritt in drei bis vier Allomorphen auf, die anders verteilt sind als die der Standardsprache:

  1. Assimilation von ng- mit Ausfall: bei stimmlosen Obstruenten (p, t, k, s, c) tritt genauso wie in der Standardsprache eine Assimilation der Anfangslautes der Wurzel ein, bei gleichzeitigem Ausfall derselben, d.h. effektiv wird nur der Anfangslaut zum Nasal mit gleichem Artikulationsort. D.h. pake “benutzen” wird zu make, tulis “schreiben” zu nuliskirim “senden” zu ngirim, suruh “veranlassen” zu nyuruh. Anders als in der Standardsprache stellt /c/ hierbei keine Ausnahme dar: cari “suchen” wird ganz regelmäßig zu nyari.
  2. Assimilation von ng- ohne Ausfall: bei den stimmhaften Obstruenten (b, d, g, j) gibt es einige Sprecher, die ebenfalls das Präfix entsprechend assimilieren, und den Obstruenten beibehalten. Beispielsweise wird bayar “bezahlen” zu mbayar, dukung “unterstützen” zu ndukunggonggong “bellen” zu nggonggong und jemput “abholen” zu njemput. Dies entspricht den Gegebenheiten im Javanischen und tritt vor allem bei älteren Sprechern mit javanischen Hintergrund auf. Selbst bei diesen Sprechern scheint dies jedoch seltener aufzutreteden als die allgemein übliche Variante, nämlich nge-, welches weiter unten besprochen wird.
  3. ø-: vor Nasalen steht in der Regel eine Nullform, obwohl Sneddons CJI zwei Verben auf /n-/ erwähnt, die auch mit nge- belegt sind: nge-noda-in “beflecken” von noda und nge-nilai “bewerten” von nilai. In der Regel findet man jedoch Formen wie mainin “spielen”, nikmati “genießen”, nyanyi “singen” usw.
  4. nge-: kann vor allen anderen Konsonanten stehen, mit Ausnahme von /p, t, k, s, c/. Bei /l, r, h, y/ ist es die einzig mögliche Form:  liat  “sehen” wird zu ngeliatrasa “fühlen” zu ngerasa, hancur-in “vernichten” zu ngehancurin, yakin-in “überzeugen” zu ngeyakinin*. Bei /b, d, g, j/ ist es die häufigere Form, die unter 2. genannten Beispiele wären entsprechend ngebayar “bezahlen”, ngedukung “unterstützen”, ngegonggong “bellen” und ngejemput “abholen”. Bei den Nasalen /m, n, ng, ny/ ist es eher üblich, daß eine Nullform bzw. gar kein Präfix steht. Bei Vokalen steht ng-, wobei in der Umgangssprache zu beachten ist, daß wortinitiales /h-/ sehr oft ausfällt und dieselbe Regel zur Anwendung kommt. Beispiele: ajar “lehren” wird zu ngajar, erti “verstehen” wird zu ngerti**,  und das oben angeführte hancur-in “vernichten” kann bei Ausfall von /h/ entsprechend ngancurin.

Zwei weitere Anmerkungen: anders als in der Standardsprache unterliegt auch das Präfix per- dem Ausfall, d.h. während es in der Standardsprache memperhatikan “beachten” heißt, ist es in der Umgangssprache merhatiin. Es sollte aber beachtet werden, daß kausativisches -kan in der Umgangssprache häufig durch eine periphrastische Konstruktion mit kasih “geben” ersetzt wird, was wir aber ebenfalls an andere Stelle besprechen wollen.

Die zweite Anmerkung bezieht sich auf den Einsatz von nge-, ähnlich menge- in der Standardsprache, bei einsilbigen Verbwurzeln, Wurzeln mit Konsonsantenclustern und bei als fremd empfunden Wurzeln:

  1. ngepak “packen”, ngetés “testen”, ngecék “prüfen”. Da einsilbige Wurzeln dem Malaiischen fremd sind, handelt e ssich in der Regel um Lehnwörter.
  2.  ngetrénd “zum Trend werden”, ngestabilin “stabilisieren”. Auch hier gilt: da wortinitiale Konsonantencluster dem Malaiischen fremd sind, sind dies Fremdwörter.
  3. daher liegt es nahe, daß dies auch bei ad-hoc-Entlehnungen aus dem Englischen zum Einsatz kommt: nge-handle, nge-back-up, nge-cut. (vgl. Beitrag zu nge-freeze, nge-hang)

 

*Mir ist klar, daß Wörter auf /y/ nicht zum Kernwortschatz gehören. Da dies jedoch ein Beispiel aus Sneddons CJI ist, habe ich beschlossen, dies nichtsdestotrotz ebenfalls aufzuführen.

**mengerti/erti verhält sich in beiden Registern ein wenig unregelmäßig, was aber einen eigenen Beitrag wert ist.


Selamat Hari Kartini

April 21, 2009

Heute ist der 130. Geburstag von Raden Adjeng Kartini, einer javanischen Adligen, die als Vorreiterin der Frauenrechte im kolonialen Niederländisch-Indien galt. Sie starb jung, im Alter von 25 Jahren, und war die Viertfrau eines javanisches Regenten und setzte sich zeitlebens für die Rechte der Frauen und andere soziale Angelegenheiten ein. Der erste Präsident Indonesiens, Sukarno, erklärte 1964 Kartinis Geburtstag zum Gedenktag, was bis zum heutigen Tag umstritten ist, da es viele andere Frauen gebe, die sich viel mehr um die Emanzipation der Frauen in Indonesien verdient gemacht hätten. Ein Vorschlag war, den Kartini-Tag mit dem Muttertag am 22. Dezember zusammenzulegen.

Der heutige Tag wird in der Regel so begangen, daß traditionelle Kleidung getragen wird und mancherorts besondere Aktivitäten veranstaltet werden, wie z.B. Wettbewerbe, bei denen Ausländer javanische Gedichte vortragen (die Verbindung zu Kartini könnte neben der Tatsache, daß sie eine javanische Adlige war, sein, daß sie sich auch um die Verständigung zwischen Ost und West bemühte, so sprach sie fließend Niederländisch und hatte regen Briefkontakt in die Niederlande).

Der indonesischsprachige Artikel aus der Wikipedia zum Thema ist übrigens hervorragend geschrieben, hier der erste Absatz:

Raden Adjeng Kartini atau sebenarnya lebih tepat disebut Raden Ayu Kartini, (lahir di Jepara, Jawa Tengah, 21 April 1879 – wafat di Rembang, Jawa Tengah, 17 September 1904 pada umur 25 tahun) adalah seorang tokoh Jawa dan Pahlawan Nasional Indonesia. Kartini dikenal sebagai pelopor kebangkitan perempuan pribumi.

Wortliste folgt unten.

Den Rest des Beitrags lesen »


Indonesien wählt…

April 9, 2009

Mit dem 9. April tritt also das pésta démokrasi (wie dieser Artikel erklärt, scheint dieser Begriff unter Suharto aufgekommen zu sein), dessen Vorbereitungen schon seit Monaten auf Hochtouren laufen, in seine erste heiße Phase. Heute wurden die beiden Kammern des nationalen Parlaments gewählt, das DPR (Déwan Perwakilan Rakyat) und das DPD (Déwan Perwakilan Daérah).

  • das DPR ist das Unterhaus und besteht aus 560 Abgeordneten, die entsprechend dem Stimmengewicht der einzelnen Parteien vergeben werden. Es besteht eine 2,5%-Hürde. Insgesamt bewerben sich 11.000 Kandidaten.
  • das DPD ist ein Oberhaus mit eingeschränkter Kompetenz und hat 132 Sitze, für jede Provinz vier. Hier gibt es relativ wenige Kandidaten, nur etwa 1.100.
  • Gleichzeitig finden dann noch die Wahlen zum DPRD Provinsi (Déwan Perwakilan Rakyat Daérah Provinsi) statt, also zu den Provinzparlamenten, hier wird es für die knapp 2.000 Sitze 112.000 Kandidaten geben. Außerdem werden noch die Stadträte der bezirksfreien Städte, auch DPRD Kota genannt (Déwan Perwakilan Rakyat Daérah Kota), bestimmt, hierbei gibt es fast 1,5 Millionen Kandidaten auf 15.570 Sitze. Nicht zur Wahl standen diesmal die DPRD Kabupaten, die Bezirksparlamente, ansonsten wäre logistisch wohl gar nichts mehr gegangen…

Die Wahl zum DPR ist auch von Bedeutung, da für die dann folgenden Präsidentschaftswahlen die Kandidaten die Unterstützung von mindestens 25% der Abgeordneten im Parlament haben müssen. Bei der letzten Wahl 2004 hatte keine der Parteien aus eigener Kraft so viele Sitze erreichen können, so daß sich Wahlkoalitionen gebildet hatten. Daher erklärt sich auch, daß der 2004 siegreiche Susilo Bambang Yudhoyono (SBY) von der kleinen Partai Demokrat zusammen mit Yusuf Kalla von der viel größeren Golkar als Vizepräsidentschaftskandidat ins Rennen ging. Nach der Wahl zum Parlament im April ist es drei Monate dann soweit: Am 8. Juli wird dann der Präsident direkt vom Volk gewählt,  wobeies zu einer Stichwahl am 8. September kommen könnte, falls die folgende Bedingungen (laut Wikipedia) nicht erfüllt sein sollten:

Pasangan calon Presiden dan Wakil Presiden yang mendapatkan suara lebih dari 50% dari jumlah suara dalam pemilihan umum dengan sedikitnya 20% suara di setiap provinsi yang tersebar di lebih dari setengah jumlah provinsi di Indonesia, dilantik menjadi Presiden dan Wakil Presiden.

(pasangan: Paar, tersebar: verteilt, verstreut, melantik: installieren, inaugurieren)

Ich hatte in einem früheren Beitrag die Namen verschiedener indonesischer Parteien aufgelistet, hier möchte ich kurz die Zusammensetzung des jetzigen Parlaments wiedergeben, das sich ja jetzt ändern wird:

Fraksi Jumlah Anggota Ketua
Fraksi Partai Golongan Karya (F-PG) 129 Priyo Budi Santoso
Fraksi Partai Demokrasi Indonesia Perjuangan (F-PDIP) 109 Tjahjo Kumolo
Fraksi Partai Persatuan Pembangunan (F-PPP) 58 Endin J Soefihara
Fraksi Partai Demokrat (F-PD) 57 Sukartono Hadiwarsito
Fraksi Partai Amanat Nasional (F-PAN) 53 Abdillah Toha
Fraksi Partai Kebangkitan Bangsa (F-PKB) 52 Ida Fauziyah
Fraksi Partai Keadilan Sejahtera (F-PKS) 45 Mahfud Sidik
Fraksi Partai Bintang Reformasi (F-PBR) 14 Rusman Ali
Fraksi Partai Damai Sejahtera (F-PDS) 13 Constant M. Ponggawa
Fraksi Bintang Pelopor Demokrasi (F-BPD) 20 Jamaluddin Karim

Die Regierung wird wie oben erwähnt zur Zeit gestellt von einer Golkar-PD-Koalition.

Im Vorfeld hatte es Befürchtungen wegen möglicher Manipulation der Wählerlisten gegeben (s. diesen Artikel), auch weil diesmal das Wahlrecht geändert worden ist, daß die Wähler die Möglichkeit haben, nicht nur für eine Wahlliste einer Partei zu wählen, sondern auch einzelne Kandidaten zu präferieren (vergleichbar dem auch in manchen deutschen Bundesländern üblichen Panaschierens). Ich habe bis jetzt keine schöne graphische Darstellung des ganzen finden können, aber hier gibt es eine Darstellung, die zeigt, daß man den Haken (tanda céntang genannt) entweder bei der Parteiliste oder bei den einzelnen Kandidaten setzen kann. Dort gibt es zudem eine schöne Abbildung, die beschreibt, wie ein Haken zu machen ist:

acuan_tanda_centang

(ujung: Spitze, also hier der eigentliche Haken, acuan: Bezug(spunkt) )

 Aber anscheinend werden auch andere Symbole akzeptiert, wie hier oder hier besprochen, wie z.B. Kreuz (silang, als Verb menyilang), und senkrechte Linien (garis datar).

 

 

Es war bei früheren Wahlen üblich gewesen, auf dem Wahlzettel seine Wahl durch ein Loch (eine Art “Durchstechen”) zu markieren, was mencoblos hieß. Das diesmal präferierte Häkchenmachen wird ja mencontreng genannt, weswegen das Wahlvolk auch immer wieder aufgerufen wurde: mencontreng, bukan mencoblos. Megawati Sukarnoputri von der PDI-P, wahrscheinliche Herausforderin von SBY, rief unlängst aber ihre Anhänger auf, nicht zu mencontreng, sondern zu mencoblos:

Ketua Umum Partai Demokrasi Indonesia Perjuangan Megawati Sukarnoputri mengajak seluruh simpatisannya mencoblos, bukan mencontreng dalam pemilihan umum legislatif 9 April mendatang. Calon presiden dari PDIP ini menilai mencontreng dalam memilih dapat membingungkan rakyat. Dan, bukan tak mungkin banyak suara menjadi tidak sah akibat banyak warga yang kebingungan. Seruan itu disampaikan Megawati belum lama ini saat berorasi di kantong suara terbesar PDIP, yakni Bali. Tepatnya di lapangan Kayu Bihi, Bangil.

(kantong suara terbesar: größte Stimmentasche, also so etwas wie die wichtigste Hochburg der PDIP. Zitiert von hier)

 

Noch ein paar Begriffserläuterungen:

  • Abkürzungsmanie: pemilu und calég stehen für pemilihan umum bzw. calon législatif. Entsprechend gibt es auch pilprés und caprés, was für pemilihan présiden und calon présiden steht. Caprés kann auch umgangssprachlich zum Verb werden: nyaprés (s.a. hier).
  • Beaufsichtigt wird die Wahl von der KPU, was für Komisi Pemilihan Umum steht. Es gibt diese auf zentraler, provinzieller und bezirklicher Ebene. Deren Website ist zur Zeit nicht erreichbar.
  • Die Nichtwähler: golput, eine Abkürzung für golongan putih, “weiße Gruppe”. Siehe diesen Blogeintrag hier für eine weitere Erläuterung.
  • Alternative Parteien und Kandidaten, die mit von der Politikverdrossenheit des Wahlvolkes profitieren wollen, verwenden auch gern den Ausdruck itu-itu saja “das sind ja alles nur die gleichen”
  • tempat pemungutan suara bezeichnet ein Wahllokal, und pengumutan suara bezeichnet die Stimmenabgabe. (mem(p)ungut “(auf)sammeln, ernten; adoptieren”) 

Noch drei Blogeinträge zum Thema vom 9. April 2009:

Update:

Dieses Video zeigt den Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono (PD), seinen Vizepräsidenten Yusuf Kalla (Golkar) und die wahrscheinliche Herausforderin Mégawati Sukarnoputri (PDIP) bei der Stimmenabgabe in ihren jeweiligen Heimatorten.

Die Stimmenauszählung soll bis zu einem Monat dauern, aber erste Hochrechnungen gibt es hier.


Das Wort für Gott…

April 9, 2009

im Indonesischen lautet Tuhan, was ”Herr” bedeutet. In der vereinfachten Form tuan wird ist dies auch eine Anrede für hochgestellte Personen, kann aber auch den “Herrn” im Gegensatz zum “Knecht” bezeichnen, wie z.B. in tuan pabrik “Fabrikbesitzer”, tuan tanah “Landbesitzer” etc. Auch wenn meist in der Umgangssprache in der Regel  das h ausfällt, wird dies bei dem Wort für Gott meist beibehalten, und selbst wenn nicht, wird in der Regel wert auf eine unterschiedliche Schreibweise gelegt.

Ein weiteres Wort für Gott ist déwa, das aus dem Sanskrit stammt und eher in Richtung “Gottheit” geht; entsprechend gibt es eine weibliche Form déwi. Dies sind die Bezeichnungen, die z.B. für die balinesischen Gottheiten verwendet werden. Für den Gott einer monotheistischen Religion eignet sich dieses Wort nicht.

Kommen wir zum dritten Wort: das aus dem Arabischen stammende Allah. Dies wird natürlich von vielen Muslimen verwendet, aber auch von einigen Christen. Dies kann zu Konflikten führen, da gerade in Malaysia einige Muslime dr Auffassung sind, daß hinter der Verwendung dieses Wortes durch Christen Missionierungsbestrebungen stünden: so hatte es im Januar 2008 einen Konflikt in dieser Hinsicht gegeben, weil eine katholische Zeitung das Wort Allah verwendete und die Regierung die Lizenzverlängerung der Zeitung davon abhängig machen wollte, ob die Zeitung davon absieht, dieses Wort zu verwenden oder nicht (Language Log, New York Times Lede Blog). Dieser Streit flackerte jetzt im März wieder auf (Jakarta Post, Jakartass, FP Passport Blog).

Jetzt hat die indonesische Sängerin Agnes Monica, die katholisch ist, den Zorn der malaysischen Mullahs (zumindest in der Provinz Selangor) auf sich gezogen, mit ihrem neuesten Song, “Allah peduli” (God cares)

Der Text ist wie folgt:

Banyak perkara
Yang tak dapat kumengerti
Mengapakah harus terjadi
Di dalam kehidupan ini
Satu perkara
Yang kusimpan dalam hati
Tiada sesuatu ‘kan terjadi
Tanpa Allah peduli
Allah mengerti Allah peduli
Segala persoalan yang kita hadapi
Tak akan pernah dibiarkanNya
Ku bergumul sendiri
S’bab Allah mengerti

(Im Musikvideo variiert sie die letzte Zeile ganz am Schluß allerdings als S’bab Allah, Yésusku mengerti)

Wortliste folgt unten

Den Rest des Beitrags lesen »


Die Bildung der meng-Vorsilbe in der Standardsprache

März 5, 2009

Viele, vor allem transitive Verben bedienen sich der meng-Vorsilbe, und in vielen grammatischen Darstellungen sieht man Tabellen wie die folgende, von denen man die korrekte Bildung der Form in Abhängigkeit des Anfangslautes der Wurzel sehen kann. Z.B. die Wurzel kirim “senden”, bildet die Form mengirim mit Ausfall des Anfangslautes.

Wurzel auf meng- Beispiel Bedeutung Anmerkung
Vokal meng-V urus: mengurus kümmern  
h- meng-h hitung: menghitung zählen  
kh- meng-kh khianat: mengkhianat verraten  
b- mem-b bagi: membagi teilen  
d- men-d dapat: mendapat bekommen  
g- meng-g gosok: menggosok reiben  
p- mem-0, mem-p pakai: memakai
protés: mem(p)rotés
benutzen
protestieren
Ausfall von /p-/ bei integrierten Wurzeln
t- men-0, men-t tulis: menulis
taat: men(t)aati
schreiben
befolgen
Ausfall von /t-/ bei integrierten Wurzeln
k- meng-0, meng-k kirim: mengirim
komentar: meng(k)omentari
schickenkommentieren Ausfall von /k-/ bei integrierten Wurzeln
s- meny-0, men-s sapa: menyapa
standar: menstandarkan
grüßen
standardisieren
Ausfall von /s-/ bei integrierten Wurzeln
sy- meny-0, men-sy syair: men(s)yair
syariah: mensyariahkan
dichten
in Einklang mit der Scharia erklären
Ausfall von /sy-/ bei integrierten Wurzeln
f- mem-f fitnah: memfitnah verleumden  
v- mem-v vonis: memvonis verurteilen  
c- men-c cari: mencari suchen palataler Nasal
j- men-j jadi: menjadi werden palataler Nasal
m- me-m minta: meminta bitten  
n- me-n naik: menaik steigen  
ng- me-ng nganga: menganga gaffen  
ny- me-ny nyanyi: menyanyi singen  
l- me-l latih: melatih üben  
r- me-r rokok: merokok rauchen  
w- me-w warna: mewarnakan färben  
y- me-y yakin: meyakinkan überzeugen  
z- men-z ziarah: menzirahi wallfahren palataler Nasal

Von der obigen Tabellen abweichen tun lediglich die im Indonesischen seltenen und meist aus Fremdsprachen entlehnten einsilbigen Wurzeln:diese können entweder im Einklang mit obigen Regeln ihre meng-Form bilden, dann aber nie mit Ausfall des Anfangslautes, oder mit der besonderen Form menge-.

Beispiel: cat : mencat oder mengecat “streichen, anmalen”, tes: mentes oder mengetes “testen”, pak: mempak oder mengepak “packen”

Ich möchte die oben in der doch ein wenig unhandlichen Tabelle dargestellten Regeln etwas systematisieren, und dafür bietet es sich an, nach Kernwortschatz und Fremdwortschatz zu unterscheiden, da hier die Regeln hier ein wenig differieren können. Es dreht sich hierbei um die Anfangslaute der Wurzeln.

Alle Wurzeln mit folgenden Anfangslauten sind entlehnt: f, v, kh, z, w, y.

Alle anderen Wurzeln sind in der Regel dem Kernwortschaft zuzurechnen, auch wenn natürlich Wurzeln aus dem Fremdwortschatz genauso mit diesen Lauten beginnen können: p, t, k, b, d, g, m, n, ng, ny, s, c, j, l, r, h, Vokal.

Dieser Unterschied läßt sich auch schnell feststellen, wenn man ein Wörterbuch aufschlägt, das seine Lemmata nach Wurzeln ordnet: die Einträge unter den Buchstaben, die lediglich bei Fremdwörtern zum Spiel kommen, sind deutlich weniger zahlreich als die übrigen (mit Ausnahme von /ng/, das im Standardindonesischen äußerst selten am Anfang einer Wurzel zu finden ist). Mit dieser Unterscheidung können wir jetzt auch die Regeln auf stringente Art und Weise formulieren.

  1. meng-: Bei Wurzeln, die mit Vokal oder h (h wird häufig in der Phonetik als Pseudofrikativ bezeichnet, da in der Regel keine Friktion vorliegt) bleibt meng- so, wie es ist. Z.B. iris: mengiris “aufschneiden”
  2. Assimilation von meng-: Bei Wurzeln, die mit einem Obstruenten (p, t, k, b, d, g, s, c, j) beginnen, tritt Assimilation an den Artikulationsort ein, mit gleichzeitigem Ausfall von stimmlosen Obstruenten mit Ausnahme von c, während stimmhafte Obstruenten (und c) erhalten bleiben. Z.B. pakai: memakai “benutzen” und sapu: menyapu “fegen”, aber cari: mencari “suchen” (welches aber eher wie menycari ausgesprochen wird, d.h. eine Assimilation an den Artikulationsort findet immer noch statt). Eine Ausnahme sind Wurzeln, die ein Präfix auf p- aufweisen, das ist aber einen eigenen Beitrag wert.
  3. me-: Bei allen Sonoranten (m, n, ng, ny, l, r) wird meng- zu me-. minta: meminta “bitten”, nyanyi: menyanyi “singen”, latih: melatih “üben”.

Der Fremdwortschatz folgt grundsätzlich den obigen Regeln, mit der wichtigen Ausnahme, das der Ausfall von stimmlosen Obstruenten abhängig ist vom Integrationsgrad des betreffenden Wortes im Indonesischen: wird das Wort noch sehr als Fremdwort empfunden, tritt kein Ausfall ein, ist dies weniger der Fall, kann auch Ausfall eintreten. Z.B. wird komentar entweder zu mengkomentari oder mengomentari (dies ist auch die von Facebook bevorzugte Form), und klisé wird zu mengklisékan. Bei den stimmlosen Obstruenten kh und f, die oben als exklusiv zum Fremdwortschatz gehörig eingestuft worden sind, ist dies jedoch nie der Fall.

  1. meng-: Vokale und h.
  2. Assimilation von meng-: Obstruenten im Fremdwortschatz: p, t, k, b, d, g, f, s, c, kh, v, z, j. Bei gut integrierten Wörtern kann Ausfall des Anfangslautes eintreten.
  3. me-: Sonoranten im Fremdwortschatz: m, n, ng, ny, l, r, w, y.

In einem weiteren Beitrag werden die Formen der Umgangssprache zu behandeln sein.


Die zwei E

Februar 23, 2009

Das Indonesische hat eine ziemlich regelmäßige Rechtschreibung. Das größte Problem* in der Hinsicht stellt der Buchstabe <e> dar, der für zwei verschiedene Vokallaute steht. Für Deutschsprachige ist die Aussprache der verschiedenen Lautvarianten dabei kein großes Problem, da diese Laute auch im Deutschen vorhanden sind und ebenfalls in der Rechtschreibung nicht unterschieden werden. Es handelt sich um die folgenden Vokale:

  • /ə/, ist ein Murmelvokal, der im Deutschen stets an unbetonter Stelle vorkommt, vor allem in Vor- oder Nachsilben wie Gedicht oder Katze. Im Indonesisch auch e pepet genannt. Es fällt zwischen zwei Konsonanten in nicht-finaler Silbe gerade in der gesprochenen Sprache auch mal aus, was zu Fluktuationen in der Schreibweise führt wie z.B. Inggeris und Inggris oder Sumatera und Sumatra.
  • /e/ ist ein Vordervokal, der im Deutschen geschlossen /e/ als Langvokal und offen /ɛ/ als Kurzvokal gesprochen wird. Laut IRG hat das indonesisch nur ein Phonem /e/, das jedoch in offener Silbe als [e] (wie in soré “Abend” [sore]) und in geschlossener Silbe [ɛ] (péndék “kurz” [pɛndɛʔ]) realisiert wird. Wenn es in offener Silbe einer geschlossenen Silbe vorangeht, insbesondere wenn diese auch /e/ als Vokal enthält, ist eine Realisierung als [ɛ] für beide Vokale der Regelfall: bébék “Ente” [bɛbɛʔ]. Dieser Laut wird in Malaysia e taling genannt und laut Krause in Indonesien e benar.

Während die unterschiedlichen Realisierungen von /e/ auch dialektalen Schwankungen unterworfen sind, ist der Kontrast zum Schwa weitaus wichtiger für den Lernenden. Denn beim e pepet und e benar handelt es sich um zwei ganz verschiedene Laute, deren falsche Verwendung zu Mißverständnissen führen kann. Daher werden diese Laute in vielen Lehrbüchern und Wörterbüchern voneinander unterschieden, indem das Schwa als einfaches <e> und der Vordervokal mit einem Accent aigu geschrieben wird, also enam “sechs “(é pepet, Schwa) und énak “lecker” (é benar, Vordervokal). Auch ich halte mich in diesem Blog daran (falls ich irgendwo einen Akzent vergessen haben sollte, wäre ich um Hinweis dankbar).

Die Rolle der zwei E im Betawi und in der Umgangssprache

Es soll in diesem Beitrag jedoch wiederum um die Umgangssprache gehen. Wie in einem vorherigen Beitrag angedeutet, gibt es phonologische Veränderungen, bei denen /a/ eine Rolle spielt:

  • /a/ in der letzten Silbe wird zu /é/, wenn diese offen ist. Dies ist charakteristisch fürs Betawi und kann daher entsprechend stigmatisiert sein: ada > adé, apa > apé.
  • Über das Betawi hinaus auch in der allgemeinen indonesischen Umgangssprache ist die Regel, daß /a/ häufig in einer geschlossenen Silbe am Ende eines Wortes zu /e/ wird: benar > bener “wahr”.

Bei der fürs Betawi charakteristischen Veränderung von /a/ zu /é/ ist mir nicht klar, ob es sich um eine allgemeine phonologische Veränderung handelt, die bei allen Wörtern so eintritt. Bei der zweiten Veränderung, die auch in der Umgangssprache vorkommt, ist dies nicht der Fall. Zwar heißt es im “Slang” (ein Werk, das ich im übrigen sehr schätze!) auf S. 21, daß “ein a in geschlossenen letzten Silben als e” gesprochen wird, doch tauchen dann später in vielen Beispielsätzen durchweg Wörter auf, die in geschlossenen letzten Silben ihr a beizubehalten scheinen. Sneddon hat hier den entscheidenden Hinweis (CJI, S. 17f.): “Schwa in this position reflects ə in earlier Malay; this became a in Classical Malay, which is reflected in F[ormal] I[ndonesian]“. Da man jedoch beim Lernen des modernen Indonesischen Kenntnisse des vorklassichen Malays kaum voraussetzen kann, muß man sich genau merken, welche Wörter in der Umgangssprache diese Veränderung durchmachen können und welche nicht. Es wird hierbei sicherlich auch Unterschiede bei einzelnen Sprechern geben! Ich habe Wörter, die den Wandel zum Schwa aufweisen, in dieser Liste festgehalten, die zum Teil auf Texten beruht, die Sneddon im einem Anhang zu CJI anführt.

(* Ein weiteres, weniger schwerwiegendes Problem stellt silbenfinales <k> dar, das in Wörtern malaiischen Ursprungs zum Glottalverschluß /ʔ/ wird, in Fremdwörtern wie hak “Recht” oder républik “Republik” jedoch /k/ bleibt.)


Der Papst…

Februar 23, 2009

heißt auf indonesisch paus, was jedoch auch “Wal” bedeuten kann, wobei letzteres auch häufiger als ikan paus, also sozusagen “Walfisch” auftritt. Ob das vielleicht auf die Mitra anspielt, die sieht ja fast so aus wie ein Wal…..

Auf jeden Fall stammt das Wort aus dem Niederländischen paus (Ursprung laut Wikipedia: komt van het Latijn: papa, dat komt van het Oudgrieks: πάππας pappas). Im Niederländischen heißt “Wal” jedoch walvis

Die Namen der Päpste werden im Indonesischen in Anlehnung an den niederländischen Sprachgebrauch in ihrer lateinischen Form genommen:

Es scheint jedoch mein Eindruck zu sein, daß im alltäglichen Sprachgebrauch eher auch die englischen Bezeichnungen üblich sind: Paus John Paul II und Paus Benedict XVI. (Allerdings ist das natürlich auch im ehemals englischen Malaysia so.)

Hier noch der erste Absatz aus der indonesischen Wikipedia zum Thema:

Paus (dari Bahasa Latin: papa, bapak, ayah; dari Bahasa Yunani: πάππας, pappas, ayah) adalah Uskup Roma, pemimpin spiritual Gereja Katolik, dan kepala negara Kota Vatikan. Komunitas beriman yang mengakui Suksesi Apostolik menganggap Uskup Roma sebagai penerus St. Petrus. Demikian pula umat Katolik meyakini bahwa paus adalah Wakil Kristus, sedangkan komunitas-komunitas beriman lainnya tidak mengakui Primasi Petrus di antara para uskup. Jawatan paus disebut “kepausan”; yurisdiksi gerejawinya disebut “Tahta Suci” (Bahasa Latin: Sancta Sedes) atau “Tahta Apostolik” (disebut Tahta Apostolik atas dasar hikayat kesyahidan Santo Petrus dan Santo Paulus di Roma). Para uskup terdahulu yang menduduki Tahta Keuskupan Roma digelari “Wakil Petrus”; di kemudian hari para Paus diberi gelar yang lebih berwibawa yakni Wakil Kristus; gelar ini pertama kali digunakan oleh Sinode Romawi pada tahun 495 untuk menyebut Sri Paus Gelasius I, seorang penganjur supremasi kepausan di antara para patriark. Menurut sumber-sumber yang ada, Marselinus (wafat 304) adalah Uskup Roma pertama yang menggunakan gelar Paus. Pada abad ke-11, setelah Skisma Timur-Barat, Gregorius VII mneyatakan istilah “Paus” dikhususkan bagi Uskup Roma. Yang menjabat sebagai Paus saat ini (yang ke-265) adalah Paus Benediktus XVI, yang terpilih pada tanggal 19 April 2005 dalam konklav kepausan, menggantikan Paus Yohanes Paulus II yang wafat pada tanggal 2 April 2005.

Wortliste folgt

Den Rest des Beitrags lesen »


Akademische Grade

Februar 21, 2009

Studiengänge

Im akademischen Sprachgebrauch werden die Studiengänge Bachelor, Master und Doktor folgendermaßen unterschieden:

  • S-1: Stratum satu: Bachelor-Studiengang
  • S-2: Stratum dua: Master-Studiengang
  • S-3: Stratum tiga: Promotionsstudiengang

Daneben gibt es noch S-0 (Stratum nol), das sich auf ein nichtuniversitären Studiengang bezieht (wobei mir nicht ganz klar ist, was genau das sein könnte.

Abschlüsse

Zum Wort für “Titel” gab es einen früheren Beitrag. Hier soll noch eine kurze Übersicht über die Titel folgen, die man mit den Studiengängen erwerben kann.

Für die S-1 muß man laut der indonesischen Wikipedia den Zeitraum vor und nach 1993 unterscheiden:

Vor 1993 gab es die folgenden Abschlüsse:

  • Doktorandus (I): aus dem Niederländischen stammender Titel, Doctorandus (N), wo er in etwa dem dt. Magister oder Diplom entspricht. In Indonesien kam es zu einer Abwertung des Titels zur S-1-Ebene. Abkürzung: Drs. für Männer, Dra. für Frauen.
  • Insinyur (I): Ingenieurstitel, entspricht dem Bachelor in Technik/Ingenieurswissenschaften. Abkürzung: Ir.
  • Meester in de Rechten (I): aus dem Niederländischen stammender Titel, Magister der Rechte. Hatte sich im Indonesischen zur Bezeichnung für einen Abschluß im S-1-Level entwickelt. Abkürzung: Mr.
  • Alle anderen Abschlüsse von S-1 scheinen Sarjana geheißen zu haben, ein Wort, das im übrigen aus dem Sanskrit stammt (sajjana “weiser/tugendhafter Mann”). Die Quellen widersprechen sich teilweise. Die indonesische Wikipedia behauptet, daß Doktorandus nur in den Sozialwissenschaften vergeben wurde, aber es scheinen sich auch Absolventen anderer Fachbereiche so zu nennen.

Nach 1993 scheinen die Abschlüsse überwiegend aus dem Wort Sarjana und dem Fachbereich, wobei es große Vielfalt zu geben scheint:

  • Sarjana Arsitektur (S.Ars.) (Architektur)
  • Sarjana Agama (S.Ag.) (Religionswissenschaft)
  • Sarjana Ekonomi (S.E.) (Ökonomie)
  • Sarjana Farmasi (S.Farm.) (Pharmakologie)
  • Sarjana Filsafat (S.Fil.) (Philosophie)
  • Sarjana Hukum (S.H.) (Rechtswissenschaft)
  • Sarjana Hukum Islam (S.HI.) (Islamische Rechtswissenschaft)
  • Sarjana Humaniora (S.Hum.) (Geisteswissenschaften)
  • Sarjana Ilmu Alam, Sarjana Sains (S.Si.) (Naturwissenschaften)
  • Sarjana Ilmu Komputer (S.Kom) (Informatik)
  • Sarjana Ilmu Politik (S.IP) (Politikwissenschaft)
  • Sarjana Kedokteran (S.Ked.) (Medizin)
  • Sarjana Kehutanan (S.Hut.) (Forstwissenschaft)
  • Sarjana Kedokteran Gigi (S.KG.) (Zahnmedizin)
  • Sarjana Ilmu Kedokteran Hewan (S.KH) (Tiermedizin)
  • Sarjana Keperawatan (S.Kep.) (Krankenpflege)
  • Sarjana Kesehatan Masyarakat (S.K.M.) (Gesundheitswissenschaft)
  • Sarjana Pendidikan (S.Pd.) (Erziehungswissenschaft)
  • Sarjana Psikologi (S.Psi.) (Psychologie)
  • Sarjana Sains Terapan (S.ST.) (Angewandte Naturwissenschaften)
  • Sarjana Sosial (S.Sos.) (Sozialwissenschaften)
  • Sarjana Sastra (S.S.) (Literatur), die Fakultas Sastra kann sich in Anlehnung an die niederländische Letteren (N) auch die Geisteswissenschaften insgesamt bezeichnen.
  • Sarjana Seni (S.Sen.) (Kunst)
  • Sarjana Teknologi Pertanian (S.TP.) (Agrartechnologie)
  • Sarjana Teknik (S.T.) (Technik/Ingenieurswissenschaft): dieser Abschluß scheint heute noch überlappend mit dem Injunyur-Titel verwendet zu werden.
  • Sarjana Theologi (S.Th.) (Theologie)
  • Sarjana Pertanian (S.P.) (Agrarwissenschaften)
  • Sarjana Peternakan (S.Pt.) (Tierhaltungskunde)
  • Sarjana Perikanan (S.Pi.) (Fischereikunde)

Magister:

Bei den S-2-Abschlüssen scheint es hier eine ähnliche Vielfalt wie bei den oben angeführten S-1-Abschlüssen zu geben (die Abkürzungen dann entsprechend M. statt S.). Unter dem Einfluß des Englischen ist auch die

Doktor: bezieht sich auf den Abschluß eines S3-Studiengangs und ist von dokter zu unterscheiden. welches den Arztberuf und -titel bezeichnet.

Witze

Anläßlich der schlechten wirtschaftlichen Lage kennt IndoSlang (S. 99) noch die folgenden scherzhaften Abkürzungen für die Abschlüsse:

  • MA statt Master of Arts steht es für Mahasiswa Abadi “ewiger Student”
  • SH statt Sarjana Hukum für Susah Hidup “schwer zu leben”
  • Drs statt Doctorandus für Di Rumah Saja “nur zu Hause rumsitzen”
  • MAB statt Master of Business Administration für Masih Belum Apa-apa “immer noch nichts”

 


Drama um den Sultan

Februar 19, 2009

Artikel aus der Zeitschrift Tempo vom 12. Oktober 2008, Lakon Ketoprak untuk Sri Sultan. Mittlerweile spielt der Sultan Hamengku Buwono X. ja offen mit dem Gedanken, bei den kommenden Präsidentschaftswahlen im Juli 2009 als running mate von Megawati Sukarnoputri von der Partei PDI-P anzutreten. Ein Problem dabei ist, daß der Sultan, der gleichzeitig ex officio auch Gouverneur der Sonderregion Yogyakarta ist, Parteimitglied der Golkar-Partei ist. Diese Partei wiederum stellt den jetzigen Vizepräsidenten, Yusuf Kalla, der im kommenden Juli wieder an der Seite des jetzigen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono von der Demokratischen Partei ins Rennen gehen wird.

Dieser Artikel stammt noch aus der Frühzeit der Spekulationen, die sich um die politischen Pläne des in Yogyakarta hochverehrten Sultans rankten. Mittlerweile scheint sich ja in der Tat herauszukristallisieren, daß der Sultan als Vizepräsidenschaftskandidat gegen seine eigene Partei anzutreten gedenkt.

  Den Rest des Beitrags lesen »


Links 4

Februar 17, 2009
  • Ich bin kürzlich endlich auf ein weiteres Blog zum Thema Indonesischlernen gestoßen. Es ist auf englisch und wird von einem in Singapur ansässigen Tamilen geschrieben und richtet sich an Anfänger. Abgesehen von den hier beschriebenen japanischsprachigen Blogs zum Thema Indonesischlernen ist dies der einzige aktive englischsprachige Blog. Keep up the good work!
  • Blog Indonesia wird von einem Deutschen betrieben, der seit einem halben Jahr in Depok in der Nähe von Jakarta ist. Das Blog hat eine hohe Postingfrequenz und gibt gute Einblicke in den Alltag eines Expats im akademischen Bereich, mit zahlreichen Betrachtungen zur indonesischen Kultur inkl. der Sprache wie z.B. hier und hier.
  • Und schließlich noch ein Blog, das sich mit Nachrichten aus und über Indonesien beschäftigt: Everything Indonesia wird von einem in New York City ansässigen Journalisten betrieben. Im Schnitt gibt es jeden Tag einen Eintrag, der sich in der Regel mit den Ereignissen der indonesischen Tagespolitik beschäftigt, oder mit in der westlichen Presse aufgegriffenen Meldungen mit Indonesienbezug. Von Zeit zu Zeit gibt es auch hochinteressante Interviews mit (meist amerikanischen) Indonesien- oder Südostasienexperten, und bisweilen werden auch verschiedene Reiseziele bzw. Unterkünfte vorgestellt und besprochen. Jeder Beitrag wird zudem von einer Minipresseschau abgeschlossen, d.h. jeden Tag werden noch drei bis fünf indonesienspezifischen Schlagzeilen der Weltpresse verlinkt. Eine sehr gute Ressource, um auf den laufenden mit den Ereignissen im größten Inselstaat der Erde zu bleiben.

Noch einmal Obamas Indonesischkenntnisse

Februar 15, 2009

Nach seinem Wahlsieg ist die Person Barack Obamas nun vollends in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt, und damit wird jetzt auch immer wieder thematisiert, daß Barack Obama Indonesisch kann.

Kurz nach seiner Inauguration besuchte der frischgebackene 44. Präsident der Vereinigten Staaten das Außenministerium. Dort verwickelte ihn ein Mitarbeiter des Auswärtigen Dienstes, der lange Jahre in Indonesien gedient hatte, in einen kurzen Wortwechsel auf indonesisch, wie das folgende youtube-Video zeigt: 

Wie auch in einem Beitrag des Language Log diskutiert wird, kam es zum folgenden Dialog:

  • Charles Silver, FSO: Selamat siang, Bapak “Guten Tag, sir”
  • Barack Obama, POTUS: Terima kasih “Danke”, gefolgt von einem Apa kabar? “Wie geht’s?”
  • Charles Silver antwort dann mit Baik-baik saja ”Mir geht es gut”

Dann entwickelt sich noch eine kurze Plauderei auf englisch zum Wohnort Obamas in Jakarta, dem Stadtteil Menteng, in dem auch Silver gelebt haben will.  (Hier wird das ganze noch mal in der indonesischen Presse breitgetreten, und hier ein Bericht von ABC.)

Während der obige Austausch wohl die bisher einzig bekannt gewordene Videoaufnahme von Obamas Indonesischkenntnissen darstellt, gibt es natürlich auch weitere Ohrenzeugenberichte über Obamas Indonesisch, am prominentesten vom indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono (SBY). Diesen hatte Obama nach seinen Wahlsieg im November 2008 angerufen.

Laut Medienberichten sagte der indonesische Präsident damals, Obama habe ihn im durchaus noch flüssigen Indonesisch mit Apa kabar, Bapak Presiden “Wie geht es Ihnen, Herr Präsident” begrüßt und ihm mitgeteilt, wie er bestimmte indonesische Gerichte vermissen würde: Saya kangen nasi goreng, bakso, dan rambutan  “Ich vermisse Nasi Goreng, Bakso und Rambutan“.

Zudem wird ein indonesischer Kommentator in einem weiteren Beitrag auf Language Log mit seinen persönlichen Erlebnissen mit Obama aus dem Jahr 2o07 angeführt. Am Rande einer Wahlveranstaltung fand nach dessen Aussage folgendes Gespräch statt:

  • Der indonesische Kommentator: Mas Barry, apa kabar? “Mas Barry, wie geht es Ihnen?” (mas ist ein im Javanischen gebräuchlicher Ehrentitel für ältere Geschwister)
  • Barack Obama: Baik. “Gut”
  • Mas, saya dari Indonesia. “Mas, ich bin aus Indonesien”
  • Barack Obama: Dari mana? “Woher?”
  • Saya dari Jakarta. “Ich bin aus Jakarta.”

Fazit: Alle berichten einhellig, daß seine Aussprache sehr gut und wie ein Muttersprachler sei. Allerdings scheint es keine Anzeichen dafür zu geben, daß Barack Obama eine indonesische Konversation auf gehobenen Niveau führen könnte. Ob die zwei Sätze, die der indonesische Präsident der Weltöffentlichkeit verraten hat, von Obama vorher einstudiert worden sind oder spontan so fielen, läßt sich nicht beurteilen, aber die zwei Dialoge, den einen auf Video vorliegenden Wortwechsel mit dem Diplomaten des State Department und den anderen mit dem indonesischen Besucher seiner Wahlkampfveranstaltung haben zwar spontan stattgefunden, aber sie bewegen sich einem spürbar einfachen Rahmen, den jeder Indonesischanfänger nach den ersten Lektionen Sprachunterricht beherrschen sollte.  Wer weiß, ob Obama uns alle bei seinem ersten Staatsbesuch in Indonesien mit einer auf indonesisch gehaltenen Rede verblüffen wird, aber die bisher vorliegende Schilderungen bestätigen die Vermutung, daß Barack Obama in vier Jahren in Jakarta sicherlich eine seiner damaligen Altersstufe angemessene Sprachkompetenz erlangt hatte, aber danach nie die Gelegenheit hatte, seine Indonesischkenntnisse fortzuentwickeln. Daß aber zum erstenmal in der Geschichte der USA der Präsident eine solche enge Beziehung zu Indonesien hat und immerhin noch in der Lage ist, solche einfachen Wortwechsel in akzentfreiem Indonesisch zu führen, bedeutet für das Land eine unglaubliche Chance.

Update: auf einer der Einträge des Language Log führt Kommentator jaka einen indonesischsprachigen Artikel zum Thema an, in dem wiederum Indonesier von einem Besuch in Obamas Senatsbüro im Mai 2006 berichten. Was dort berichtet wird, steht wiederum nicht im Widerspruch zum oben Dargestellten: Obama sprach kurze, simple Sätze auf indonesisch mit perfekter Aussprache…


Valentinsgrüße

Februar 14, 2009

Passend zum Valentinstag ein paar Textvorschläge aus dem Indonesien-Forum. (Mit Übersetzungen ;)


Aku punya mimpi

Januar 15, 2009

Heute ist der 80. Geburtstag von Martin Luther King, Jr. Der eigentliche Feiertag ist erst am 19. Januar, aber ich will die Gelegenheit wahrnehmen, einen Ausschnitt aus seiner berühmtesten Rede vorzustellen:

Aku punya mimpi bahwa suatu hari akan datang di mana bangsa ini akan bangkit, dan menyadari arti sesungguhnya dari apa yang mereka percayai: “kami memegang kebeneran ini sebagai sebuah bukti nyata, bahwa semua orang diciptakan setara.”

Aku punya sebuah mimpi bahwa suatu hari di bukit-bukit merah di Georgia, anak-anak dari mantan budak dan anak-anak dari mantan pemilik budak dapat duduk bersama dalam sebuah meja PERSAUDARAAN.

Aku punya sebuah mimpi bahwa suatu hari bahkan di negara bagian Mississippi, sebuah negara bagian yang dipenuhi oleh panasnya ketidakadilan, dan panasnya tekanan dapat berubah menjadi oasis kebebasan dan keadilan.

Aku punya sebuah mimpi bahwa suatu hari, keempat anakku akan hidup di sebuah negara di mana mereka tidak akan dinilai dari warna kulit mereka, tapi dari karakter yang mereka miliki.

Aku mempunyai sebuah mimpi hari ini! Aku punya sebuah mimpi bahwa suatu hari, di Alabama, tempat di mana masalah rasis sangat kental dan kejam, tempat di mana mulut para pemimpin hanya dipenuh kata “pemisahan” dan “penolakan”; hari itu akan datang di mana anak-anak laki-laki dan perumpuan berkulit hitam dan anak-anak laki-laki dan perumpuan berkulit putih dapat bergandengan tangan layaknya saudara.

Aku mempunyai sebuah mimpi hari ini!
Aku punya sebuah mimpi bahwa suatu hari, setiap lembah akan ditinggikan, dan setiap bukit dan gunung akan diluruskan; “Dan kemuliaan Tuhan akan disingkapkan dan setiap tubuh akan dapat melihatnya bersama-sama.”

Ini adalah harapan kita, dan ini adalah keyakinan yang akan selalu kubawa ke daerah selatan.

Den Rest des Beitrags lesen »