Irian, Papua, Neuguinea, Papua-Neuguinea…

April 28, 2008

Die zweitgrößte Insel der Welt weist eine ungeheure ökologische und soziale Vielfalt auf: nicht nur weist die Insel, die mit rund 786.000km² weniger als 0.5% der Landfläche der Erde einnimmt, etwa 5-10% aller biologischen Spezies auf, sondern die 7,1 Millionen Einwohner sprechen zudem über 1.000 Sprachen. Die Sprachen der Küstenbewohner sind dabei großenteils austronesische Sprachen, die übrigen teilen sich in mehrere Papua-Sprachfamilien auf (einige der Papua-Sprachfamilien erstrecken sich zudem auf weitere Gebiete in Ostindonesien, wie den Molukken und Nusa Tenggara Timur). In diesem Beitrag soll es jedoch vor allem um die Benennungen für die Insel gehen.

Wikipedia

(Die Karte zeigt die Aufteilung der Insel: die zwei indonesischen Provinzen im Westteil, Papua Barat (hellgrün) und Papua (dunkelgrün), das Hauptgebiet des Staates Papua-Neuguinea (beige) im Ostteil.)

Kurze Geschichte der Namen Neuguineas und seiner Landesteile

Der portugiesische Entdecker Jorge de Menezes stieß 1526 auf die Westspitze der Insel (manche Berichte sprechen auch von der Insel Waigeo, die der Hauptinsel vorgelagert ist) und nannte sie Ilha dos Papuas. Der Begriff Papua wurde dann für die portugiesische Einflußsphäre zwischen der Vogelkop-Halbinsel und Halmahera von den Molukken verwendet. Ein spanischer Entdecker namens Yñigo Ortiz de Retez nannte die Insel 1545 Nueva Guinea („Neuguinea“), weil er sich beim Anblick der Bewohner an die Einwohner von Afrikanisch-Guinea erinnert fühlte. Im Sprachgebrauch der meisten europäischen Sprachen, so auch dem Deutschen, hat sich Neuguinea als Bezeichnung für die gesamte Insel durchgesetzt.

Bis in 19. Jahrhundert blieb die Insel jedoch von den europäischen Kolonialisierungsbestrebungen unbehelligt, ganz im Gegenteil zu den Molukken (Gewürzinseln), von denen die Portugiesen im 16. Jahrhundert von den Niederländern vertrieben wurden. Erst 1828 erhob die Vereenigde Oostindische Compagnie Anspruch auf den Teil der Insel westlich des 141. Längengrads, wobei sie sich zunächst auf die Vogelkop-Halbinsel beschränkten. Schließlich kam es 1884 zu einer Vereinbarung zwischen drei europäischen Kolonialmächten. Der Westteil blieb als Holländisch-Neuguinea (bzw. Nederlands Nieuw-Guinea (N)) bei den Niederlanden, der Ostteil wurde aufgeteilt: der Norden kam an Großbritannien und der Südteil ans Deutsche Reich, das seinen Platz an der Sonne suchte. Britisch-Neuguinea kam 1902 unter dem Namen Territory of Papua praktisch unter australische Verwaltung (obwohl es offiziell britischer Besitz blieb). In Deutsch-Neuguinea (auch Kaiser-Wilhelms-Land genannt) verlagerte sich der Schwerpunkt der kolonialen Aktivität auf die der Hauptinsel nordöstlich vorgelagerten Insel Neupommern (heute Neubritannien).

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 besetzte Australien die deutsche Kolonie, und erhielt 1920 ein Völkerbundmandat für das New Guinea Territory. Nach der Besetzung durch die Japaner im Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Territorien des Ostteils unter dem Namen Territory of Papua and New Guinea unter gemeinsame australische Verwaltung gestellt. 1972 erreichte das Territory of Papua and New Guinea die Unabhängigkeit unter dem Namen Papua-New Guinea. Eine der vier Regionen des Landes trägt den Namen Papua, und besteht aus den folgenden fünf Provinzen und dem Hauptstadtdistrikt:

Nach der Unabhängigkeit Indonesiens von den Niederlanden nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb West-Neuguinea bei den Niederlanden, die unter zunehmendem Dekolonialisierungsdruck der Vereinten Nationen standen. Niederländische Bestrebungen, der Kolonie die Unabhängigkeit zu gewähren oder mit dem Territory of Papua and New Guinea als eigenständigen Staat zu vereinigen, stießen auf erheblichen Widerstand seitens der indonesischen Regierung, die 1963 schließlich erreichen konnte, daß der Westteil unter indonesische Oberhoheit gestellt wurde.

West-Neuguinea wurde von indonesischer Seite in Irian Barat umbenannt. 1973 wurde die Provinz von der Suharto-Regierung in Irian Jaya, welches für den indonesischen Sieg (Sanskrit Jaya) stand. Nach dem Fall Suhartos 1998 kam es zu verschiedenen verwaltungstechnischen Umwälzungen: zum einen beschloß die Regierung im Jahr 1999, die Provinz in drei Provinzen aufzuteilen, mit den Namen Irian Jaya Barat (West-Irian Jaya), Irian Jaya Tengah (I) (Zentral-Irian Jaya) und Irian Jaya Timur (Ost-Irian Jaya). Der Beschluß, der auf erheblichen Widerstand der einheimischen Bevölkerung stieß, wurde 2003 vom Obersten Gericht als ungültig erklärt, obwohl die Abspaltung von West-Irian Jaya wegen der bereits verwirklichten Errichtung provinzieller Institutionen vom Gericht hingenommen wurde. Zusätzliche Konfusion wurde durch einen Namensänderung bewirkt: 2001 wurde die gesamte Provinz Irian Jaya in Papua (E) umbenannt, wobei nach der Gerichtsentscheidung Unklarheit bestand, ob die neue Provinz Irian Jaya Barat oder Papua Barat heißen sollte. 2007 erging schließlich ein Beschluß, daß der Name Papua Barat (I) lauten solle. (Quellen: Gwillim Law (E) und United Kingdom’s Permanent Committee on Geographical Names (E))

(Hier eine weitere Übersicht über die Geschichte des Westteils)

Der Ursprung der Namen

Wir wollen die Etymologien der verschiedenen bisher angesprochenen Namen in alphabetischer Reihenfolge besprechen:

Guinea

Die Insel als ganzes wird im europäischen Sprachraum ja in der Regel Neuguinea/New Guinea/Nieuw Guinea/Nueva Guinea usw. genannt. Guinea bezeichnet das Gebiet um den Golf von Guinea. Normalerweise wird angeführt, daß Guinea eine korrumpierte Form des Namens Ghana sei, den die Portugiesen im arabischen Maghreb aufgeschnappt hätten. In diesem philologischen Artikel führt der Autor jedoch an, daß dies unwahrscheinlich sei und plädiert für eine Entlehnung aus dem Berber, aguinao, welches „Schwarzer“ bedeute.

Im Indonesischen wurde zunächst der Begriff Nieuw Guinea bzw. Guinea Baru für die Insel verwendet, aber mittlerweile ist dies nicht mehr der Fall. Zwar gibt es den Begriff Nugini noch, aber er steht nur im Zusammenhang mit dem Landesnamen Papua Nugini, nicht mit der Insel als solcher.

Irian

Hierzu gibt es zwei Thesen. Die eine, häufig gehörte Erklärung ist, daß es sich hierbei um ein Akronym handelt, I.R.I.A.N., welches für den folgenden Slogan stehen soll:

  • Ikut Républik Indonésia Anti Nederland „Mit der Republik Indonesien gegen die Niederlande“

Dies wird jedoch schon aus sprachlichen Gründen angezweifelt, denn ikut geht nicht gut mit anti zusammen, und statt Nederland war eigentlich die Bezeichnung Belanda für die Niederlande geläufiger. Außerdem nannte die neue indonesische Regierung die Insel eben erst mal nicht Irian, was sich ja angeboten hätte, wenn sie diese Bezeichnung als Slogan aufgestellt hätte.

Außerdem soll die Bezeichnung schon vor der Unabhängigkeitsbewegung in Gebrauch gewesen sein, und zwar im Biak, einer austronesischen Sprache, die auf einer der Hauptinsel vorgelagerten Insel gesprochen wird, eine Bezeichnung für die Insel Neuguinea sein. Allerdings scheint dies nur in einigen Dialekten der Fall zu sein, in manchen Gegenden soll Irian „Sklave“ bedeuten. (Quelle)

Der Zusatz jaya in Irian Jaya bedeutet „Sieg“, genauso wie in Jakarta, das ebenfalls in Erinnerung an einen glorreichen Sieg so genannt wurde. Auch der Name der Hauptstadt unterstreicht den Anspruch derjenigen, die zum jeweiligen Zeitpunkt die Macht ausgeübt haben:

  • Hollandia (1910-1962)
  • Kota Baru (1962): bei der Übergabe der niederländischen Kolonie an die Indonesier wurde die Stadt zunächst in „Neue Stadt“ umbenannt.
  • Sukarnopura (1963-1968): Schließlich wurde die Stadt nach dem Präsidenten Sukarno „Sukarno-Stadt“ genannt.
  • Jayapura (1968-): Nach dem Sturz Sukarnos wurde die Stadt schließlich zur „Stadt des Sieges“.

Papua

Dieses Wort soll von einem malaiischen Wort stammen, das „kraushaarig“ bedeutet. Nun hatte das Sultanat von Tidore (westlich von Halmahera) lange eine Vormachtstellung in der Region, u.a. auch in den Inseln westlich von der Hauptinsel. Die Herrscher von Tidore sollen mit dem Wort ihre Sklaven bezeichnet haben (ob nur von Papua oder ingesamt, belibt unklar), und so soll es daher nach dem Zweiten Weltkrieg auch Widerstand von einigen Einwohnern Papuas gegen diese Bezeichnung gegeben haben (während die Bewohner des Ostteils, der schließlich zum Staat Papua-Neuguinea wurde, keine solchen Bedenken hatten). Es stimmt natürlich ein wenig skeptisch, wenn sowohl Irian und Papua die Bedeutung „Sklave“ haben können. Aber daß Irian die offizielle Bezeichnung der indonesischen Regierung seit 1963 gewesen ist und dementsprechend die Bezeichnung in der Bevölkerung unpopulär war, hat wohl den Ausschlag zur Änderung in Papua gegeben. (Quelle)

Nach der Aufteilung in die zwei Provinzen Papua und Papua Barat wird nun der eher religiös inspirierte Begriff Tanah Papua (Land Papua) für den Westteil insgesamt verwendet. (Quelle)


sok

April 26, 2008

sok ist eines dieser Wörter, die schwer klassifizierbar sind. Am ehesten handelt es sich um ein Adverb, ob es letztlich als Funktionswort klassifizierbar ist, bleibt offen. Es hat eine normalerweise negative Konnotation, „sich für X halten, sich einbilden X zu sein“, wobei „X“ in der Regel eine durch ein Adjektiv ausgedrückte Eigenschaft darstellt (aber manchmal steht X auch für ein Nomen oder ein Verb). Der Ausdruck scheint dann als Prädikat zu fungieren, also kein Nomen zu sein.

  • sok tahu (tahu „wissen“): alles besser wissen
  • sok suci (suci „heilig“): scheinheilig
  • sok jagoan (jago „Hahn): den großen Macker geben
  • sok gaya (gaya „Energie“): angeberisch mit seinem Auftreten prahlen
  • sok aksi (aksi „Aktion“): bombastisch tun
  • sok imut/cute: sich für hübsch halten
  • sok cantik (cantik „schön“): sich schön vorkommen
  • sok pintar (pintar „klug“): sich für klug halten
  • sok kaya (kaya „reich“): sich für reich halten
  • sok kerén (kerén „toll“): sich toll vorkommen

Hier noch ein paar Beispielsätze:

  • Liat tuh, doski sok gaya lagi!
  • Makanya, jangan sok tahu aja!

sok kann auch alleinstehend verwendet werden, im Sinne von „großkotzig, eingebildet“:

  • Seisi kelas dia yang paling sok.

LDTI hat zudem noch die Bedeutung „oft, manchmal“ (und als jangan sok negiert „denke nie im Leben daran, X zu machen“), die im KII nicht verzeichnet ist:

  • Dia sok datang malam-malam.
  • Jangan sok tanya macem-macem kalau Bapak lagi baca koran.


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alles

April 24, 2008

Es gibt einige Wörter, die im Indonesischen für „alles, alle“ verwendet werden können. In einer einer Artikelserie übersetzt der Blogautor Kapitel aus der Stilfibel Membina Bahasa Indonesia Baku („Richtiges Indonesisch erlernen“) von Yus Badudu ins Japanische. In einem Kapitel geht es um den Unterschied zwischen den Wörtern seluruh, semua und segala, die in der Regel mit „alles, alle“ oder „gesamt“ übersetzt werden.

seluruh

Dieses Wort bezeichnet etwas in seiner Gesamtheit, also statt „alles“ eher „gesamt“.

  • seluruh dunia: die ganze Welt
  • seluruh tubuh: der ganze Körper
  • di seluruh negeri: im ganzen Land
  • seluruh rakyat: das ganze Volk: es bezeichnet also nicht auf jeden einzelnen Bürger individuell, sondern auf die Bürger als Gesamtheit, als Volk.

Ein Synonym ist segenap. Z.B.

  • segenap tubuh anak itu berkudis. „Dieses Kind hat Krätze am ganzen Körper.“ ist bedeutungsgleich mit seluruh tubuh anak itu berkudis.

semua

Dieses Wort betont den Sachverhalt, daß etwas zahlreich ist. Z.B.

  • Semua orang kagum kepadanya. „Alle Menschen waren von ihm beeindruckt.“
  • Semua yang dikerjakannya tak ada yang bérés. „Nicht eines von den Dingen, die er durchgeführt hat, ist ordentlich (durchgeführt worden).“ (semua yang kann häufig mit „alles, was“ übersetzt werden: „Alles, was er durchgeführt hat, ist nicht ordentlich.“)

Ein formales Synonym ist sekalian:

  • Allah memelihara sekalian orang yang percaya akan Dia. „Allah sorgt für alle, die an ihn glauben“. (LDTI)

segala

wie an anderer Stelle schon erwähnt, bedeutet dieses Wort, das aus dem Sanskrit stammt (sakala „alles“), „alle“ im Sinne von „jede Art von, jedwede“. Im Gegensatz zu semua unterstreicht segala, daß es sich um viele verschiedene Einzelelemente handelt.

  • Segala perbuatannya tak ada yang bercela. „Von allen seinen Handlungen (ganz gleich, um welche es sich handelt), ist keine zu beanstanden.“
  • Segala sesuatu yang terjadi pada diri kita sudah ditentukan oleh tuhan. „Jedes einzelne, das uns geschieht, ist uns bereits durch Gott vorbestimmt.“

Im ersten Satz läßt sich segala durch semua ersetzen, im zweiten jedoch nicht.

Weitere Wörter

LDTI hat noch weitere Wörter, die die Bedeutung „alle(s)“/“ganz“ aufweisen. Da dies jedoch von der Verwendung des Wortes „all“ im Englischen ausgeht, kann dies ein wenig vom deutschen Sprachgebrauch abweichen. Im übrigen folgt eine kurze Liste:

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bébas

April 23, 2008

Mr. Arbee weist in einer seiner Sprachkolumnen auf einen interessanten syntaktischen Unterschied hin bzgl. der Bedeutung von bébas, je nach dem, ob sie mit einem Nomen oder einem Verb stehen. Das Beispiel aus seiner Kolumne:

  • bébas rokok: „rauchfrei“, auch als bébas dari rokok „frei vom Rauchen“ umschreibbar.
  • bébas merokok: „frei zu rauchen“, auch als bébas untuk merokok „frei um zu rauchen“ umschreibbar.

Weitere Beispiele: bébas pajak „steuerbefreit“, bébas makan dan minum „all-you-can-eat/drink“

Quinn weist noch darauf hin, bébas nicht mit cuma-cuma „kostenlos“ und merdéka „frei von Fremdherrschaft, unabhängig“*) zu verwechseln:

  • Dengan imunisasi Indonésia akan bébas polio.
  • Dia mendapat makan dan minum cuma-cuma.
  • Indonésia menjadi merdéka pada tahun 1945.

*) wobei natürlich die Definition von merdéka so ähnlich wie bébas dari penjajahan „frei von Kolonialherrschaft“ umschrieben werden kann.

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Haben ber-Verben Objekte?

April 22, 2008

Wir hatten ja schon mal die Frage aufgeworfen, ob es ber-Verben mit direkten Objekten gibt.

Worum es nicht geht

Zunächst ein paar Bemerkungen zu ber-Verben, die nur scheinbar ein Objekt aufweisen. Zum einen gibt es ber-Verben, die sich auf eine selbsgerichtete Handlung beziehen und daher mit diri „selbst“ stehen können:

  • berdiam (diri) „schweigen“
  • berjemur (diri) „sonnenbaden, sich sonnen“
  • berhias (diri) „sich anziehen, sich zurechtmachen“

Sie müssen auch von den Fällen unterschieden werden, wo ber- eine Ableitung von einer Nominalphrase bewirkt. Hat das Kopfnomen ein Attribut, wird dieses mit abgeleitet, was dann zum Eindruck führt, daß ein ber-Verb ein Komplement hätte:

bersépatu „Schuhe tragen“ ist von sépatu „Schuh“ ableitet. Nun gibt es bersépatu hitam „schwarze Schuhe tragen“. hitam steht hier nicht als Komplement zu bersépatu, sondern vielmehr ber- steht für eine Ableitung von sépatu hitam „schwarze Schuhe“. D.h. die Grenzen können so gezogen werden: ber[sépatu hitam] und nicht [bersépatu] hitam.

Verben mit obyék non pasif

Sneddon (61, 266f) spricht von „those that take a complement“, und laut diesem Blogeintrag (J) nennen einige indonesische Sprachwissenschaftler das „obyék non pasif“. Zunächst ein paar Beispiele hierzu:

  • belajar bahasa Indonésia „Indonesisch lernen“
  • berbicara bahasa Jépang „Japanisch sprechen“
  • beternak ayam „Hühner züchten“
  • bermain olah raga „Sport treiben“
  • berpakaian piyama „Pyjama tragen“
  • bernyanyi lagu „ein Lied singen“
  • berisi air „Wasser enthalten“
  • berpindah tempat „den Ort wechseln“
  • berdagang barang-barang berharga „mit Wertgegenständen handeln“
  • berumur delapan tahun „18 Jahre alt sein“
  • bernama Idrus „Idrus heißen“
  • bertanam jagung „Mais anbauen“
  • berburu rusa „Rotwild jagen“
  • berjual ikan „Fisch verkaufen“

Alle obengenannten Verben ist gemein, daß die Objekte ein generisches Objekt bezeichnen, d.h. sie beziehen sich nicht auf eine spezifische Sache: bertanam jagung bezieht sich nicht auf eine bestimmte Maispflanze, und berburu rusa nicht auf ein bestimmtes Reh. Falls man sich auf etwas Bestimmtes beziehen will, muß man ein meng-Verb verwenden: menaman jagung (itu) „diese Maispflanze hier anbauen“ und memburu rusa (itu) „dieses Reh jagen“. (bernama Idrus könnte allerdings eher eine Ableitung von der Nominalphrase nama Idrus „der Name Idrus“, wie im vorherigen Abschnitt angesprochen, sein.)

Als Sonderfall gewissermaßen mag bertukar „(aus)wechseln, (aus)tauschen“ gelten, das mit einem Objekt stehen muß, welches jedoch in der Regel auch generisch ist:

  • Selama dua jam meréka duduk bertukar pendapat. „Zwei Stunden saßen sie und tauschten sich über ihre Meinung aus“ (LDTI)

Es gibt noch einige andere intransitive Verben, die mit einem Nominalkomplement stehen können:

  • menjadi présiden „Präsident werden“
  • punya uang „Geld haben“
  • suka kopi „Kaffee mögen“
  • mau téh „Tee wollen“
  • tahu hal itu „diese Sache wissen“
  • merangkap menteri keuangan „gleichzeitig Finanzminister sein“
  • menyangkut masalah politik „mit politischen Angelengeheiten zu tun haben“

Nicht alle diese Verben sind vergleichbar mit den obengenannten ber-Verben, z.B. steht suka auch mit Präpositionalkomplement.

Schließlich können ein paar intransitive Verben ein bahwa-Komplement haben:

  • berharap „hoffen“
  • berkata „sagen“
  • berpikir „denken“
  • berpendapat, beranggapan „meinen“
  • sadar „bewußt sein“
  • lupa „vergessen“
  • ingat „erinnern“

Im Gegensatz zum Deutschen können diese Verben kein Nominalkomplement haben.

  • Dia berkata bahwa ibunya sakit. Er sagt, daß seine Mutter krank sei. (LDTI)

Keine transitiven Verben?

Daß diese Verben dennoch als intransitiv angesehen werden, liegt also zum einen daran, daß die Nominalphrase allenfalls ein generisches Objekt darstellt, was in vielen Sprachen der Welt zu einer reduzierten Transitivität führt. Zum anderen kann man als syntaktischen Nachweis anführen, daß diese Konstruktion nicht im Passivfokus oder in einer Passivkonstruktion stehen kann.


Sumba und Sumbawa

April 20, 2008

Die kleinen Sundainseln, ein Begriff, der im Indonesischen nicht mehr gebräuchlich ist, sondern durch Nusa Tenggara „Südostinseln“ abgelöst worden ist. Bis 1959 formten sie eine Provinz, Sunda Kecil, und wurden dann in drei Provinzen geteilt: Bali, Nusa Tenggara Barat und Nusa Tenggara Timur. 1976 wird Osttimor annektiert und zur vierten Provinz Loro Sae, später Timor Timur. Seit der Unabhängigkeit Osttimors 2002 sind es dann wieder nur drei Provinzen. (Quelle)

Nusa Tenggara Barat umfaßt Lombok und Sumbawa, während Nusa Tenggara Timur sich auf Flores, Solor, Lembata und das Alor-Archipel und Sumba und Westtimor erstreckt.

lesser_sunda_islands.png

Und ja, ich verwechsle immer mal die Inseln Sumba und Sumbawa. Ich habe jetzt eine Eselsbrücke gefunden: SumbaWa gehört noch zur Provinz Nusa Tenggara Barat (West), während Sumba schon zur Provinz Nusa Tenggara Timur (Ost) gehört. Sumbawa gehört also in die Inselkette Jawa, Bali, Lombok, Sumbawa, Flores (Eselsbrücke: Jeder bessere Liebhaber schwatzt fiel), während Sumba eher Timor (Eselsbrücke: S vor T im Alphabet) gegenüberliegt.


istiméwa und peristiwa

April 18, 2008

Zwei Wörter, die ich manchmal verwechsele und die auch deswegen schwierig zu merken sind, da beide aus dem Sanskrit stammen…

istiméwa

„besonders/speziell“, vom Sanskrit àstàm eva „so sei es!“

  • Saya pernah berkunjung ke California. Menurut saya tidak ada yang istiméwa di sana.

Es gibt noch ein anderes Wort für „besonders/speziell“, khusus,das aus dem Arabischen stammt. Laut LDTI besteht der Unterschied jedoch darin, daß istiméwa etwas Außergewöhnliches bezeichnet, etwas, das ob seiner Einzigartigkeit heraussticht. khusus steht mehr für etwas Besonderes/Spezielles im Sinne von „nicht allgemein, gewöhnlich“:

  • Meréka belajar di sekolah khusus.

peristiwa

„Geschehnis (event), Vorfall (incident)“, vom Sanskrit prastàva „Gelegenheit“

    • Rupanya ada peristiwa yang menyedihkan, Bibi.

    Laut LDTI ist peristiwa gleichbedeutung mit dem malaiischen kejadian:

    • Menurut Seksi Jasa Meteorologi, kejadian ini disebabkan angin panas dari Australia.

    Laut KII bedeutet peristiwa auch „Phänomen“, aber Wikipedia scheint neben fénoména vor allem „natürliches Symptom“, gejala alam, zu bevorzugen. Auch alleinstehend kann gejala so etwas wie „soziales Phänomen, Trend in einer Gesellschaft“ bedeuten:

    • Kenakalan remaja itu gejala yang cukup umum di kota-kota besar.

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