Indonesische Ortsnamen auf chinesisch – Teil 1, Inseln

Oktober 6, 2009

In einer Reihe von Beiträgen will ich mich damit beschäftigen, wie indonesische Ortsnamen ins Chinesische übertragen werden. Aufgrund der logographischen Schrift des Chinesischen ist die Übertragung fremdländischer Namen nicht ohne weiteres zu erschließen. Grundsätzlich gibt es folgende Arten der Übertragung:

  • Transliteration, d.h. chinesische Schriftzeichen werden aufgrund ihrer ähnlichen Aussprache ohne Rücksicht auf die individuelle Zeichenbedeutung herangezogen. Z.B. 柏林 Bólín für Berlin. Dies ist bei weitem die häufigste Methode. Aufgrund der langen Geschichte von chinesischen Einwanderern in Indonesien gibt es viele Transliterationen, die auf alten Namen beruhen oder auf anderen chinesischen Sprachen und Dialekten als dem Mandarin.
  • Eine sinngemäße Übersetzung (Calque), d.h. ein Name wird anhand seiner Bedeutung übersetzt. Z.B. 牛津 Niújīn für Oxford, mit den jeweiligen chinesischen Zeichen für „Kuh“ und „Furt“. Heute sehr selten.
  • In Regionen außerhalb Chinas mit einer langen Geschichte chinesischer Einwanderung, wie die Vereinigten Staaten oder Südostasien, haben einige Orte auch spezifisch chinesische Namen, die mit dem ursprünglichen Namen keine Beziehung haben. Z.B. ist der chinesische Name für San Francisco „Alter Goldberg“, 舊金山 Jiùjīnshān. Naturgemäß sehr selten.
  • Eine Mischung aus Transliteration und Calque, z.B. 劍橋 Jiànqiáo für Cambridge. Das erste Zeichen mit der Bedeutung „Schwert“ wurde für seine Aussprache gewählt und das zweite Zeichen bedeutet „Brücke“.

Auch wenn bei der Methode die Transliteration bei weitem überwiegt, sind bei vielen Ortsnamen verschiedene Versionen im Gebrauch. Besonders häufig ist dies der Fall beim in Taiwan gebräuchlichen Taiwan-Mandarin (auch 國語  guóyŭ genannt), das dort von dem in der Volksrepublick verwendeten 普通话 pŭtōnghuà abweichen kann. Diese sind jeweils mit TW (für Taiwan) und BJ (für Beijing/Peking) gekennzeichnet. Wo diese Unterschiede sich lediglich auf die Form der Schriftzeichen beziehen, sind diese nicht berücksichtigt. Sofern in Hong Kong,  Singapur und Malaysia eine von TW und BJ abweichende Schreibweise gepflegt wird, werden diese entsprechend als HK,  SG und MY gekennzeichnet.

Die Großen Inseln

  • Java (auf indonesisch Jawa):  爪哇島 Zhăowā dăo. Der alte Name der Insel lautete auf sanskrit Jawadwīpa („Insel Java“), was in zeitgenössischen chinesischen Dokumenten als 耶婆提 yēbótí wiedergegeben wurde)
  • Sumatra (auf indonesisch auch Sumatera): 蘇門答臘島 Sūméndálà dăo. Der alte Name der Insel lautete auf sanskrit Swarnadwīpa oder Swarnabhūmi (Goldene Insel oder Goldenes Land), was entsprechend auf malaiisch auch Pulau émas genannt wurde. Das Chinesische verwendete hierfür eine Sinnübersetzung, 金洲 Jīnzhōu.
  • Borneo (auf indonesisch Kalimantan):  婆羅洲 Bóluó zhōu. Diese Insel ist aufgeteilt zwischen drei Nationen:  Indonesien, Malaysia (zwei Staaten, Sabah 沙巴 Shābā und Sarawak沙勞越  Shāláoyuè (TW)/ 沙捞越Shālāoyuè (BJ)/ 砂拉越 Shālāyuè (MY)) und Brunei (汶萊 Wènlái in TW, 文莱 Wénlái in BJ). Der chinesische Sprachgebrauch scheint den der westlichen Welt zu spiegeln, d.h. Borneo wird als Name der gesamten Insel bevorzugt, und das indonesische Kalimantan nur in einem spezifisch indonesischen Kontext verwendet. Hierfür wird加里曼丹島 Jiālĭmàndān dăo verwendet. Die Insel taucht unter verschiedenen Varianten in alten chinesischen Dokumenten auf, meist eine Variation auf Borneo: 渤泥 Bóní,婆利 Bólì, 婆羅 Bóluó, 婆羅乃 Bóluónăi.
  • Sulawesi (ehedem Celebes): 蘇拉威西島 Sūlāwēixī dăo. Der alte Name Celebes wurde als 西里伯 Xīlĭbó wiedergegeben.
  • Neuguinea/Papua/Irian: wie die einzelnen Namen zueinander stehen, habe ich ja bereits in einem früheren Artikel beschrieben. Hier möchte ich nur die jeweiligen chinesischen Transkriptionen aufführen. Neuguinea (auf indonesisch Niugini) ist 紐幾內亞 Niŭjīnèiyà in TW, und 新畿內亞 in HK, in Kurzzeichen in BJ als 新几内亚, beide Xīnjīnèiyà. Papua ist巴布亞 Bābùyà, Irian 伊利安 Yīlì’ān.

Die Kleinen Inseln

  • Madura (nordöstlich von Java, Provinz Jawa Timur): 馬都拉島 Mădūlā dăo.
  • Bali (östlich von Java, Provinz Bali): 峇里島/巴里島 Bālĭ dăo in TW, 巴厘島 Bālí dăo in BJ.
  • Lombok (östlich von Bali, Provinz Nusa Tenggara Barat, NTB): 龍目島 Lóngmù dăo.
  • Sumbawa (östlich von Lombok, Provinz NTB):  松巴哇島 Sōngbāwā dăo.
  • Sumba (südöstlich von Sumbawa, Provinz Nusa Tenggara Timur, NTT): 松巴島 Sōngbā dăo.
  • Flores und Komodo (östlich von Sumbawa, Provinz NTT): 弗洛勒斯 Fúluòlèsī dăo, 科莫多島 Kēmùduō dǎo, 哥摩多島 Gēmóduō dǎo. Die auf Insel Komodo heimischen Komodowarane heißen auf chinesisch übrigens 科莫多龍 kēmùduō lóng, 科莫多巨蜥 kēmùduō jùxī oder auch科摩多巨蜥 kēmùduō jùxī.
  • Timor (Westtimor bildet den Ostrand der Provinz NTT): 帝汶島 Dìwèn dǎo. Das im Jahre 2002 unter dem Namen Timor Leste von Indonesien (als indonesische Provinz hieß es Timor Timur, abgekürzt TimTim) unabhängig gewordene Osttimor heißt entsprechend 東帝汶 Dōng Dìwèn.
  • Die Molukken (Maluku) (heute in zwei Provinzen aufgeteilt, Maluku und Maluku Utara): 摩鹿加群島 Mólùjiā qúndǎo. Zwei der wichtigsten Inseln der Molukken sind Halmahera und Ambon. Halmahera ist auf chinesisich 哈馬黑拉島 Hāmǎhēilā dǎo, wobei es auch unter dem Namen Jilolo/Gilolo bekannt ist, was auf chinesisch wiederum mit濟羅羅島 Jìluóluó dǎo wiedergegeben wird. Ambon lautet auf chinesisch 安汶島 Ānwèn dǎo.
  • Riau-Inseln (östlich von Sumatra, Provinz Kepulauan Riau): 廖內群島 Liàonèi qúndǎo.

Im August… (inkl. Links 6)

September 17, 2009

… kam ich leider aus verschiedenen Gründen nicht zum Bloggen. Daher habe ich nicht nur den indonesischen Nationalfeiertag vom 17. August verpaßt, sondern auch den Beginn des Monats Ramadan. Allerdings habe ich darüber schon letztes Jahr hier gebloggt:

Außerdem noch ein paar Links, diesmal zum Thema „Mehrsprachiges“:


Turut berduka cita…

Juli 17, 2009

sagt man, um seine Anteilnahme auszudrücken, wenn jemand einen Angehörigen verloren hat.

  • turut bedeutet soviel wie ikut, also jemandem folgen
  • berduka bedeutet „bestürzt sein“
  • cita bedeutet „Gefühl“

Die letzten beiden Wörtern zusammen berduka cita bedeuten, daß man trauert, und turut berduka cita, daß man Anteil nimmt an der Trauer von anderen, auch mit Subjekt wie Saya turut berduka cita. Ein passendes Wort, das man in der jetzigen Situation an indonesische Freunde richten kann, angesichts der Bomben in Jakarta.

Englischsprachige Nachrichtenwebseiten wie von der Jakarta Post oder vom Jakarta Globe sind jetzt nicht erreichbar, wohl aufgrund der großen Zugriffzahlen, die englischsprachige Webseite von Tempo ist erreichbar, läßt aber zu wünschen übrig. Bleiben also außer den internationalen Medien die indonesischsprachigen Nachrichtenquellen:

Erste Reaktionen aus der Blogosphäre:


Die Präsidentschaftswahlen in Indonesien…

Juli 9, 2009

… scheinen bereits in der ersten Runde entschieden worden zu sein. Zum zweitenmal in der Geschichte Indonesiens wurde der Präsident direkt vom Volk gewählt und diesmal scheint der neue Präsident auch der alte zu sein: Susilo Bambang Yudhoyono (SBY) scheint eine weitere Amtszeit sicher zu sein.

Eine kleine Auswahl von Artikeln aus der Blogosphäre:


Notizen zur Umgangssprache 3: an-Suffix

Juni 19, 2009

Ich hatte in einem früheren Beitrag (Teil I und Teil II) die Verwendung dieses Suffixes in der Standardsprache und einige seiner Verwendungsweisen in der Umgangssprache beschrieben. Mithilfe von Kapitel 2.6 von CJI möchte ich nun hier ein vervollstädigtes Bild zeichnen. Es ist zu beachten, daß aufgrund dieser Vorgeschichte dies keine bloße Wiedergabe von CJI ist, sondern eine Synthese verschiedener Quellen, inkl. IndoSlang.

Allgemeiner Überblick

Die Nachsilbe wird in der Standardsprache folgendermaßen verwendet, wie auch in einem früheren Beitrag beschrieben:

  1. Bildung von Nomen, abgeleitet von Nomen und Verben, teilweise mit Reduplikation
  2. Bildung von Adjektiven, in der Regel abgeleitet von Nomen und Adjektiven
  3. Bildung von Adverbien, in der Regel abgeleitet von Nomen, Verben und Adjektiven bei gleichzeitiger Reduplikation der Wurzel
  4. Bildung von reziprokalen Verben, wobei  hier noch das Präfix ber- hinzutritt und je nach Art der Analyse auch von einem Zirkumfix ber- -an die Rede sein kann.

Was 1.-3. angeht, gilt dies auch für die Umgangssprache, doch kommen zwei Verwendungsweisen hinzu, die für die Umgangssprache typisch sind:

  1. Komparativbildung bei Adjektiven, wie in dem besagten Beitrag ebenfalls kurz angeschnitten
  2. Ableitung von Adverbien von Adjektiven ohne Reduplikation der Wurzel

 Was 4. angeht, unterscheidet sich die Umgangssprache insofern, daß hier kein ber-Präfix auftritt, sondern mithin das -an-Suffix allein ausreicht, um ein reziprokales Verb zu bilden.

Komparativbildung bei Adjektiven

Komparativ bei Adjektiven, wobei dieselbe Konstruktion wie in der Standardspache, mit lebih laut Sneddon häufiger ist. baik „gut“ hat, wie in vielen Sprachen der Welt, in der Umgangssprache eine Suppletivform: mendingan.

(1) Yang kencengan dikit, dong.

(2) Pinteran gua dibandingin elu. 

Ableitung von Adverbien

Manche Adjektive bilden auch Adverbialformen vermittels -an,  wobei dies anders als in der Standardsprache, wo dies in der Regel mit einer Reduplikation der Wurzel einhergeht, in der Umgangssprache nicht der Fall ist. Generell gilt aber, daß dies nicht übermäßig produktiv ist, die Bedeutung schwer vorhersagbar ist und daher von Fall zu Fall gelernt werden sollte.

Beispiele sind Wörter wie benaran von benar, auch barusan von baru, wobei man das eingeschobene /s/ beachte.

(3) Murah! Beneran murah!

Bildung von reziprokalen Verben

Ich verzichte hier auf Beispiele, da dieser frühere Beitrag bereits viele enthällt. CJI weist jedoch darauf hin, daß es einige Verben auf -an in der Umgangssprache gibt, die kein Gegenstück auf ber- -an in der Standardsprache aufweisen. (4) zeigt ein nicht-reziprokales Verb, latihan „trainieren“, welchem in der Standardsprache berlatih entspricht, und (5) ein reziprokales Verb temenan „befreundet sein mit“, das in der Standardsprache berteman ist (es könnte sich hierbei um einen Fall von Haplologie handeln, ähnlich wie beim dt. Zauberer vs. Zauberin)

(4) Lagi latihan tablo.

(5) Mungkin gua lebih milih temenan sama céwék Barat.

 

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Notizen zur Umgangssprache 2: ke-Präfix

Juni 12, 2009

Die in Kapitel 2.3 und 2.4 behandelten Verbpräfixe ber- und meng- habe ich an anderer Stelle schon behandelt. In Kapitel 2.5 geht es um das ke-Präfix, das in der Umgangssprache einige Funktionen von ter- übernehmen kann, und welches von vielen Sprachpuristen als nichtstandardsprachlich abgelehnt wird.

Das ter-Präfix in der Standardsprache

Zunächst müssen wir uns in Erinnerung rufen, in welchen Funktionen ter- in der Standardsprache verwendet wird:

  1. Superlativ von Adjektiven: terbaik „am besten“, terendah „am niedrigsten“
  2. feststehende adverbiale Ausdrücke: terlalu „zu sehr“, termasuk „inklusive“, ternyata „klar“, terserah „das hängt von dir ab„, terutama „insbesondere“.
  3. Es kann auch mit Verben stehen: a. stativische Verben, die einen Zustand bezeichnen wie terletak „sich befinden“ oder tertulis „geschrieben stehen“; 3b. nonintentionale Verben („accidental verbs“), die ein unkontrollierbares Ereignis bezeichnet, je nach Verb kann dies ein ungewolltes, unerwartetes, urheberloses, unbeabsichtigtes oder plötzliches Ereignis sein;  3c.  abilitative Verben, die aussagen, daß das Subjekt in der Lage ist, die Handlung auszuführen (oder nicht, bei entsprechender Negation).

Ersetzung durch ke- bei nonintentionalen und bei abilitativen Verben

ke- kann in der Umgangssprache nur bei  3b. und 3c. an Stelle von ter- treten, welches jedoch auch in der Umgangssprache auftreten kann. Sehen wir uns zunächst Beispiele für 3a., 3b. und 3c. mit ter- in der Umgangssprache an, (1) ist ein Beispiel für 3a, (2) für 3b und (3) für 3c:

(1) gua suka ngeliat céwék-céwék yang rambutnya panjang dan terawat.

(2) tapi kalo dia terpaksa, ya gua kasian gitu.

(3) trus benda-benda yang tidak terlihat, misalnya kayak santet segala macem, itu lebih gampang masuk ke rumah.

Wie oben erwähnt, kann bei einem stativischen Verb wie in (1) ke- nicht an die Stelle von ter- treten, wohl aber ist es bei (2) und (3) möglich. (4) ist ein entsprechendes Beispiel für ein nonintentionales Verb und (5) für ein abilitatives:

(4) kadang-kadang Trisna bilang, „San, jangan kemakan ama cinta aja“.

(5) tulisannya kebaca, nggak?

Ein wichtiger Hinweis ist noch, daß in den Kombinationen ter- -kan und ter- -i weder das Präfix durch ke– noch das Suffix durch -in ersetzt werden kann.

ke-Verben ohne ter-Widerpart

Einige Verben in der Umgangssprache treten mit ke- auf, ohne daß sie in der Standardsprache sonst mit ter- stehen würden. Sie scheinen auch keine Ableitung darzustellen. Dies scheint ein Einfluß des Javanischen zu sein:

  • ketemu „treffen“, wofür in der Standardsprache in der Regel bertemu steht
  • kepengen „wollen“, welches in der Umgangssprache auch suffixlos pengen gebraucht wird. Beide entsprechen dem standardsprachlichen ingin
  • keterima „angenommen werden (Bewerbung o.ä.)“ hat in der Standardsprache kein *terterima, nur diterima. Gua ngelamar, belom tentu keterima. „Ich habe mich beworben, aber es ist noch unklar, ob ich angenommen werde.“
  • ketimbang „verglichen mit“ (ohne Präposition!) ist standardsprachlích dibandingkan dengan. Als Übergangsform zwischen Standardsprache und Umgangssprache gibt es auch dibandingin. Itu lebih puas ketimbang harus kerja. „Das ist besser als arbeiten zu müssen“.
  • ketewa „lachen“ hat zwar eine Entsprechung mit ter- in der Standardsprache, nämlich tertawa, aber es ist einer Erwähnung wert, weil die Form mit ter- in der gesprochenen Sprache praktisch nichtexistent ist. Selbst in Meetings fällt tertawa in Sneddons Daten nur ein einziges Mal.

Notizen zur Umgangssprache 1: initiales /s/

Juni 5, 2009

Dies ist der erste Beitrag, der auf Sneddons Colloquial Jakarta Indonesian basiert, eine Untersuchung der modernen Jakartaer Umgangssprache. Kapitel 2.0 und 2.1 besprechen von mir bereits in mehreren Beiträgen erwähnte phonologische Veränderungen in der Umgangssprache, 2.1 geht insbesondere auf den Wechsel von /a/ zu Schwa in manchen Wörtern in der Umgangssprache ein. In Kapitel 2.2 behandelt er vier sehr häufige Wörter, bei der in der Umgangssprache initiales /s/ entfällt:

  • saja wird zu aja („nur“)
  • sudah wird zu udah („gerade, schon“)
  • sama wird zu ama („mit“)
  • sampai wird stets zu sampe, und oft auch zu ampe („bis“)

aja und udah

Für saja und sudah gibt Sneddon auch Zahlen an: in Unterhaltungen und in (von Helfern durchgeführten informellen) Interviews werden die informalen s-losen Varianten zu mehr als 90% verwendet, aber auch in Meetings tritt aja zu über 50% und udah zu immerhin rund 30% auf.

(1) Dia diem-diem aja, ya?

(2) Udah siap-siap buat kuliah, belom?

ama

Das Verhältnis zwischen sama und ama ist komplizierter. sama gerade in der Umgangssprache ist ein so vielseitig verwendbares Wort, daß es einen eigenen Beitrag verdient. Die s-lose Variante kann, wenn auch nicht übermäßig häufig, auftreten, wo sama als Präposition verwendet wird wie in (3) und (4).

(3) Gua bingung ama nyokapnya dia loh.

(4) gua dijemput ama Fido.

sama kann auch als Adjektiv im Sinne von „gleich“ verwendet werden, wo es nicht ersetzt werden kann.

(5) Kebetulan hobinya sama.

Auch in verschiedenen Wendungen kann es nicht ersetzt werden, als Beispiel werden sama sekali (tidak) „überhaupt (nicht)“, sama dengan „dasselbe wie“ und kerja sama „zusammenarbeiten“ genannt. Letzteres steht aber mit der Präposition sama, welche dann wie in (6)  ohne /s/ stehen kann:

(6) Buka sekola balet, kerja sama ama orang Korea.

ampe

Sneddon gibt keine Zahlen, sondern sagt lediglich, daß sampai, welches laut den phonologischen Regeln der Umgangssprache stets sampe gesprochen wird, „manchmal“ auch sein /s/ verlieren kann.

(7) Kok brani sih ampe pinjem duit ke orangtuanya gitu?

Die Übersetzungen der Beispielssätze folgen

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