Selamat Hari Kartini

April 21, 2009

Heute ist der 130. Geburstag von Raden Adjeng Kartini, einer javanischen Adligen, die als Vorreiterin der Frauenrechte im kolonialen Niederländisch-Indien galt. Sie starb jung, im Alter von 25 Jahren, und war die Viertfrau eines javanisches Regenten und setzte sich zeitlebens für die Rechte der Frauen und andere soziale Angelegenheiten ein. Der erste Präsident Indonesiens, Sukarno, erklärte 1964 Kartinis Geburtstag zum Gedenktag, was bis zum heutigen Tag umstritten ist, da es viele andere Frauen gebe, die sich viel mehr um die Emanzipation der Frauen in Indonesien verdient gemacht hätten. Ein Vorschlag war, den Kartini-Tag mit dem Muttertag am 22. Dezember zusammenzulegen.

Der heutige Tag wird in der Regel so begangen, daß traditionelle Kleidung getragen wird und mancherorts besondere Aktivitäten veranstaltet werden, wie z.B. Wettbewerbe, bei denen Ausländer javanische Gedichte vortragen (die Verbindung zu Kartini könnte neben der Tatsache, daß sie eine javanische Adlige war, sein, daß sie sich auch um die Verständigung zwischen Ost und West bemühte, so sprach sie fließend Niederländisch und hatte regen Briefkontakt in die Niederlande).

Der indonesischsprachige Artikel aus der Wikipedia zum Thema ist übrigens hervorragend geschrieben, hier der erste Absatz:

Raden Adjeng Kartini atau sebenarnya lebih tepat disebut Raden Ayu Kartini, (lahir di Jepara, Jawa Tengah, 21 April 1879 – wafat di Rembang, Jawa Tengah, 17 September 1904 pada umur 25 tahun) adalah seorang tokoh Jawa dan Pahlawan Nasional Indonesia. Kartini dikenal sebagai pelopor kebangkitan perempuan pribumi.

Wortliste folgt unten.

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Schach

März 31, 2008

Dieser Eintrag wurde durch die beiden Einträge auf Bradshaw of the Future zu den Ursprüngen der Wörter Schach und Schachmatt inspiriert.

Der Name des Spiels

Auf indonesisch heißt das Spiel catur, was im Sanskrit „vier“ bedeutet. Laut indonesischsprachiger Wikipedia kommt es von caturangga, was „vier Ecken“ bedeuten soll. Allerdings sagt die englische Wikipedia, daß das Spiel zwar Chaturanga hieß, aber der Name ursprünglich von Chatur-anga-bala herrühren soll, welches „eine Armee bestehend aus vier Teilen“ bedeute. Dies wurde ins Persische übernommen als shatranj, welches der Ursprung für diverse Bezeichnungen für das Spiel in verschiedenen Sprachen wie dem Englischen chess darstellt. (Das deutsche Schach rührt vom persischen Shah „König“ und wird weiter unten behandelt.) Im Indonesischen kann caturangga heute „Schachbrett“ bezeichnen.

Schachbrett und Figuren

  • papan catur oder caturangga: Schachbrett
  • lajur/baris: Reihe/Linie: das Wörterbuch (KII) gibt für jedes Wort jeweils „row, line“ an, das ist natürlich ein wenig verwirrend, was jetzt was ist….
  • bidak: Figur
  • pion: (aus dem Niederländischen) Bauer
  • bénténg: (wörtlich „Festung“) Turm
  • kuda: (wörtl. „Pferd“) Springer
  • gajah: (wörtl. „Elephant“, aus dem Sanskrit) Läufer.
  • menteri: (wörtl. „Minister“, aus dem Sanskrit) Dame; auch ratu „Königin“ ist gebräuchlich.
  • raja: (aus dem Sanskrit) König

Schachmatt und andere Spielsituationen

  • ancam raja sekak: dies scheint die Fügung zu sein, die „dem König Schach bieten“ (bzw. ancam „drohen“) bedeutet. 100%ig klar ist es leider nicht.
  • sekak mat: Schachmatt, der Lautung zu urteilen eher eine Entlehnung aus dem Niederländischen Schaakmat als aus dem Arabischen oder Persischen. Übrigens bedeutet „Schachmatt“ nicht „der König ist tot“, lediglich „der König weiß nicht mehr weiter“. Zwar bedeutet mata im Arabischen „tot“, aber zwischen den beiden Wörtern besteht kein Zusammenhang. Auch nicht zum indonesischen mati „tot“, welches vom Proto-Austronesischen maCay herrührt. Mehr zur Etymologie des Wortes hier.
  • seri: Unentschieden, speziell für Schach ist auch remis gebräuchlich. Ob für Patt tatsächlich (keadaan) pat gebräuchlich ist, ist schwierig zu sagen, da die einzigen Ergebnisse auf Wikipedia verweisen.

Zuguterletzt noch ein Buchtitel: Bidak-bidak di papan catur iblis „Figuren auf Satans Schachbrett“ ist der indonesische Titel des Buches Pawns in the game, vom kanadischen Verschwörtungstheoretiker William Guy Carr.