Exkurs: Hokkien

Da das Hokkien im vorherigen Beitrag zur Sprache kam, hier eine kurze Ausführung: die wichtigsten Sprachengruppen Südchinas sind das Kantonesische (oder auch Yue), das Hokkien (oder auch Min) und das Hakka. Die Sprecher dieser drei Gruppen stellen auch den Großteil derjenigen dar, die seit der frühen Neuzeit in die verschiedenen Gebiete Südostasiens ausgewandert sind. Hokkien, auf Mandarin Fujian, wird vor allem in der gleichnamigen Provinz gesprochen. Min wird in verschiedene Untergruppen eingeteilt, die untereinander unverständlich sind, aber für unsere Belange am relevantesten ist das Südliche Min. Es waren auch vor allem Sprecher des Südlichen Min, die seit dem 17. Jahrhundert das benachbarte Taiwan besiedelten und auch darüber hinaus nach Südostasien vordrangen (s.a. auch Karte hier). Viele fanden auch den Weg nach Batavia, der damaligen niederländischen Kolonie Jakarta, und gingen so in das Gemengelage der Kulturen dort ein. Neben den besagten Pronomen gibt es noch weitere Wörter, bei denen angenommen wird, daß sie aus dem Hokkien stammen, wie z.B. die Zahlen, die zum Geldzählen verwendet werden: Ein Beispiel hierfür ist cepek „hundert“. Dieses Wort kommt auch in polisi cepek vor, was die berühmt-berüchtigte 100-Rupiah-Polizei bezeichnet. Es handelt sich hier nicht um Polizisten, sondern um einkommensschwache Bürger, die ihren Lebensunterhalt dadurch bestreiten, daß sie für 100 Rupiah Autofahrern helfen, sicher durch Verkehrsstaus und Kreuzungen und dergl. zu kommen. Hier ist ein kleines Video:

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