Galungan di Jerman

Oktober 12, 2009

Die höchsten Feiertage der Balinesen, Galungan, gefolgt von Kuningan stehen bevor, ersteres am 14., letzteres am 24.  (für genauere Informationen s. hier und hier). Für viele Balinesen ist dies Pflicht, in das Heimatdorf zurückzukehren, doch gerade für die Balinesen in Deutschland kann dies manchmal unmöglich sein. Laut einem indonesischsprachigen Bericht der  Bali Post finden daher auch Feierlichkeiten in Deutschland statt. Während Galungan am 14. bei jedem einzeln zu Hause gefeiert wird, soll Kuningan am Samstag, d. 24. Oktober 2009, im Rahmen einer zentralen Veranstaltung in Frankfurt begangen werden.

Selamat hari raya Galungan dan Kuningan!


Das Wort für Gott…

April 9, 2009

im Indonesischen lautet Tuhan, was “Herr“ bedeutet. In der vereinfachten Form tuan wird ist dies auch eine Anrede für hochgestellte Personen, kann aber auch den „Herrn“ im Gegensatz zum „Knecht“ bezeichnen, wie z.B. in tuan pabrik „Fabrikbesitzer“, tuan tanah „Landbesitzer“ etc. Auch wenn meist in der Umgangssprache in der Regel  das h ausfällt, wird dies bei dem Wort für Gott meist beibehalten, und selbst wenn nicht, wird in der Regel wert auf eine unterschiedliche Schreibweise gelegt.

Ein weiteres Wort für Gott ist déwa, das aus dem Sanskrit stammt und eher in Richtung „Gottheit“ geht; entsprechend gibt es eine weibliche Form déwi. Dies sind die Bezeichnungen, die z.B. für die balinesischen Gottheiten verwendet werden. Für den Gott einer monotheistischen Religion eignet sich dieses Wort nicht.

Kommen wir zum dritten Wort: das aus dem Arabischen stammende Allah. Dies wird natürlich von vielen Muslimen verwendet, aber auch von einigen Christen. Dies kann zu Konflikten führen, da gerade in Malaysia einige Muslime dr Auffassung sind, daß hinter der Verwendung dieses Wortes durch Christen Missionierungsbestrebungen stünden: so hatte es im Januar 2008 einen Konflikt in dieser Hinsicht gegeben, weil eine katholische Zeitung das Wort Allah verwendete und die Regierung die Lizenzverlängerung der Zeitung davon abhängig machen wollte, ob die Zeitung davon absieht, dieses Wort zu verwenden oder nicht (Language Log, New York Times Lede Blog). Dieser Streit flackerte jetzt im März wieder auf (Jakarta Post, Jakartass, FP Passport Blog).

Jetzt hat die indonesische Sängerin Agnes Monica, die katholisch ist, den Zorn der malaysischen Mullahs (zumindest in der Provinz Selangor) auf sich gezogen, mit ihrem neuesten Song, „Allah peduli“ (God cares)

Der Text ist wie folgt:

Banyak perkara
Yang tak dapat kumengerti
Mengapakah harus terjadi
Di dalam kehidupan ini
Satu perkara
Yang kusimpan dalam hati
Tiada sesuatu ‘kan terjadi
Tanpa Allah peduli
Allah mengerti Allah peduli
Segala persoalan yang kita hadapi
Tak akan pernah dibiarkanNya
Ku bergumul sendiri
S’bab Allah mengerti

(Im Musikvideo variiert sie die letzte Zeile ganz am Schluß allerdings als S’bab Allah, Yésusku mengerti)

Wortliste folgt unten

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Selamat Hari Natal

Dezember 25, 2008

Passend zum Fest, hier ein Video eines bekannten Weihnachtsliedes, hier gesungen auf indonesisch von einer jungen Dame namens Nikita:

Selamat hari natal dan tahun baru!


Selamat Lebaran (Ramadan – Teil 3)

Oktober 1, 2008

Heute ist Eid ul-Fitr, das Fest des Fastenbrechens, eines der höchsten Feiertage im Islam. Er steht direkt im Anschluß an das Ende des Ramadan und dauert drei Tage (für ein paar Ramadan-Bilder, darunter vier aus Indonesien, s. hier). In der Türkei auch als Zuckerfest bekannt, wird das Fest im Indonesischen auch als Idul Fitri oder Lebaran bezeichnet.  Zur Terminfestlegung gibt es ähnliche Streitigkeiten wie zum Termin des Ramadan, wie in diesem Beitrag beschrieben. Der neue Monat beginnt ja nach Sonnenuntergang mit Sichtung der ersten Mondsichel, jedoch ist es üblich bis zum ersten Eid-Gebet am nächsten Morgen das Glaubensbekenntnis takbir zu wiederholen. Je nach dem, wen man fragt, beginnt Eid ul-Fitr also direkt nach Ende des Ramadans, oder mit dem ersten Eid-Gebet.

Als Grußformeln kann man Selamat Hari Raya, Selamat Lebaran, Selamat Idul Fitri, oder auch in Kombinationen wie Selamat Hari Raya Idul Fitri verwenden. Auch ist wie zu Beginn des Ramadan die Formel Mohon maaf lahir batin, mit der um Vergebung für seine Fehler bittet, üblich. Eine arabische Grußformel, min al ‘aidin wa al faizin (teils anders geschrieben), wird häufig auch verwendet in der irrigen Annahme, sie bedeute dasselbe wie mohon maaf lahir batin. Wie auch hier und hier beschrieben, bedeutet die Formel „(ein Teil) von denen, die zurückkehren (zum Fastenbrechen), und von denen, die siegreich sind (in ihrem Glauben)“, d.h. es drückt den Wunsch aus, daß man zu denen gehört, die den Fastenmonat im Einklang mit den religiösen Vorgaben bestritten haben und in ihrem Glauben gestärkt worden sind. Anders als viele Indonesier denken, hat dies jedoch nicht das Geringste damit zu tun, seine Mitmenschen um Vergebung zu bitten. (Es gibt noch längere arabischsprachige Formeln, von denen der obige Ausdruck lediglich einen Teil darstellt, s. z.B. hier.)

Eine längere Version, wie sie als Kurznachricht verschickt wird, lautet z.B.

Selamat Idul Fitri 1429 H. Minal aidzin wal faidzin wal faidzin. Mohon maaf lahir dan bathin atas segala kesalahan baik yang disengaja maupun tidak. Semoga rahmat Tuhan selalu tercurah pada kita. Amin

Oder ein weiteres Beispiel:

Kecubung Batu dari Kalimantan Cantik disanding dengan Berlian. Berhubung Rabu depan sudah Lebaran, salah dan khilaf mohon dimaafkan. Selamat Hari Raya Idul Fitri 1429 H. Minal aidin wal’faizin.

(Aus Zeitgründen folgt eine Wortliste mit Anmerkungen erst in einigen Tagen an dieser Stelle.)

Anläßlich des Eid ul-Fitr reisen Millionen von Indonesiern in ihre Heimatdörfer, was zu enormen Verkehraufkommen führt. Dies wird mudik genannt, und jedes Jahr gibt es viele Verkehrstote zu beklagen. 

Die Hauptstadt Jakarta, die Menschen aus dem ganzen Land anzieht, wird also leer wie sonst nie sein. Und nach dem Fest wird die Hauptstadt um etwa 100.000 Neuankömmlinge anwachsen, denn die vielen Schilderungen der Heimkehrer in ihrem kampung werden einige ihrer Verwandten und Freunde ermuntern, es ebenfalls zu probieren.

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Ramadan – Teil 2

September 6, 2008

Fasten, welches zu den fünf Säulen des Islams (Rukun Islam) gehört, heißt berpuasa bzw. puasa als Nomen, daher wird der Fastenmonat Ramadan auch bulan puasa genannt. Das Wort stammt aus dem Sanskrit upavrsa. Die arabische Bezeichnung saum ist im Indonesischen weniger gebräuchlich, wenngleich das Wort in West-Java häufiger ist, da das Sundanesische dieses Wort verwendet.

Das allmorgendliche Mahl vor Sonnenaufgang, das vor dem Morgengebet subuh (subuh heißt auch Morgendämmerung, genauso wie fajar,und Sonnenaufgang matahari terbit) zu sich genommen wird, heißt sahur, der Muezzin (auf indonesisch muadzin) ruft dann mit dem adzan subuh imsak (azan oder adzan Ruf zum Gebet) die Gläubigen zum Morgengebet und heißt sie, mit dem Essen aufzuhören, da der Sonnenaufgang unmittelbar bevorsteht (imsak bezeichnet genau diese Zeit, kurz vor der Morgendämmerung, wenn es Zeit ist, mit dem Essen aufzuhören).

Wenn die Sonne untergeht (Sonnenuntergang matahari tenggelam oder terbenam, nach dem arabischen Begriff für Westen heißt es auch maghrib, was gleichzeitig auch für das Abendgebet steht), wird das Fasten gebrochen. Meist beginnt man mit einem kurzen Gebet zum Fastenbrechen (doa buka puasa), gefolgt von einem leichten Mahl (meist Früchte o.ä., manchmal nur Wasser), das ta’jil heißt, gefolgt vom Abendgebet (sholat maghrib), erst danach wird richtig gegessen (während doa jede Form eines Gebetes bezeichnen kann, bezieht sich shalat/sholat ausdrücklich auf das rituelle Gebet, wie es vom Islam fünfmal täglich vorgeschrieben ist). Zum Fastenbrechen kann man auch mit dem Ausdruck Selamat buka puasa gratulieren. 

Wer aus verschiedenen, zulässigen Gründen vorübergehend nicht fastet (z.B. Kranke, Schwangere, Reisende oder Frauen während ihrer Menstruation, auf indonesisch haid genannt), können dies später nachholen, was ganti puasa genannt wird. Wer aus Alters- oder Krankheitsgründen gar nicht mehr zum Fasten in der Lage ist, bezahlt eine Abgabe, die fidyah genannt wird.

Zuguterletzt noch ein Ausschnitt aus der indonesischsprachigen Wikipedia:

Puasa dalam agama Islam artinya menahan diri dari makan dan minum dan dari segala perbuatan yang boleh membatalkan puasa, mulai dari terbit fajar hinggalah terbenam matahari, untuk meningkatkan ketakwaan seorang muslim.

 

 

 

 

 

 

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Ramadan – Teil 1

August 31, 2008

Am heutigen Abend beginnt in weiten Teilen der islamischen Welt der der Fastenmonat Ramadan (oder Ramadhan auf indonesisch). Der genaue Zeitpunkt wird, wie ich auch in einem früheren Beitrag erwähnt habe, von verschiedenen muslimischen Organisationen und Institutionen in verschiedenen Ländern unterschiedlich gehandhabt. Ich sprach davon, daß es vor allem zwei verschiedene Methoden zur Datumsermittlung des Monatsanfangs gibt, zum einen, daß Mondsichelsichtungskommittees am Himmel nach dem neuen Mond Ausschau halten, und zum anderen, daß berechnet wird, an welchem Tag der Monduntergang erstmalig nach dem Sonnenuntergang stattfindet. Die erste Methode heißt auf indonesisch rukyatul hilal (arabisch für „den Mond sehen“) oder auch kurz rukyat, die letztere hisab, was auf arabisch „Berechnung“ bedeutet. Wie aus diesem Artikel in der Jakarta Post hervorgeht, verwenden die beiden größten muslimischen Organisationen des Landes unterschiedliche Methoden, die Nahdlatul Ulama die Mondsichelsichtungsmethode und die Muhammadiyah die Datumsberechnungsmethode. Interessanterweise war die Mondsichel in Nord-Sumatra nicht sichtbar, während sie in Ost-Java gesichtet wurde, dessen ungeachtet scheint es üblich zu sein, daß bei der Mondsichelsichtungsmethode nach einem landesweit einheitlichen Muster gestrebt wird, und daher auch in Nord-Sumatra ab morgen gefastet wird.

 

Alles Gute zum Ramadan wünscht man mit der Formel  Marhaban Ya Ramadhan. Selamat berpuasa. Ersteres ist eher ein Willkommenheißen des Monats auf arabisch, während letzteres ein frohes Fasten wünscht. Beide können aber auch für sich verwendet werden. Eine weitere Formel ist Selamat menunaikan ibadah puasa, in etwa „Herzlichen Glückwunsch (selamat) zum Durchführen (men(t)unaikan) der religiösen Handlung (ibadah) des Fastens (puasa)“. Zuguterletzt noch eine SMS, wie sie üblicherweise zu Ramadan verschickt wird (die Rechtschreibung ist vom SMS-Kurzstil angepaßt):

Marhaban yaa Ramadhan. Bulan di mana nafas menjadi tasbih, tidur menjadi ibadah. Amal diterima dan doa diijabah. Sebelum cahaya  surga padam, sebelum pintu tobat tertutup, sebelum Ramadhan datang, mohon maaf lahir batin atas perbuatan dan kata-kata.

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Selamat Hari Raya Galungan

August 23, 2008

Wie ich in einem früheren Eintrag bereits geschrieben habe, war am MIttwoch, den 20. August 2008, der wichtigste balinesische Feiertag, Galungan. Da das Fest eine volle Woche von 10 Tagen anhält, ist es wohl auch nicht so tragisch, daß ich erst jetzt dazu komme, etwas dazu zu schreiben. Dieses Jahr war die Dekoration sehr interessant, denn da am 17. August kurz vor dem Feiertag der Unabhängigkeitstag war, waren viele Gebäude in der Stadt natürlich noch ganz in rot-weiß gehalten. Das jetzt zusammen mit den Dekorationen für Galungan sah schon sehr interessant aus. Die anläßlich von Galungan aufgestellten und prächtig geschmückten Bambusstangen heißen übrigens Penjor. Leider habe ich kein Foto davon, aber ähnlich wie die Weihnachtsbeleuchtung bei uns gab es in der Stadt auch viele Läden mit einer Beleuchtung in Penjor-Form, was dem ganzen einen sehr festlichen Anstrich gab.

Laut dem hinduistischen Glauben, wie er auf Bali praktiziert wird, kommen an Galungan die Götter zusammen mit den ebenfalls vergöttlichten Vorfahren auf die Insel, um gegen das Böse zu kämpfen. Sie bleiben 10 Tage, der Tag, an dem sie die Insel wieder verlassen, wird Kuningan genannt. Galungan beginnt offiziell immer an einem Mittwoch, aber die Menschen sind natürlich schon vorher mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Die meisten Firmen geben nicht die ganzen 10 Tage frei, aber der Mittwoch und die folgenden ein, zwei Tage sind auf jeden Fall Feiertage, und meines Wissens gilt dies auch noch einmal für Kuningan (die hinduistischen Feiertage scheinen aber keinen nationalen Feiertage zu sein, mit Ausnahme von Nyepi). Es ist in der Arbeitswelt üblich, seinen Geschäftspartnern Geschenkkorbe zu Galungan zukommen zu lassen, ähnlich wie dies teils auch bei uns zu Weihnachten geschieht. Links ist ein solcher Geschenkkorb abgebildet.


Ostern

März 23, 2008

Selamat Paskah! (Frohe Ostern) Auch in Indonesien ist der Karfreitag ein Feiertag, so daß es also ein langes Wochenende gibt, zusammen mit dem Geburstag des Propheten. Ein paar Wörer von Bedeutung hier:

  • Paskah: Ostern
  • Minggu Suci: Heilige Woche, d.h. Karwoche
  • Minggu Palma: Palmsonntag, der Sonntag vor Ostern
  • Kamis Putih: Weißer Donnerstag, also Gründonnerstag
  • Jumat Agung: Hoher Freitag, also Karfreitag (Feiertag in Indonesien)
  • Sabtu Suci / Sabtu Sunyi: Heiliger Samstag / Einsamer Samstag: Karsamstag
  • Minggu Paskah: Ostersonntag
  • Senin Paskah: Ostermontag (kein Feiertag in Indonesien!)

Noch ein paar Wörter, die in diesem Zusammenhang relevant sind:

  • Yesus Kristus: Jesus Christus. Bei den Muslimen heißt er nabi Isa „Prophet Jesus“. Alternativ auch Isa Almasih „Jesus, der Messias“.
  • Injil: Evangelium
  • Paskah Yahudi: das jüdische Pessachfest
  • Roh Kudus: der Heilige Geist
  • perjamuan malam terakhir: das letzte Abendmahl
  • salib: (christliches) Kreuz, menyalibkan: kreuzigen
  • memakamkan: begraben, pemakaman: Begräbnis, Beerdigung
  • bangkit kembali: wiederauferstehen, kebangkitan: Wiederauferstehung
  • kenaikan Yesus Kristus, mikraj Isa Almasih: Christi Himmelfahrt

Zuguterletzt noch ein paar Bemerkungen zum Osterdatum. Von ihm hängen alle weiteren beweglichen christlichen Feiertage ab. Die Definition wurde im Laufe der Kirchengeschichte mehrfach verändert, gegenwärtig gilt der Ostersonntag als der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsanfang am 21. März. Der Ostersonntag kann somit zwischen dem 22. März und dem 25. April auftreten. Es gibt Berechnungsformeln, die dadurch verkompliziert werden, daß der astronomische Frühlingsanfang zwischen dem 19. und 21. März liegen kann, kirchlich der Frühlingsanfang jedoch auf den 21. März festgelegt wurde. Die Ostertermine der nächsten Jahre (Achtung, gilt nicht für die orthodoxe Kirche):

  • 2008: 23. März
  • 2009: 12. April
  • 2010: 4. April
  • 2011: 24. April
  • 2012: 8. April
  • 2013: 31. März
  • 2014: 20. April
  • 2015: 5. April
  • 2016: 27. März
  • 2017: 16. April
  • 2018: 1. April
  • 2019: 21. April
  • 2020: 12. April
  • 2021: 4. April
  • 2022: 17. April
  • 2023: 9. April
  • 2024: 31. März
  • 2025: 20. April
  • 2026: 5. April
  • 2027: 28. März
  • 2028: 16. April
  • 2029: 1. April
  • 2030: 21. April

Maulid Nabi

März 20, 2008

Heute ist ein staatlicher Feiertag in Indonesien, der Geburtstag des Propheten Mohammed. Es sei kurz angemerkt, daß dieser Feiertag in der islamischen Welt zwar eine lange Tradition hat, aber umstritten ist und von einigen als unzulässige Neuerung und verbotene Vergöttlichung des Propheten angesehen wird. Auch dieser indonesischsprachige Blogeintrag beschäftigt sich mit der Kontroverse.

Den Geburtstag des Propheten setzen die Sunniten auf den 12. Rabi’-ul-Awwal an, die Schiiten auf den 17. Rabi’-ul-Awwal. Da die Muslime Indonesiens mehrheitlich sunnitisch sind, fällt der staatliche Feiertag auf den ersten Termin.

Im folgenden ein paar Anmerkungen zum islamischen Kalender: jeder der 12 Monate besteht aus 29 oder 30 Tagen, und beginnt mit der ersten sichtbaren Mondsichel nach Neumond. Es gibt verschiedene Methoden, dies zu bestimmen, so daß es in verschiedenen Teilen der Welt zu geringfügigen Abweichungen um bis zu 1, 2 Tage kommen kann. Die traditionelle Methode besteht darin, daß Mondsichelsichtungskommittees den Nachthimmel beobachten und Meldung erstatten. In manchen Ländern wird berechnet, an welchem Tag der Monduntergang nach dem Sonnenuntergang stattfindet (s. diese Mondphasenseite, wenn man den ersten Tag, wo nach dem Neumond eine Sichel zu erkennen ist, als 1. Tag ansetzt, sollte der 12., also der heutige Feiertag, der 20. März sein). Wiederum gibt es Länder, in denen man den Vorgaben der Behörden in Mekka folgt.

Anders als beim Saka-Kalender gibt es keinen Schaltmonat, d.h. der islamische Kalender wandert im Lauf der Zeit durch die vier Jahreszeiten. Die Namen vieler Monate spiegeln jedoch dem Umstand wider, daß der Kalender in vorislamischer Zeit einen Schaltmonat hatte, da sie sich auf spezifische wiederkehrende Ereignisse wie Dürre und Sommer beziehen. Auch gab es in vorislamischer Zeit 4 sogenannte verbotene Monate, während derer nicht gekämpft werden durfte. Die Namen der Monate auf indonesisch, gefolgt von der deutschen Transliteration und weiteren Anmerkungen.

  1. Muharram (Muharram, „der verbotene Monat“, nach dem vorislamischen Verbot von Kampfhandlungen während dieses Monats; am 10. Muharram findet das Aschura-Fest („der Zehnte“) statt, einer der wichtigsten Feiertage der Schiiten)
  2. Safar (Safar, „der leere Monat“, gilt als unglücklichster Monat des Jahres)
  3. Rabiul awal (Rabiʿ al-auwal bzw. Rabiʿ al-awwal, „der erste Frühlingsmonat“, in diesen Monat fällt der Geburtstag Mohammeds)
  4. Rabiul akhir (Rabīʿ ath-thānī, auch Rabīʿ al-ʾāchir, „der zweite/letzte Frühlingsmonat“)
  5. Jumadil awal (Dschumada al-ula bzw. Dschumada al-auwal, „der erste Dürremonat, von Dschumda „ausgedörrtes Land ohne Regen“)
  6. Jumadil akhir (Dschumada ath-thani , auch Dschumada al-Akhir, „der zweite/letzte Dürremonat“)
  7. Rajab (Radschab, „der respektierte (Monat)“, nach dem vorislamischen Verbot von Kampfhandlungen während dieses Monats)
  8. Sya’ban (Schaʿban, „der Monat der Separation“, da in vorislamischer Zeit es zu diesem Monat Sitte war, sich auf der Suche nach Wasser in alle Himmelsrichtungen zu verstreuen.)
  9. Ramadhan (Ramadan, „der Monat der Sommerhitze“, von ramda „brennen“, der heilige Fastenmonat des Islams)
  10. Syawal (Schauwal, „der Tragemonat“, da in vorislamischer Zeit zu diesem Zeitpunkt Kamele trächtig waren. Am 1. wird das Zuckerfest begangen. Der Schauwal ist ein zweiter Fastenmonat, während dessen an sechs beliebigen Tagen gefastet werden soll.)
  11. Dzulkaidah (Dhu l-qaʿda, „Meister der Waffenruhe“, nach dem vorislamischen Verbot von Kampfhandlungen während dieses Monats)
  12. Dzulhijjah (Dhu l-hiddscha, „Meister der Pilgerfahrt“, ein weiterer heiliger Monat, da während dessen die Pilgerfahrt begangen wird, und zwar vom 8.-10. Tag, wonach sie dann in das Opferfest übergeht.

Der Kalender heißt auf indonesisch kalénder hijriyah (Kalender nach der Hidschra) oder kalénder Islam. Ein anderes wort für Kalender ist penanggalan, das sich von tanggal ableitet. In Malaysia ist es üblich, die arabische Bezeichnung zu verwenden, Takwim Hijrah. Der im Westen gebräuchliche Kalender heißt übrigens kalénder Maséhi, der „Kalender des Messias“. Und ein letzter Hinweis sei gestattet darauf, daß nabi „Prophet“ als eine Art Titel vor den Namen verschiedener Propheten verwendet wird, wie z.B. nabi Musa „der Prophet Moses“.


Selamat Hari Raya Nyepi

März 7, 2008

Heute ist das balinesische Neujahrsfest. Das nehmen wir zum Anlaß für einen kleinen Exkurs zu den beiden wichtigsten balinesischen Feiertagen, das Neujahrsfest Nyepi und Galungan. Ersteres ist dafür bekannt, daß an dem eigentlichen Neujahrstag jegliche Aktivitäten auf der Insel eingestellt werden, und so auch die Touristen gezwungen sind, in ihren Hotels zu verharren. Letzteres ist „touristenfreundlicher“, es ist die Zeit, da der Aufenthalt der Götter auf der Insel gefeiert wird, mit vielen Zeremonien. Während ich für weitergehende inhaltliche Ausführungen auf die zahlreichen Quellen verweisen möchte, die es zur Kultur Balis gibt, will ich im folgenden ein paar Anmerkungen dazu machen, wie genau das Datum dieser Feiertage berechnet wird. Am Ende schließt sich zudem eine kleine Vokabelliste zum Thema an.

Nyepi

Das Neujahrsfest basiert auf dem Hindu-Mondkalender, und zwar der Shalivahana-Variante, auch Saka genannt. Dies bedeutet, daß der Monat üblicherweise mit dem Neumond beginnt, zwei Wochen früher als im Vikrama-Kalender, der mit dem Vollmond beginnt. Nordindien scheint dem Vikrama-Kalender zu folgen, während Südindien sowie die meisten Hindus Südostasiens dem Shalivahana-Kalender verwenden. Der erste Monat des Shalivahana-Kalenders heißt Chaitra. Der Mondkalender hat 12 Monate zu 29,5 Tagen, was dazu führt, daß jedes Jahr der Mondkalender gegenüber dem Sonnenkalender ugf. 11 Tage zurückfällt. Um dieses auszugleichen, wird ungefähr alle drei Jahre ein Schaltmonat eingefügt. D.h. in diesem Fall springt der Termin dann 29,5-11 = 18,5 Tage nach vorne. Zur Veranschaulichung die Termine des balinesischen Neujahrs von 2003-2009:

  • 2. April 2003
  • 21. März 2004 (11 Tage zurück )
  • 11. März 2005 (10 Tage zurück)
  • 30. März 2006 (19 Tage nach vorn)
  • 19. März 2007 (11 Tage zurück)
  • 7. März 2008 (12 Tage zurück)
  • 26. März 2009 (19 Tage nach vorn)

Die Abweichungen rühren daher, daß Nyepi stets auf den Tag des Neumonds fällt (das kann z.B. auf dieser Mondphasenwebsite überprüft werden). Der offizielle Termin scheint in der Regel im Vorjahr verkündet zu werden, da es manchmal zu Streitigkeiten um den genauen Termin kommt, wie z.B. im Jahr 2005. Der Neujahrstag als solcher wird ab Sonnenaufgang begangen, die Nacht davor wird noch laut krachmachend gefeiert. Entgegen mancher im Internet kursierender Angaben fällt das Nyepi-Fest also keineswegs auf den ersten Neumond nach der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühjahr!

Galungan

Galungan hingegen richtet sich nicht nach dem Mondkalender, sondern nach dem zeremoniellen balinesischen Kalender namens Pawukon. Dieser Kalender, der so kompliziert ist, daß er zur gegeben Zeit in einem eigenen Eintrag vorgestellt werden soll, umfaßt 210 Tage, so daß sich das Fest alle 210 Tage wiederholt, in vielen Sonnenjahren also zweimal gefeiert wird. Das Fest beginnt an einem Mittwoch und dauert zehn Tage, wobei der letzte Tag Kuningan genannt wird.

  • 14. Januar 2004 / 24. Januar 2004
  • 11. August 2004 / 21. August 2004
  • 9. März 2005 / 19. März 2005
  • 5. Oktober 2005 / 15. Oktober 2005
  • 3. Mai 2006 / 13. Mai 2006
  • 29. November 2006 / 6. Dezember 2006
  • 26. Juni 2007 / 6. Juli 2007
  • 23. Januar 2008 / 2. Februar 2008
  • 20. August 2008 / 30. August 2008
  • 18. März 2009 / 28. März 2009
  • 14. Oktober 2009 / 24. Oktober 2009
  • 12. Mai 2010 / 22. Mai 2010
  • 8. Dezember 2010 / 18. Dezember 2010

(Quellen u.a. Wikipedia, Hindu-Blog und iskcon (alle E) )

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